CH-Schluss: Wenig verändert – Anleger vor Bilanzsaison vorsichtig

Boerse

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt haben sich zu Wochenbeginn die Aktivitäten und Kursbewegungen in Grenzen gehalten. Angesichts der Inflations- und Stagflationssorgen vor dem Beginn in die Berichtsaison zum dritten Quartal hielten sich die Anleger laut Händlern zurück. Sie fürchteten, dass die Firmenergebnisse zum Teil bereits von den steigenden Rohstoffkosten beeinträchtigt sind. Dies hätte dann auch negative Auswirkungen auf die Geschäftsprognosen und Markterwartungen, sagte ein Händler. Daher stellten sich die Investoren zunehmend auch die Frage, ob es in diesem Jahr überhaupt noch zu einem Jahresendrally kommen werde.

Seit einiger Zeit halten Inflationssorgen, steigende Energiepreise, die Furcht vor weiter steigenden Renditen, Lieferkettenprobleme, eine stockende Konjunkturerholung und die Schieflage des chinesischen Bauträgers Evergrande die Märkte in ihrem Banne. «Steigende Zinsen aus Angst vor Inflation bei gleichzeitig stagnierender Konjunktur sind die grössten Risikofaktoren für die Börse», kommentierte ein Händler. Nun hofften aber viele Marktteilnehmer, dass die in dieser Woche startende Berichtssaison frischen Wind bringen wird. In den USA machen die US-Grossbank JPMorgan am Mittwoch den Anfang. Hierzulande beginnt der Zahlenreigen am (morgigen) Dienstag mit den Umsatzzahlen von Givaudan.

Der SMI schloss um 0,06 Prozent höher bei 11’771,57 Punkten, wobei er sich zwischen 11’700 und 11’780 Punkten bewegte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, rückte um 0,07 Prozent auf 1899,64 und der breite SPI um 0,08 Prozent auf 15’144,59 Zähler vor. Im SLI legten 16 Titel zu und 14 gaben nach.

An der Spitze der Gewinner standen die Technologietitel Temenos (+3,5%) und AMS (+2,3%). Der Bankensoftware-Spezialist Temenos, der am Donnerstag nach Börsenschluss die Zahlen zum 3. Quartal veröffentlichen wird, hat mit der amerikanischen Mbanq eine strategische Partnerschaft abgeschlossen. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Service-Dienstleistungen für Genossenschaftsbanken in den USA anbieten.

Gefragt waren viele Aktien, die im laufenden Jahr stark gestiegen sind und zuletzt aber unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten. Dazu zählten etwa die Papiere der Medizinaltechnikfirmen Sonova (+1,4%), Straumann (+0,6%) und Alcon (+0,5%), aber auch zyklische Titel wie der Luxusgüterhersteller Richemont (+1,0%) sowie die Pharmatitel Lonza (+0,5%) und Roche (+0,6%). Roche hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA für seinen Alzheimer-Kandidaten Gantenerumab den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten. Dagegen hinkten Rivale Novartis (+0,1%) hinterher und Nestlé (-0,3%), ein weiteres defensives Schwergewicht, gab gar nach.

Vor den Umsatzzahlen konnten Givaudan (+0,6%) nach anfänglicher Schwäche doch noch klar in die Gewinnzone vorstossen. Die Analysten gehen laut AWP-Konsens von einem anhaltend starken Wachstum aus.

Auch unter den grössten Verlierern waren Werte zu finden, die im bisherigen Jahresverlauf gut gelaufen sind. Dies habe manche Investoren bei Zyklikern zu Gewinnmitnahmen veranlasst, hiess es. So verloren Kühne+Nagel (-0,8%), ABB (-0,6%) und Sika (-0,9%) an Wert. Aber auch die Finanzwerte Partners Group (-0,5%) und Swiss Life (-1,3%) büssten Boden ein. Den stärksten Abschlag im SLI verbuchten Holcim (-1,4%) nach kritischen Analystenkommentaren.

Unter den Verlierern waren auch Logitech (-0,9%) zu finden. Der Computerzubehör-Hersteller gehöre als Technologietitel zu den Wachstumswerten, denen steigende Anleiherenditen zu schaffen machten, hiess es am Markt. Dagegen profitierten die Grossbanken UBS (+0,5%) und CS (+0,3%) davon.

In den hinteren Reihen stachen Idorsia mit einem Kursverlust von 3,9 Prozent hervor. Das Biotechunternehmen hat über einen Misserfolg bei einer Studie berichtet. Die Titel vom Relief Therapeutics brachen um 17 Prozent auf 0,091 Franken ein. (awp/mc/ps)

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