CH-Schluss: SMI gibt 0,1% auf 8866 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktien-Leitindex SMI ist etwas leichter in die neue Woche gestartet. Die im frühen Handel erzielten Gewinne konnten nicht über den Tag gerettet werden. Die leichtere Tendenz an der Wall Street steckte am Nachmittag auch die Investoren am hiesigen Aktienmarkt an. Damit dominierte zu Beginn einer Woche mit vielen Geschäftszahlen insgesamt die Vorsicht.

Im Morgenhandel hatten die Anleger noch auf eine Entspannung im Haushaltsstreit zwischen der Europäischen Union und Italien gesetzt. Premierminister Giuseppe Conte hatte die Investoren positiv gestimmt mit der Aussage, dass das für 2019 geplante Haushaltsdefizit eine Obergrenze darstelle. Rückenwind kam auch aus China: Dort sollen die Unternehmenssteuern sinken, um die negativen Folgen des Handelskonflikts abzufedern.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Montag 0,07 Prozent tiefer auf 8’865,56 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,14 Prozent auf 1’397,68 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,04 Prozent auf 10’464,14 Zähler ein. Im SLI hielten sich Gewinner und Verlierer die Waage.

Mit dem weiter schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China und den internationalen Spannungen nach der Tötung eines regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten, gebe es neben dem innereuropäischen Streit um Italien genügend politische Risikofaktoren, fassten Marktteilnehmer den Handelstag zusammen.

Die mit Abstand grössten Gewinne verzeichneten die Papiere des Halbleiterherstellers AMS (+4,8%). Die Österreicher werden schon bald nach Handelsende Zahlen zum dritten Quartal vorlegen. Händler berichteten von Deckungskäufen vieler Leerverkäufer. Auch andere Technologiewerte wie Temenos (+0,9%) und Logitech (+0,7%) waren gesucht.

Auch einige konjunktursensitive Werte wie Adecco und Dufry (jeweils +1,3%) sowie Givaudan (+0,8%) generierten Nachfrage. Zum Genfer Aromen- und Riechstoffkonzern hatte sich die Bank Vontobel in einem Kommentar positiv geäussert.

Auf der anderen Seite belasteten die defensiven Pharmaschwergewichte Novartis (-0,6%) und Roche (-0,2%). Die zwei Papiere hatten den SMI in der Vorwoche nach Zahlen deutlich nach oben getragen. Nun sei es zu Gewinnmitnahmen gekommen, erklärten Händler. Positive Nachrichten von einem Pharmakongress am Wochenende traten in den Hintergrund.

Noch klarere Verluste erlitt der Pharmazulieferer Lonza (-2,7%), der am Donnerstag zum dritten Quartal berichten wird.

Die Nervosität rund um Italien belastete auch Finanzwerte wie Credit Suisse (-0,7%) und UBS (-0,6%). Die vermeintliche Deeskalation im Haushaltsstreit hatte die Bankaktien im frühen Handel noch um mehr als 1 Prozent nach oben getragen.

Die Papiere des dritten SMI-Schwergewichts Nestlé schlossen hingegen mit plus 1,2 Prozent deutlich fester. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“, Nestlé plane einen Verkauf der Hautpflege-Sparte und könnte damit 8 bis 10 Milliarden Franken einnehmen. Die Westschweizer hatten bereits vor einem Monat angekündigt, man prüfe strategische Optionen für den Bereich „Skin Health“.

Im breiten Markt standen Dottikon (-14%) nach einer Gewinnwarnung im Fokus der Anleger. Nettoumsatz und Reingewinn seien im ersten Geschäftshalbjahr 2018/19 (per 30. September) im Vergleich zur Vorjahresperiode „deutlich tiefer“ ausgefallen, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Autoneum rückten dagegen um 3,8% vor. Die Papiere erholten sich von den deutlichen Verlusten nach der Gewinnwarnung Ende letzter Woche.

Die Valoren des Vermögensverwalters GAM (-2,4%) litten hingegen unter Ergebnisängsten. Das Unternehmen wartet morgen Dienstag mit dem Zwischenbericht für das dritte Quartal auf. (awp/mc/pg)

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