CH-Schluss: SMI schliesst schwächer – CS setzen Talfahrt fort

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch mit Abgaben geschlossen. Belastet wurde die Stimmung an den Aktienmärkten von den wieder angestiegenen Renditen an den US-Anleihenmärkten. Generell sei der Handel wegen der bevorstehenden Osterfeiertage aber eher ruhig und von Vorsicht geprägt, hiess es.

Derweil erwarteten die Investoren mit Spannung einer Rede von US-Präsident Joe Biden zu seinem geplanten billionenschweren Infrastrukturprogramm, das durch höhere Unternehmenssteuern finanziert werden soll. Die Beschäftigung im Privatsektor in den USA ist derweil gemäss ersten Daten gestiegen, blieb aber etwas unter den Erwartungen. Der «grosse» US-Arbeitsmarktbericht wird am Karfreitag veröffentlicht.

Der SMI schloss die Sitzung 0,67 Prozent tiefer bei 11’047,37 Punkten. Für das erste Quartal resultiert damit ein Anstieg um 3,2 Prozent. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die Gewichtung der einzelnen Titel gekappt ist, gab am Mittwoch derweil um 0,68 Prozent auf 1’789,78 nach und der breite SPI verlor 0,43 Prozent auf 14’026,83 Zähler. Von den 30 SLI-Titeln schlossen 23 im Minus und sieben im Plus.

Einmal mehr klarster Verlierer unter den Bluechips waren die Aktien der Credit Suisse (-4,9% auf 9,90 Fr.) die erstmals seit November wieder unter die Marke von 10 Franken sanken. Innert drei Tagen hat die Aktie damit rund einen Fünftel ihres Werts verloren. Nach den Schockmeldungen um mögliche Milliardenverluste wegen der Debakel um den Hedge Fund Archegos und die Greensill-Fonds schlossen einige Beobachter mittlerweile nicht einmal mehr aus, dass die Grossbank neues Kapital aufnehmen muss.

Leicht schwächer gingen die Titel der Konkurrentin UBS (-0,4%) aus dem Handel. Auch die grösste Schweizer Bank soll zwar vom Archegos-Skandal betroffen sein – gemäss einem Bericht des Finanzportals «Finews» allerdings «nur» mit einem «moderaten dreistelligen Millionenbetrag».

Im Minus schlossen auch die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär (-1,4%), obwohl dieser mit der Aufhebung des Akquisitionsverbots durch die Finanzmarktaufsicht Finma gute Nachrichten verkünden konnte. Schwach präsentierten sich auch die Titel des Private Markets-Spezialisten Partners Group (-1,1%), wobei Händler allerdings von Gewinnmitnahmen sprachen.

Auch die Versicherungstitel Swiss Re (-1,7%), Swiss Life (-1,2%) und Zurich (-1,6%) mussten Abschläge hinnehmen. Die Analysten von Independent Research senkten ihre Handelsempfehlung für Zurich auf «Halten» von «Kaufen».

Deutliche Abschläge gab es zudem für die Titel der Luxusgüterkonzerne Swatch (-2,2%) und Richemont (-2,0%), die im bisherigen Jahresverlauf gut gelaufen sind. Auch hier wurde im Handel auf Gewinnmitnahmen vor dem «Quartalsultimo» verwiesen.

Die Pharmaschwergewichte präsentierten sich derweil uneinheitlich: Roche (+0,5%) profitierten laut einem Händler dank «verteidigender Worte» der Bank Vontobel von Umschichtungen aus den Novartis-Titeln (-1,3%). Die Titel des Nahrungskonzerns Nestlé (-0,6%) gaben im späten Handel noch etwas deutlicher nach.

Zu den Gewinnern gehörten einige zyklische Titel wie ABB (+0,1%) oder Sika (+0,5%). Klare Aufschläge verzeichnen derweil auch die Straumann-Aktien (+2,3%). Im Handel wurde auf «ermutigende Rückmeldungen» der Credit Suisse-Analysten nach Kontakten mit Unternehmensvertretern verwiesen.

Im breiten Markt schlossen Galenica (-2,4%) klar im Minus. Ein Grossaktionär des Apotheken- und Gesundheitskonzerns Galenica verkaufte am Mittwoch ein Aktienpaket von drei Prozent zum Preis von 58,60 Franken je Aktie.

Deutliche Abgaben gab es auch für Medacta (-6,6%) nach der Präsentation der Jahreszahlen. Das Medizintechnikunternehmen hat 2020 zwar wiederum mehr verdient, will aber keine Dividende ausrichten.

Deutlich zulegen konnten derweil die Titel des Medizinaltechnik-Unternehmens Tecan (+4,1%). Grund war eine Kaufempfehlung der Bank Berenberg. Der zuständige Analyst rechnet mit einem «weiteren starken» Jahr 2021 für den Laborausrüster. (awp/mc/pg)

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