CH-Schluss: SMI gibt 1 Prozent auf 9335 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel zur Wochenmitte mit deutlichen Abgaben abgeschlossen. Nach einem schwächeren Start pendelte der SMI im Tagesverlauf lange um den Vortagesschluss herum. Kurz vor Handelsende rutschte der Leitindex jedoch deutlich ins Minus. Verantwortlich waren hierfür nach Zahlen einerseits Lonza, die stark nachgaben. Doch auch die Aktien der defensiven Pharma-Schwergewichte Novartis oder Roche belasteten. Andererseits sorgten laut Händlern die Entwicklungen an der Währungsfront für Abgabedruck. So schwächten sich sowohl der Euro als auch der US-Dollar im späten Handel zum Franken ab.

Von Konjunkturseite her gab es in der Eurozone einen Dämpfer für zuletzt aufgekommene Zinsfantasien. Die Preisentwicklung schwächte sich Anfang des Jahres ab und fiel auf den niedrigsten Wert seit vergangenem Sommer. In den USA wiederum schuf die Privatwirtschaft im Januar mehr Arbeitsplätze als zuvor erwartet, die Arbeitskosten im vierten Quartal stiegen dafür wie angenommen. Am Abend nach Börsenschluss richtet sich der Blick der Anleger dann noch auf die US-Notenbank Fed. Sie wird ihren Zinsentscheid veröffentlichen, zum letzten Mal unter dem Vorsitz von Janet Yellen. Eine Zinserhöhung wird dieses Mal nicht erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) ging um 1,04% tiefer bei 9’335,40 Punkten aus dem Handel und schloss so den Monat Januar leicht im Minus ab. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,93% auf 1’531,84 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,78% auf 10’737,45 Punkte sank. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 21 im Minus und neun im Plus aus dem Handel.

Lonza blieben am Mittwoch mit -5,9% der grösste Verlierer unter den Blue Chips, wobei sie ihre Verluste im Tagesverlauf noch ausgeweitet hatten. Der Lifesciencekonzern war mit Unterstützung des Capsugel-Kaufs gewachsen und profitabler geworden. Zudem hatte das Unternehmen von erheblichen Steuereffekten profitiert. Die Analystenerwartungen wurden aber nur teilweise erreicht. Bei der Dividende und beim Ausblick hatte man am Markt mehr erwartet. Im laufenden Jahr wird mit Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und mit einer Margensteigerung gerechnet.

Belastet wurde der Leitindex auch von den defensiven Pharma-Schwergewichten. Besonders die Titel von Novartis (-2,1%) gaben deutlich ab, doch auch Roche (GS -1,1%) verloren, wenn auch etwas weniger. Im Gegensatz dazu fielen die Abgaben beim dritten Schwergewicht Nestlé (-0,1%) nur minim aus.

Schliesslich schlossen auch die Papiere der Grossbanken CS (-1,1%) und UBS (-0,9%) tiefer, genauso wie die Aktien von LafargeHolcim (-2,1%) oder Dufry (-1,5%).

Im Gegensatz dazu erholten sich Julius Bär (+0,2%) kurz vor Handelsschluss wieder, nach dem sie den ganzen Tag teils deutlich negativ tendiert hatten. Die Bank blieb mit den verbesserten Jahreszahlen etwas hinter den Analystenerwartungen zurück, doch konnte sie die verwalteten Vermögen steigern, den Gewinn klar verbessern und die Dividende anheben.

Am positiven Ende des SMI/SLI-Tableaus waren auch Swatch (+0,6%), die an die starke Entwicklung vom Dienstag anknüpften. Am Handelstag hatten im Nachgang zu den Zahlen noch CS, UBS, Deutsche Bank, Kepler Cheuvreux oder Bryan Garnier ihre Kursziele angehoben. Das erwartete weitere Wachstum dürfte auch die Margen steigen lassen, heisst es dazu unter anderem. Richemont (-0,5%) gaben hingegen nach.

Zudem konnten sich die zuletzt arg gebeutelte Aryzta (+1,1%) etwas erholen. Auch Givaudan (+1,3%) und Sika (+0,7%) gingen mit einem Plus aus dem Handel. Für Schindler (+0,4%) hatte Vontobel das Kursziel mit Verweis auf ein besseres Momentum beim Umsatz und bei der Marge leicht angehoben (Bewertung weiterhin ‚Hold‘).

Im breiten Markt konnten sich die Aktien von Meyer Burger (+3,5%) nach mehreren aufeinanderfolgenden Tagen mit rückläufigen Kursen fangen und zu einer Gegenbewegung ansetzen. Weiter sorgten Rieter (+1,1%) mit Zahlen zu Umsatz und Auftragseingang für Gesprächsstoff. Der Hersteller von Spinnereimaschinen hat insbesondere in Asien deutlich mehr Bestellungen an Land gezogen und damit auch die Analystenschätzungen übertroffen.

Georg Fischer (+0,8%) verstärkte sich mit dem Zukauf der Tessiner Precicast Industrial und gewinnt damit einen Umsatz von 120 Mio CHF hinzu. Der Spezialist für Gussteile für Flugzeugtriebwerke und industrielle Gasturbinen wird der neue gebildeten Division Casting Solutions zugeordnet, in der auch die GF-Automotive-Sparte aufgeht. (awp/mc/pg)

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