CH-Schluss: SMI knapp im Minus – Gewinne abgeschmolzen

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag seine anfänglichen Aufschläge nicht verteidigen können. Der SMI war höher in den Handelstag gestartet, verlor dann etwas an Flughöhe und drehte nach dem Mittag leicht ins Minus. Am Handelsende schloss der SMI etwas tiefer als am Vortag. Insbesondere einige Zykliker, Banken und Finanzwerte belasteten den Leitindex.

Zeitweise stützten Meldungen die Stimmung, dass US-chinesischen Handelsgespräche bald wieder fortgesetzt werden sollten. Solange die Angst vor einer möglichen Rezession nicht nachhaltig aus dem Weg geräumt werden könne, dürfte das Muster mit anfälligen Zyklikern und stabilisierenden Defensiven weiter bestehen, hiess es. Die aktuellen Konjunkturdaten präsentierten sich gemischt. Hierzulande fiel der KOF-Konsensus für das laufende Jahr etwas pessimistischer aus als noch im Juni. Derweil hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im September laut Ifo-Geschäftsklima-Index etwas verbessert. Indes hat sich die Stimmung der US-Verbraucher im September deutlicher eingetrübt als erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,06 Prozent tiefer bei 9’991,31 Punkten (Tagestief 9’978). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,27 Prozent auf 1’527,36 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,10 Prozent auf 12’141,17 Punkte zulegte. Unter den 30 wichtigsten Aktien schlossen 19 im Minus, zehn im Plus und eine (Swisscom) unverändert.

Schwächster SLI-Wert war nachrichtenlos Partners Group mit -1,4 Prozent. Auch die Zykliker Adecco (-1,3%), ABB, LafargeHolcim (je -1,2%) und Sika (-0,8%) verloren deutlicher. Das Minus bei den Uhrenwerten Swatch (-0,6%) und Richemont (-0,4%) hielt sich in Grenzen.

Schwächer zeigten sich auch die Versicherungen Swiss Life und Zurich (je -1,3%). Zurich sind insbesondere durch die Thomas-Cook-Insolvenz betroffen. Zudem litten Versicherer und Bankaktien angesichts der anhaltend expansiven Geldpolitik der wichtigsten Notenbanken unter dem anhaltend tiefen Zinsumfeld, hiess es. Bei der CS (-1,1%) gingen die Medienberichte um die Beschattung des Ex-Managers Iqbal Khan weiter. UBS (-0,3%) und Julius Bär (-0,4%) verloren deutlich weniger.

Unter den grössten Gewinnern waren vor allem weniger konjunktursensible Werte zu finden. An der Index Spitze verteuerten sich Sonova um 1,2 Prozent. Hier hat zwar die Deutsche Bank das Kursziel gesenkt, ihre Buy-Einstufung aber bestätigt. Es folgten Nestlé (+1,0%), Vifor (+0,8%), Logitech (+0,5%) und Lonza (+0,3%). Die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,1%) und Roche (+0,2%) zeigten sich stabil.

Im breiten Markt vollzogen Kuros nach der vollständigen Markteinführung seiner Knochentransplantatprodukte MagnetOs einen Kurssprung von rund 51 Prozent auf 2,29 Franken. Addex zieht es an die US-Börse Nasdaq: das Unternehmen hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Papiere legten um 9,2 Prozent auf 1,72 Franken zu. Aus dem Bereich Pharma schlossen zudem Molecular Partners (+6,7%) oder Medartis (+5,8%) fester.

Derweil reagierten die Aktien des Online-Reisevermittlers LM Group (+3,1%) und die des Reisedetailanbieters Dufry (unv.) unterschiedlich auf die Pleite vom Reiseanbieter Thomas Cook. LM Group ist von der Pleite des britischen Reisekonzerns nur „geringfügig betroffen“, liess der Konzern am Morgen wissen. Bereits zuvor hatte Orascom (-0,6%) von nur „minimalen Auswirkungen“ gesprochen.

Deutlich tiefer schlossen Schmolz+Bickenbach (-9,0%), Blackstone Resources (-6,9%), Cicor (-6,9%), BVZ (-3,8%) oder Schaffner (-3,7%). (awp/mc/ps)

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