CH-Schluss: SMI gewinnt 0,3% auf 9516 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag wieder zugelegt. Nach dem Taucher vom Vortag hat es auf die Woche gesehen allerdings nur knapp für ein Plus gereicht. Nach einem freundlichen Start bröckelten die Kurse nach dem Tageshoch kurz vor Mittag im weiteren Verlauf der Sitzung nach und nach ab. Die „taubenhaften“ Aussagen der EZB zur Geldpolitik vom Vortag hätten die Investoren nur vorübergehend etwas verunsichert, hiess es am Markt. Hierzulande trübte die anhaltende Stärke des Frankens zum US-Dollar und zum Euro die Laune der Investoren etwas. Und Aryzta fanden nach dem Einbruch des Vortages noch keinen Boden.

Grosse Aufmerksamkeit erhielt US-Präsident Trump anlässlich seines Aufenthalts am WEF in Davos. Seine Rede – er forderte unter anderem die Unternehmen zu Investitionen in den USA auf und schloss eine Rückkehr seines Landes zum Transpazifischen Handelsabkommen TPP nicht aus – sorgte allerdings für wenig Begeisterung. Die hiesigen Finanzmärkte reagierten denn auch ebenso wenig darauf wie auf eigentlich positive Konjunkturdaten aus den USA. Dort zeigte sich das BIP-Wachstum im vierten Quartal trotz einer leichten Wachstumsdelle weiterhin robust.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,34% höher bei 9’515,56 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein minimes Plus von knapp 0,1%. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 0,33% auf 1’559,91 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,33% auf 10’922,9 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 23 im Plus und 7 im Minus.

Aryzta befanden sich nach der Gewinnwarnung vom Vortag weiter im freien Fall und büssten nach den gut 20% Verlust vom Vortag weitere 8,9% ein. Die Schlagseite der Gesellschaft nehme ein immer grösseres Ausmass an, hiess es in Marktkreisen. Verschiedene Institute nahmen in der Folge die Einstufung für das Papier zurück, so etwa Kepler Cheuvreux und Berenberg auf „Hold“ von „Buy“ oder Société Générale auf „Sell“ von „Hold“. Das Szenario einer mehrjährigen Erholungsphase unter dem neuen Management sei vorerst vom Tisch, hiess es dazu bei Kepler.

Dahinter standen Givaudan (-1,7%) als zweitgrösste Verlierer im Anschluss an die Jahreszahlen im Fokus. Der Aromen- und Riechstoffkonzern hatte insbesondere beim Gewinn auch dank Steuereffekten besser abgeschnitten als erwartet, gelobt wurde zudem die Wachstumsbeschleunigung im vierten Quartal. Sorgen bereiteten allerdings die steigenden Rohstoffkosten und die hohe Vergleichsbasis. Zudem hatte man sich von der Dividende mehr erhofft.

Zu den Verlierern gehörten noch Bâloise (-0,9%), Swiss Re (-0,7%) oder Dufry (-0,6%).

Bei den zahlreicheren Gewinnern standen Vifor Pharma (+2,9%) zuoberst, für welche die Credit Suisse das Kursziel verbunden mit einem wohlwollenden Kommentar angehoben hat.

Clariant (+2,0%) holten einen kleinen Teil der Verluste des Vortages von über 8% wieder auf, als der Ausstieg des Grossaktionärs White Tale bekannt wurde. Baader Helvea etwa hob das Kursziel an, da damit gerechnet werde, dass die arabische Sabic den Anteil noch ausweiten werde. Und Goldman Sachs hielt die negative Reaktion nach dem Verkauf des Anteils durch White Tale für übertrieben.

Fester tendierten auch die Luxusgüterkonzerne Swatch (+0,7%) und Richemont (+0,9%), gestützt von Zahlen des Konkurrenten LVMH vom Vorabend. Logitech (+0,5%) erhielten von guten Umsatzzahlen bei Intel etwas Rückenwind.

Positiven Einfluss auf den Gesamtmarkt hatten Novartis (+0,6%), während Nestlé (+0,2%) und Roche (+0,1%) weniger auffielen.

Im breiten Markt standen vor allem Temenos im Fokus. Getrieben von Spekulationen um eine mögliche Übernahme durch das japanische Tech-Konglomerat SoftBank, hatte das Papier bereits am Vortag stark angezogen und am Freitag ging es vorerst noch einmal um über 6% nach oben. Dann dementierte das Unternehmen die Gerüchte und die Aktie brach ein. Letztlich resultierte ein Minus von 1,2%.

Jeweils nach Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr büssten SFS (-4,2%) und Starrag (-9,1%) markant und VP Bank (-0,6%) moderat an Terrain ein, wogegen die Aktien der Berner Kantonalbank (+1,4%) etwas anzogen. Leonteq wiederum wurden von einer Abstufung durch die UBS in den Keller geschickt und verloren 9,2%. (awp/mc/pg)

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