CH-Schluss: SMI deutlich fester – Optimismus nimmt zu

Boerse

Zürich – Die Hoffnung auf eine Beruhigung der Coronakrise hat am Montag der Schweizer Börse kräftig Auftrieb verliehen. In manchen Ländern scheint die Zahl der Neuinfektionen leicht rückläufig zu sein, und auch die Sterblichkeitsraten haben offenbar nicht zugenommen. Dazu kamen die optimistischen Äusserungen von US-Präsident Donald Trump, der „vom Licht am Ende des Tunnels“ gesprochen hatte. Dies liess laut Händlern die zuversichtlicher gewordenen Anleger in der verkürzten Vorosterwoche nach Aktien greifen.

Möglicherweise stehe der Markt nun wirklich am Anfang einer Bodenbildung, meinen Händler. Die Anleger wollten zwar nicht in das berühmte fallende Messer greifen. Sie wollten aber auch nicht den Beginn des Aufwärtstrends verpassen. Was für eine Bodenbildung spreche, sei dass die befürchtete zweite Verkaufswelle zunächst ausgeblieben sei, hiess es in einem Kommentar. Die Investoren blickten über das Coronavirus, seine Einschränkungen und Stilllegungen des wirtschaftlichen Lebens hinaus auf das Potenzial eines kraftstrotzenden Aufschwungs, hiess es weiter. Andere warnten dagegen vor Übermut und vor verfrühtem Optimismus. Die Investoren sollten sich vielmehr auf weiterhin volatile Märkte einstellen, so ein Händler.

Der SMI schloss nach einem Tageshoch im Frühhandel bei 9’522 Punkten um 2,38 Prozent höher bei 9’462,34 Zählern. Der SLI, in dem die 30 grössten Werte enthalten sind, stieg um 2,86 Prozent auf 1’364,06 und der breite SPI um 2,24 Prozent auf 11’544,88 Zähler. Bis auf Lonza (-0,3%) und SGS (-0,1%) schlossen die SLI-Werte höher.

Besonders angesagt waren Finanzwerte. Neben dem Tagesgewinner Julius Bär (+8,4%) legten auch UBS (+6,7%), CS (+5,6%), Swiss Life (+5,5%) und Partners Group (+5,0%) kräftig zu. Ihnen machte zuletzt besonders die Unsicherheit an den Finanzmärkten zu schaffen.

Aber auch Zykliker wie Swatch (+7,3%) und Richemont (+4,9%) sowie LafargeHolcim (+6,0%), ABB (+5,3%) und Adecco (+4,8%) waren sehr gefragt. Zu ABB hiess es, sie profitierten von Umschichtungen innerhalb des europäischen Investitionsgütersektors.

AMS (+6,8%) setzten nach der jüngsten Abgabewelle zu einer Erholung an. Der Sensorenhersteller will ein Aktienrückkaufprogramm starten.

Auf der anderen Seite hinkten die defensiven Werte Lonza (-0,3), Swisscom (+0,04%), Givaudan (+0,6%), Roche (+1,1%) und Nestlé (+1,6%) dem Markt hinterher.

Geberit (+0,5%) und Temenos (+1,2%) legten zwar zu, entwickelten sich aber ebenfalls schwächer als der Gesamtmarkt. Der Sanitärtechnikkonzern hat gemäss vorläufigen Zahlen im ersten Quartal trotz erster Auswirkungen der Corona-Pandemie in einigen Märkten ein Umsatzplus von 1,5 Prozent erreicht. In Franken resultierte allerdings ein Rückgang, und ab Mitte März begann sich für Geberit in gewissen Ländern die Corona-Epidemie negativ auszuwirken.

Temenos stand erneut unter Druck. Händler bezeichneten den Titel angesichts der für Banken schwierigen Phase trotz der jüngsten Einbussen eher als hoch bewertet.

Am breiten Markt schossen die Aktien von Igea Pharma um fast einen Fünftel in die Höhe. Die Firma teilte mit, sie habe von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Vertriebsgenehmigung für einen Antikörper-Test zur Erkennung des Coronavirus erhalten und beginne mit der Auslieferung zunächst vor allem in stark betroffene US-Bundesstaaten wie New York, Kalifornien und Louisiana.

Cosmo stiegen um 11 Prozent. Der israelische Partner RedHills hat die Zulassung für den sofortigen „Compassionate Use“ von Opaganib zur Behandlung von Covid-19 in Italien erhalten. „Compassionate Use“ bezeichnet den Einsatz von Arzneimitteln, die noch nicht genehmigt oder zugelassen sind, in besonderen Härtefällen.

Die Aktien von GAM stiegen um 12 Prozent. Auslöser war eine Kaufempfehlung von MainFirst, die die Hoffnung auf einen erfolgreichen Turnaround zusätzlich schürte.

Auf einen erfolgreichen Turnaround wetteten ausserdem die Käufer von Hochdorf (+11%). (awp/mc/ps)

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