CH-Schluss: Verhaltene Erholung – SMI unter Tageshoch fester

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Montag vom Ausverkauf am vergangenen Freitag ein wenig erholt und moderate Kursgewinne erzielt. Die Investoren hätten sich aber nur zaghaft wieder aufs Börsenparkett gewagt, hiess es am Markt. Viele Anleger seien nach wie vor verunsichert, weil über die neue Omikron-Variante des Coronavirus noch nicht sehr viel bekannt sei, sagte ein Händler. Zudem fragten sie sich, ob der Ausverkauf am Markt übertrieben war oder ob der Zeitplan für die Erholung von der Pandemie nach hinten verschoben werde, hiess es in einem Kommentar. Dazu komme, dass in der laufenden Woche viele wichtige Konjunkturzahlen, darunter der US-Arbeitsmarktbericht, veröffentlicht würden.

Dennoch nützten einzelne Schnäppchenjäger die tieferen Kurse selektiv etwa bei Aktien aus der Reise- und Flugbranche, die am stärksten gebeutelt wurden, zu ersten Anschaffungen. Bisher hätten sich ja schwache Tage im Nachhinein nicht selten als günstige Gelegenheit erwiesen. «Es ist sicher noch zu früh, um zu sagen, ob das Weihnachtsrally bereits abgesagt werden muss», meinte denn auch ein Händler.

Der Leitindex SMI schloss um 0,18 Prozent höher mit 12’220,74 Punkten. Am Freitag hatte der Leitindex zwei Prozent verloren. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, stieg um 0,36 Prozent auf 1970,73 und der breite SPI um 0,21 Prozent auf 15’633,20 Zähler. Gewinner und Verlierer hielten sich im SLI die Waage.

Unter den grössten Gewinnern waren jene Werte zu finden, die am Freitag besonders deutlich gelitten haben. So setzten Richemont zu einer kräftigen Gegenbewegung an und schlossen um 4,1 Prozent höher. Swatch gewannen 1,9 Prozent zu. Die Sorge, dass der Reisebetrieb und damit die Geschäfte mit kaufkräftigen Touristen, wieder einbrechen werde, hatte beide Aktien am Freitag deutlich belastet.

Auch Finanzwerte hatten am Freitag im Zuge des allgemeinen Ausverkaufs überdurchschnittlich nachgegeben. Sie gehörten zum Wochenstart grösstenteils nun ebenfalls zu den Gewinnern. Dabei verbuchten Partners Group ein Plus von 2,9 Prozent. Swiss Life (+1,8%), Swiss Re (+0,5%) und UBS (+1,9%) legten ebenfalls klar zu. Credit Suisse (-0,2%) büssten die Gewinne zum Schluss jedoch wieder ein.

Gefragt waren auch Zykliker wie AMS (+2,3%), Sika (+1,8%), ABB (+1,4%) und Geberit (+0,7%). Holcim dagegen büssten 1,7 Prozent ein und scherten damit aus der Gruppe aus. Händler verwiesen auf eine Branchenstudie, die auf die seit langem extrem gegenläufige Kursbewegung bei Sika und Holcim verweise. Auf Sicht der letzten fünf Jahre hat sich demnach der Sika-Kurs verviereinhalbfacht, während der Holcim-Kurs aktuell etwa 15 Prozent unter dem Stand von Ende 2016 liegt. So wie es aussehe, mache das Management von Sika seit Jahren alles richtig, während bei Holcim seit Jahren der Wurm drin sei, hiess es am Markt.

Deutliche Abgaben verbuchten die Aktien von Logitech (-3,5%). Am Freitag war der «Coronagewinner» noch im grossen Stil gekauft worden. Der Hersteller von Computerzubehör profitiert jeweils stark vom Home-Office-Trend.

Ebenfalls aus den Depots gekippt wurden die Aktien des Zyklikers Adecco (-1,8%), des Banksoftwareherstellers Temenos (-1,5%) und des Coronagewinners Lonza (-1,1%). Lonza waren am Freitag als Hersteller eines Corona-Impfstoffes noch gesucht.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,6%) und Roche (-0,3%) waren ebenfalls schwächer. Auch Schwergewicht Nummer drei, Nestlé (-0,3%), schloss tiefer.

Das Muster setzte sich auch im breiten Markt fort: Mit VAT (+3,0%), Comet (+3,5%) oder auch dem Flughafen Zurich (+0,5%) und Dufry (+1,9%) gewannen Werte hinzu, die am Freitag besonders hart getroffen wurden.

Potenzielle Gewinner wie Zur Rose (-2,7%) oder auch der Laborausrüster Tecan (-2,8%) gingen dagegen zu tieferen Kursen aus dem Handel. (awp/mc/pg)

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