CH-Verlauf: SMI zum Wochenschluss ohne Elan
Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt setzt der SMI seinen Aufwärtstrend zum Wochenschluss nun den sechsten Handelstag in Folge fort – allerdings mit merklich gedrosseltem Tempo. Nach den jüngsten Kursverlusten greifen Investoren bei Technologieaktien wieder zu, wenn auch zum Teil eher zögerlich. Aber der Ausverkauf der vergangenen Tage scheint zumindest erst einmal gestoppt.
Unterstützung liefern Händlern auch die rückläufigen Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen, die sich wieder der Marke von fünf Prozent angenähert haben. «Von einer grundlegenden Entspannung kann allerdings noch keine Rede sein», warnt ein Marktbeobachter. «Die hohen Energiepreise bleiben angesichts der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und der gestörten Lieferketten ein erheblicher Belastungsfaktor.» So hätten die zuletzt überraschend stark gestiegenen US-Konsumenten- und Produzentenpreise gezeigt, wie schnell sich der Energiepreisschock auf die Inflation übertragen könne.
Der SMI tritt gegen 11.05 Uhr mit +0,07 Prozent mehr oder weniger auf der Stelle bei 14’359,71 Punkten, wobei die Gewinner (15) sogar in der Überzahl sind. Eine bisherige Handelsspanne von etwas mehr als 60 Punkten zeigt allerdings, wie wenig bewegt der bisherige Verlauf war. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,1 Prozent auf 3036,86 und der breite SPI um 0,11 Prozent auf 20’266,10 Punkte.
Händler gehen davon aus, dass der Mangels zum Wochenschluss vergleichsweise ruhig verlaufen dürfte, da keine wichtigen Daten mehr anstünden. «Entscheidend wird sein, ob sich die Entspannung bei den Anleiherenditen fortsetzt und die Erholung im Techsektor auf weitere Branchen übergreift», sagt ein Börsianer.
Techwerte etwas freundlicher
Nach den zum Teil deutlichen Vortagesverlusten setzen einige der Technologie- und KI-nahen Werte zur Erholung an. Unter den SMI-Titeln gewinnen Logitech (+0,5%) leicht hinzu. In den nachgelagerten Reihen sind immerhin Accelleron (+0,5%), Inficon (+0,8%) und AMS Osram (+0,4%) im Plusbereich. Derweil geben VAT (-0,6%) erneut nach. Dabei hatte der Chipindustrie-Zulieferer am Vortag einen Rekord beim Auftragseingang vermeldet und den Ausblick für 2027 erhöht. Analysten reagieren denn auch grundsätzlich mit Lob, sehen den Spielraum wegen der bereits hohen Bewertung aber als begrenzt an.
Die Gruppe der grössten Gewinner im SMI setzt sich unterdessen vor allem mit eher zyklischen Werten zusammen. Neben Richemont gewinnen noch Partners Group und die beiden baunahen Werte Holcim und Amrize jeweils mehr als ein Prozent hinzu. Bei Richemont wirken die Berichte vom Vortag noch nach, der Konzern sei zusammen mit dem US-Juwelier Signet an dem Diamantenproduzenten de Beers interessiert. Wie die ZKB schreibt, werde dies als ein Bekenntnis zu natürlichen Diamanten gesehen.
Schwergewichte uneinheitlich
Unterstützung erhält der Markt auch vom Schwergewicht Nestlé (+1,1%). JPMorgan hat das Rating für die Papiere auf «Overweigt» erhöht. Die zuständige Expertin geht davon aus, dass 2027 ein besonders erfolgreiches Jahr für den Nahrungsmittelkonzern werde und er seine mittelfristigen Wachstums- und Margenziele erreichen sollte.
Etwas uneinheitlich präsentieren sich die Vertreter der Gesundheitsbranche. So ziehen die beiden SMI-Neulinge Galderma (+1,1%) und Sandoz (+0,5%) an. Alcon (+0,1%) bewegen sich mit dem Markt, während die beiden Schwergewichte Roche (-0,7%) und Novartis (-1,1%) den Markt zum Wochenschluss ausbremsen. Gerade die beiden Pharma-Aktien hatten den Investoren in den vergangenen Tagen als sicherer Zufluchtsort gedient, so dass mit der etwas aufgehellt Stimmung im Techsektor nun Gewinne eingestrichen werden dürften.
Nennenswerte Kursbewegungen weisen im breiten Markt noch DocMorris (+7,5%) auf. Nach den gestrigen positiven Zahlen stützen nun die Kurszielerhöhungen zahlreicher Analysten. (awp/mc/pg)