CH-Schluss: SMI gibt 1,1% auf 8813 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Montagshandel erneut mit Abgaben beendet. Nach einer Erholung zum Handelsstart legte der SMI schnell wieder den Rückwärtsgang ein. Auf die Aufwärtsbewegung im frühen Handel hätten die Sorgen wieder Überhand gewonnen, kommentierte ein Händler das Marktgeschehen. Die Marke von 8’900 Punkten wurde noch am Morgen unterschritten, ab dem Nachmittag bewegte sich der Leitindex Richtung 8’800 Punkte.

Brexit und der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU standen im Fokus. Die Investoren verschrecke, dass die Regierung in Rom keine Anstalten mache, auf die EU zuzugehen. Das Szenario eines harten Brexit, also eines ungeregelten Austritts Grossbritannien, sei «das Damoklesschwert, das über den Märkten schwebt», hiess es. Am Nachmittag sorgten schlechter als erwartete Zahlen vom US-Hausmarkt für einen Dämpfer an der Wall Street. Die Tech-Werte auch hierzulande wurden durch negative Medienberichte zum iPhone-Absatz belastet.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 1,06 Prozent tiefer auf 8’812,61 Punkten und damit praktisch auf dem Tagestief. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor um 1,19 Prozent auf 1’367,06 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,15 Prozent auf 10’312,50 Punkte. Von den Blue Chips schlossen fast alle im Minus, einzig die defensiven Swisscom schafften ein Plus.

Schwächster Titel unter den Top-30 waren Temenos (-4,2%). Neuigkeiten gab es hierzu keine. Eine wahre Achterbahnfahrt legten im Tagesverlauf AMS (-3,0%) hin. Am Morgen hatten die Titel des Chip-Herstellers zeitweise noch um bis zu 7,7 Prozent zugelegt, im Tief betrug das Minus 4,6 Prozent. Ein «Wall Street Journal»-Artikel über einer Auftragskürzung von Apple an seine Zulieferer sorgte für den deutlichen Abwärtsdruck. Das belastete auch Logitech (-3,9%), für die iPhone-Zubehör ein wichtiger Umsatzträger ist.

Deutlich im Minus endeten auch die Aktien der Luxusgütertitel Swatch (-3,8%) und Richemont (-1,6%). Für Swatch hat Mainfirst das Rating auf «Neutral» von «Outperform» reduziert. Von Merrill Lynch gab es für beide Titel zudem Kurszielsenkungen, wobei für Swatch auch die «Sell»-Bewertung bekräftigt wurde. Bei den anstehenden Zahlen zu den Uhrenexporten erwarten Händler eher enttäuschende Werte.

Grössere Abgaben von zwei Prozent und mehr sahen auch Vifor Pharma (-2,3%), Schindler (-2,0%) oder Sonova (-2,1%). Der Hörgerätehersteller legt am Dienstag Halbjahreszahlen vor.

Bei ABB (-0,9%) gab es einmal mehr Spekulationen über einen Verkauf der Stromnetzsparte. Nachdem in der Vorwoche die Nachrichtenagentur Reuters entsprechende Meldungen publiziert hatte, folgte nun die «Financial Times». ABB kommentierte die Gerüchte aber nicht.

Die Schwergewichte gaben unterschiedlich stark ab. Nestlé (-1,3%) und Roche (-1,5%) verloren stärker. Novartis (-0,4%) wurde zeitweise von positiven Produktnews und einer Ratingerhöhung durch die Bank Goldman Sachs gestützt. So hat das Mittel Promacta in der Behandlung einer gewissen Form von Blutarmut in den USA den Status einer Erstlinientherapie erhalten, und für ein Brustkrebsmedikament zeichnet sich in Europa eine Zulassungserweiterung ab.

Vergleichsweise gering waren die Minuszeichen bei Finanz- und Versicherungstiteln wie etwa UBS (-0,4%), CS (-0,5%), Swiss Life (-0,3%) oder Julius Bär (-0,1%). Julius Bär veröffentlicht am Dienstag einen Zwischenbericht zum Geschäftsgang in den ersten zehn Monaten. Als einziger Blue Chip konnten Swisscom (+0,1%) zum Handelsschluss ein Plus aufweisen.

Auch am breiten Markt fanden sich Halbleiterunternehmen wie U-Blox (-8,3%) oder Sensirion (-5,5%) unter den grössten Verlierern. U-Blox wurden von der Credit Suisse von der Top Picks-Liste gestrichen.

An der Spitze der Verlierer standen jedoch Burckhard Compression mit Abgaben von gut 11 Prozent. Die UBS hatte die Bewertung für die Titel mit «Sell» wieder aufgenommen. Auch andere Industrietitel wie Dätwyler (-6,0%) oder Klingelnberg (-4,4%) schlossen tiefer.

Die Versandapotheke Zur Rose (-1,4%) hat Details zur geplanten Kapitalerhöhung publiziert. Edisun (+7,6%) oder auch Orell Füssli (+6,7%) legten deutlich zu, ohne dass es dazu Neuigkeiten gab. (awp/mc/pg)

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