CH-Schluss: SMI gibt 0,8% auf 9221 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag den fünften Tag in Folge schwächer geschlossen. Die Stimmung am Markt wurde weiterhin vom schwachen US-Dollar wie auch von den steigenden Anleihenrenditen belastet. Aktien würden nun als teuer angesehen und immer mehr Anleger sähen derzeit wenig Potenzial nach oben, meinte ein Marktkommentator. Treiber wie die US-Steuerreform seien in den jetzigen Niveaus bereits eingepreist.

Die am Nachmittag publizierten neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA untermauerten die gute Verfassung der US-Wirtschaft. Allerdings seien auch die Erwartungen an weiter steigende Leitzinsen durch die Daten gestützt worden, hiess es. So stiegen die Löhne in den USA stärker als erwartet an. Während der Kurs des Fed vergleichsweise klar vorgezeichnet sei, werde bei der EZB weiter über den Zeitpunkt einer Straffung spekuliert, hiess es am Markt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Freitagabend 0,76% tiefer bei 9’220,69 Punkten. Auf Wochensicht resultierte für den SMI damit ein Minus von 3,1%. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab 0,88% auf 1’514,81 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor ebenfalls 0,88% auf 10’604,43 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 26 im Minus, drei im Plus und einer (Bâloise) unverändert.

Die deutlichsten Abgaben unter den «Bluechips» entfielen auf die Swatch-Titel (-2,3%), die allerdings nach den am Dienstag publizierten gut aufgenommen Jahreszahlen des Uhrenkonzerns auf Wochensicht weiterhin im Plus standen. Weitere Analystenkommentare vom Freitag zu den Swatch-Zahlen zeigten sich bezüglich der weiteren Aussichten des Uhrenmarktes zurückhaltend. Abgaben gab es zudem für Zykliker wie Sika (-2,3%), Clariant (-2,2%) oder LafargeHolcim (-1,6%).

Schwächer gingen auch die Aktien des Pharmaunternehmens Vifor (-2,2%) und des Hörgerätehersteller Sonova (-1,9%) aus dem Handel. Ein schwächerer Dollar-Franken-Kurs würde spürbar auf dem Sonova-Betriebsgewinn lasten, hiess es in einer Branchenstudie der Bernstein-Analysten.

Auch die Aryzta-Aktien (-0,6%) gaben wieder nach. Am Vortag hatten die Titel des kriselnden Backwarenkonzerns noch zugelegt, nachdem der Verkauf der verlustbringenden US-Fabriken von Cloverhill bekannt wurde. Analysten zeigten sich in Kommentaren am Freitag vor allem vom mutmasslichen Verkaufspreis enttäuscht – dieser falle offenbar «erschreckend tief» aus, meinte etwa die ZKB.

Belastet werden die Indizes zudem von den schwachen Börsenschwergewichten Nestlé (-1,2%) sowie Novartis (-1,1%). Dagegen schlossen die Titel des dritten SMI-Schwergewichts Roche (+0,5%) im Plus. Im Nachgang zu den am Donnerstag vorgelegten Jahresergebnissen des Pharmakonzerns senkten diverse Banken ihre Kursziele zwar leicht, bekräftigten aber ihre Ratings «Kaufen» respektive «Outperform».

Bei den Finanzwerten schlossen auch die Grossbankenwerte Credit Suisse (-1,0%) und UBS (-0,6%) mit Abschlägen. Dagegen gehörten die Versicherungswerte Zurich (+0,1%) und Swiss Re (+0,6%) zu den spärlichen Tagesgewinnern im SMI/SLI. Für den Rückversicherer Swiss Re bekräftigte das Aktienresearch der Deutschen Bank am Freitag in einer Branchenstudie die Kaufempfehlung – die Titel gehörten zu den bevorzugten Werten in der Branche, so der Analyst.

Deutliche Verluste gab es im breiten Markt für die Titel der Schweizerischen Nationalbank SNB (-4,9%), die vor Wochenfrist noch Höchstwerte erreicht hatten. Auch die Aktien des Biotech-Unternehmens Idorsia (-4,0%), das am Dienstag seine Zahlen vorlegt, gaben klar nach. Im Minus schlossen zudem Leonteq (-3,8%). Am Markt wurde auf Gerüchte über bevorstehende Veränderungen im Aktionariat des Anbieters von strukturierten Produkten verwiesen.

Implenia (+2,9%) legten nach ersten Indikationen zum Geschäftsgang des Baukonzerns im vergangenen Jahr dagegen zu. Das Unternehmen habe im zweiten Halbjahr eine «überzeugende operative Leistung» erbracht, hiess es im Markt. Etwas fester schlossen auch die Aktien des Chipherstellers AMS (+0,2%) nach guten Nachrichten des wichtigen Kunden Apple betreffend der Nachfrage nach dem neuen Telefonmodell iPhone X. (awp/mc/pg)

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