CH-Schluss: SMI leicht im Plus – CS wieder unter Druck

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag einen insgesamt relativ wenig bewegten Handelstag knapp im Plus beendet. Nach einem leicht festeren Start fiel der Leitindex SMI am frühen Nachmittag zwar kurz leicht ins Minus, legte dann aber wieder etwas zu. Grundsätzlich sei die Stimmung weiter gut, hiess es im Handel. Die Konjunkturprogramme von US-Präsident Joe Biden und das schnelle Vorankommen mit den Impfungen blieben Treiber für die Aktienmärkte.

Nun warte man gespannt auf die Details zu Joe Bidens Plänen, die am (morgigen) Mittwoch vorgelegt werden, sagte ein Händler. Darüber hinaus hofften Investoren, dass der US-Arbeitsmarktbericht am Karfreitag stark ausfalle und damit die freundliche Stimmung ebenfalls unterstütze. Im Fokus hierzulande standen erneut die Titel der Credit Suisse. Die Papiere der zweitgrössten Bank rutschten nach einer ersten Erholungsbewegung zu Handelsbeginn wieder klar ab.

Der SMI schloss die Sitzung 0,29 Prozent höher bei 11’121,42 Punkten, im Tagestief war er auf knapp unter 11’080 Zähler gefallen. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die Gewichtung der einzelnen Titel gekappt ist, stieg derweil um 0,51 Prozent auf 1’802,09 und der breite SPI um 0,40 Prozent auf 14’087,42 Zähler. Dass die Investoren grundsätzlich weiter positiv gestimmt sind, zeigte sich auch im Verhältnis von Gewinnern zu Verlierern. Im SLI gab es 22 Gewinner und nur acht Verlierer.

Das Hauptinteresse der Investorenschaft lag auch am Dienstag bei den Aktien der Credit Suisse. Nach einem leicht freundlichen Start rutschten die Titel gegen Mittag wieder ab und schlossen den Handel um 3,1 Prozent tiefer. Bekanntlich war das CS-Papier am Vortag wegen der Archegos-Affäre um fast 14 Prozent abgesackt. Laut Händlern dürften die Titel volatil bleiben, solange keine genauen Zahlen über den Verlust in dieser Sache bekannt werden.

Investoren befürchten bereits, dass die Dividende für dieses Jahr ausfallen könnte und das Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Franken gestoppt wird. Ob mittelfristig gar mehr Kapital nötig sein wird, sei eine weitere Frage, meinte ein Händler. Mittlerweile notiert die CS-Aktie mit 10,41 wieder klar unter dem Jahresendkursen 2020 (11,40). Dies im Gegensatz zu den UBS-Titeln, die heute um 1,1 Prozent zulegten und damit im laufenden Jahr rund 18 Prozent im Plus stehen.

Auf der anderen Seite standen die Titel der Swatch Group. Hier sorgte eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank für einen Kursanstieg von 3,3 Prozent. Die Experten erwarten eine V-förmige Umsatz- und Gewinnentwicklung mit einem Umsatzanstieg von 26 Prozent im Geschäftsjahr 2021 und einem 15-fachen Anstieg des EBIT gegenüber 2020. Konkurrent Richemont (+2,4%) folgte mit etwas Abstand. Hier hatte die UBS das Kursziel erhöht und sich zuversichtlich für die Jahreszahlen des Unternehmens im Mai gezeigt.

Grosse Gewinne gab es u.a. auch bei Straumann (+3,2%) Alcon (+2,4%), Adecco (+2,4%) oder LafargeHolcim (+1,7%). Letztere sollten laut Händlern stark vom US-Konjunkturprogramm profitieren können.

Ihren zuletzt guten Lauf konnten auch die Titel von Nestlé (+0,7% auf 105,94 Fr.) fortsetzen. Nachdem das Papier in den ersten zwei Monaten 2021 von 104 Franken auf 95 Franken abgesackt war, notiert es jetzt klar über dem Endkurs von 2020. Etwas mehr Mühe hatten die beiden anderen SMI-Schwergewichte, nämlich die Pharmatitel Novartis (-0,6%) und Roche (-0,2%), obwohl beide am Morgen positive Medikamentennews vermelden konnten.

Schwach präsentieren sich bei den Blue Chips auch Lonza (-2,9%), Sonova (-1,1%) und AMS (-0,9%). Bei letzteren verwiesen Beobachter auf einen Kommentar von Oddo BHF. Darin berichtete der Autor von konkreten Anhaltspunkten, wonach AMS beim US-Grosskunden Apple im Bereich von Umgebungslichtsensoren Aufträge an den Gegenspieler STMicroelectronics verloren habe.

Im breiten Markt fielen die zuletzt stark gesuchten Wisekey (-12,5%) und Relief Therapeutics (-11,5%) mit grösseren Verlusten auf. Schlatter (-3,7%) litten unter der Zahlenpräsentation und Schweiter (-2,6%) unter einer Abstufung durch die UBS. Gesucht nach Zahlen waren hingegen Leclanché (+5,3%). Positiv in Szene setzen konnten sich auch Bellevue (+7,1%) und Medacta (+5,6%). (awp/mc/ps)

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