CH-Schluss: US-Ausverkauf setzt SMI zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag erneut im roten Bereich geschlossen. Damit beendete der Leitindex SMI den Handel zum dritten Mal in Folge mit tieferen Notierungen. Über weite Strecken des Geschäfts sah es danach aus, als könnte sich der SMI etwas erholen, doch kurz vor Handelsende drückte die schwache US-Börse den hiesigen Markt ebenfalls ins Minus.

Der Ausverkauf in den USA habe die europäischen Anleger verunsichert und zu Verkäufen geführt, hiess es im Handel. Darunter litten an der Schweizer Börse vor allem Finanzwerte, die teilweise deutliche Einbussen hinnehmen mussten. An der Börse rückten im späten Handel Corona-Sorgen und die nach wie vor hohen Zahlen an Neuinfektionen insbesondere in den USA in den Fokus. Das stelle die geplanten Lockerungsschritte in Frage und befeuere die Angst vor einer lang anhaltenden Rezession, hiess es.

Der SMI verlor 0,34 Prozent auf 10’143,38 Punkte. Dabei wurde das Tageshoch nur rund anderthalb Stunden vor Börsenschluss bei 10’266 Zählern gesetzt. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, ging um 0,37 Prozent tiefer bei 1’527,77 Punkten und der breite SPI mit minus 0,28 Prozent auf 12’566,95 Stellen aus dem Geschäft. Am Ende standen sich im SLI zehn Gewinner und 19 Verlierer gegenüber. Lonza schlossen den Handel unverändert ab.

Die grössten Einbussen verbuchten unter den Schweizer Blue Chips einige Finanzwerte. So gaben Credit Suisse und Julius Bär um jeweils 1,8 Prozent nach, Swiss Re verloren 1,6 Prozent und Swiss Life 1,2 Prozent. Die Unsicherheiten an den Börsen schlagen zumeist auch direkt auf die Aktien von Banken und Versicherungen durch.

Unter Druck kamen aber mit den Konjunktursorgen auch Zykliker wie LafargeHolcim (-1,3%), Adecco (-1,0%), Kühne+Nagel oder ABB (je -0,9%). Seit Mittwochabend ist bekannt, dass die Papiere des Personaldienstleister Adecco im SMI jenen der Partners Group Platz machen müssen. Die Partners-Group-Aktie gewann am Donnerstag 0,4 Prozent dazu.

Die Pharmatitel von Alcon und Vifor rutschten um je 1,2 Prozent ab, während die schwergewichtigen Roche dem Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,7 Prozent etwas Halt gab. Nestlé (-0,4%) und Novartis (-0,7%) reihten sich derweil im Mittelfeld ein.

Geprägt wurde der weltweite Handel zuletzt von den gut laufenden Technologiewerten: Insbesondere die US-Technologiebörse Nasdaq feierte einen Rekord nach dem anderen. Das färbe auch auf die hiesigen Techwerte ab, hiess es im Handel.

Gefragt waren am Donnerstag die Bankensoftwaretitel von Temenos (+1,4%), jene des Sensorherstellers AMS (+1,1%) oder die des Computerzubehörspezialisten Logitech (+1,1%). Sie zählten im SLI nebst Sonova (+1,2%) und Givaudan (+1,1%) mit zu den grössten Gewinnern.

Die gute Stimmung der Tech-Branche verhalf auch Papieren aus den hinteren Reihen zu Kursgewinnen: Zu sehen waren dies bei SoftwareOne (+1,3%), U-blox (+1,0%) oder VAT (+2,0%). Der Vakuumventilhersteller VAT wusste zudem mit besser als erwarteten Geschäftszahlen zu überzeugen.

Im breiten Markt legten ausserdem Barry Callebaut (+1,5%) nach Umsatzzahlen zu. Zwar seien die Verkäufe in den ersten neun Monaten schwach ausgefallen, doch habe sich immerhin im Juni eine Besserung abgezeichnet, meinten Analysten.

Molecular Partners kletterten gar um knapp 14 Prozent in die Höhe. Die Biotech-Firma bringt sein Corona-Forschungsprogramm weiter voran und arbeitet künftig mit AGC Biologics zusammen, einem globalen biopharmazeutischen Auftragsentwicklungs- und Herstellungsunternehmen.

Dagegen sackten Idorsia mit -12 Prozent zweistellig ab. Sie litten unter Berichten über eine Aktienplatzierung: Die zum US-Konzern Johnson & Johnson gehörende Gesellschaft Cilag hat 11,8 Millionen Idorsia-Aktien platziert. Dies habe am Markt auch Ergebnissorgen hervorgerufen, sagten Händler. (awp/mc/ps)

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