CH-Schluss: SMI gewinnt 2% auf 7732 Punkte

CH-Schluss: SMI gewinnt 2% auf 7732 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch einen Teil seiner massiven Kursverluste der Vortage wettgemacht. Der Leitindex SMI legte phasenweise um über 200 Punkte zu und übertraf am Nachmittag für kurze Zeit sogar die 7’800-Punkte-Marke. Eine Gegenbewegung sei längst überfällig gewesen, hiess es im Handel. Seit Anfang Jahr beläuft sich das Minus des SMI nun auf gut 12%.

Trotz der Erholung blieben die meisten Experten nüchtern. Sie bezweifeln, dass es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt. Seit Jahresbeginn habe jede Erholung eine umso grössere Verkaufswelle nach sich gezogen. Und an den Rahmenbedingungen habe sich nichts geändert. Weiterhin würden die Sorgen um das Wachstum der chinesischen Wirtschaft, die tiefen Rohstoffpreise und die Furcht vor einer neuen Bankenkrise für grosse Unsicherheit sorgen. Der Schweizer Volatilitätsindex, der als «Angstbarometer» der Börse gilt, hat sich denn auch nur leicht zurückgebildet und notiert nach wie vor auf einem hohen Niveau.

Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss 1,96% höher bei 7’731,93 Punkten, wobei das Tagestief bei 7’582 und das Tageshoch bei gut 7’800 Stellen markiert wurde. Am Vortag war der SMI bis auf 7’540 Zähler abgerutscht, was dem tiefsten Stand seit Sommer 2013 entsprach. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, stieg um 2,03% auf 1’153,03 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 1,91% auf 8’019,35 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titeln standen am Ende bis auf fünf alle im Plus.

Die grössten Gewinne unter den Blue Chips verbuchten bei Handelsende die Aktien von LafargeHolcim (+5,4%). Die Zementpapier hatten an den beiden Vortagen aber insgesamt rund 13% verloren, nachdem der Co-Verwaltungsratspräsident nach nur einem Jahr seinen Abgang bekannt gegeben hatte.

Grosse Gewinner waren ausserdem die zuletzt stark gebeutelten Bankenwerte von UBS (+5,4%), Julius Bär (+4,7%) und Credit Suisse (+3,3%). Europaweit war ein ähnliches Bild zu sehen. Analysten zeigen sich aber weiterhin skeptisch, was die Robustheit und Werthaltigkeit der Bankbilanzen angeht. Angesichts möglicher Ausfälle bei Energiekrediten sei die Gefahr einer verhängnisvollem Abwärtsspirale unverändert gross.

Auch die Versicherungspapiere von Zurich (+3,1%), Swiss Re (+2,4%) und Swiss Life (+2,2%) waren stark gefragt, nur Bâloise (+0,9%) hinkten als einige Aktie des Sektors etwas hinterher. Die Zurich-Aktie steht am morgigen Donnerstag unter verstärkter Beobachtung, wenn der Konzern zum Zahlenrapport antritt. Nach der Gewinnwarnung von Ende Januar haben die Investoren vor allem die Höhe der Dividende im Blick. Ausserdem wurde im Vorfeld spekuliert, dass der designierte neue CEO Mario Greco nun doch schon früher starten könnte als bislang in Aussicht gestellt.

Actelion (+4,1%) knüpften an den starken Lauf vom Vortag an. Dabei dürfte eine Kaufempfehlung aus dem Hause HSBC für entsprechende Impulse gesorgt haben. Die am Vortag vorgelegten Resultate seien «stark» gewesen, hiess es. Am Dienstag hatten die Titel 1,1% höher geschlossen und waren damit im trüben Gesamtmarkt der einzige Lichtblick unter den Blue Chips. Zu den grossen Gewinnern zählten ausserdem noch Galenica (+4,0%).

Schub für den Gesamtmarkt gaben auch die Pharmaschwergewichte von Novartis (+2,1%) und Roche (+1,5%) sowie die gewichtigen Nestlé-Papiere (+1,6%).

Im Minus schlossen Kühne+Nagel (-0,1%), Givaudan (-0,3%) und vor allem SGS (-1,1%), Swatch (-1,4%) und Transocean (-1,6%). Givaudan und SGS hatten sich zuletzt vergleichsweise gut gehalten. Swatch dürfte laut Händlern unter einer Umsatzwarnung des Mitbewerbers Hermes gelitten haben. Bei Transocean war die Unsicherheit um die weitere Entwicklung der Ölpreise eine Belastung.

Am breiten Markt zogen Implenia um 7,5% an, nachdem eine Zeitung über gute Jahreszahlen berichtete. Georg Fischer stiegen um 3,1%, nachdem der Industriekonzern neue Aufträge im Volumen von über 20 Mio USD aus Asien vermeldete. Nach Zahlen legten die Papiere des Maschinenbauers Belimo um 0,6% zu. Auf der anderen Seite gaben die Bell-Aktien um 2,9% nach. Der Fleischverarbeiter hat sich im Bereich der Convenience-Salate mit der Übernahme der Eisberg-Gruppe verstärkt. (awp/mc/pg)

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