CH-Verlauf: SMI gibt Gewinne nach Rekordhoch weitgehend ab

CH-Verlauf: SMI gibt Gewinne nach Rekordhoch weitgehend ab
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Leitindex SMI hat am Dienstag nach einem freundlichen Handelsstart seine Gewinne weitgehend abgegeben. Belastet wird der Leitindex vor allem von den Schwergewichten Nestlé und Roche. Zu Handelsbeginn hatte der SMI noch eine Bestmarke gesetzt.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Lage im Nahen Osten. Zwar könnten die USA und der Iran bereits am Dienstag Gespräche aufnehmen, über Zeitpunkt und Rahmen herrscht jedoch weiterhin Uneinigkeit. Der Brent-Ölpreis setzte derweil seine Talfahrt fort und fiel um 0,4 Prozent auf 72,86 US-Dollar je Barrel (159 Liter).

Im Fokus stehen zudem Konjunkturdaten. So ist Chinas Industrie im Juni überraschend auf Wachstumskurs zurückgekehrt, getragen von einer robusten Nachfrage nach Hightech-Exporten. Im weiteren Tagesverlauf dürften zahlreiche US-Konjunkturdaten die Stimmung an den Finanzmärkten beeinflussen.

Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,03 Prozent auf 14’228,62 Punkte. Kurz nach Handelsbeginn war er mit 14’287 Punkten auf ein Rekordhoch gestiegen und hatte die bisherige Bestmarke vom vergangenen Donnerstag um rund 20 Punkte übertroffen. Im weiteren Verlauf schmolzen die Gewinne am Dienstagmorgen jedoch wieder deutlich zusammen und kurzzeitig notierte der SMI sogar im negativen Bereich. Der Mid-Cap-Index SMIM legt derweil um 0,42 Prozent auf 3183,92 Punkten zu und der SPI gewinnt 0,12 Prozent auf 20’064,45 Zähler.

Bei den Blue Chips sind die 11 Gewinner gegenüber den neuen Verlierern noch knapp in der Überzahl. Bremsend wirken die defensiven Schwergewichte Nestlé (-1,0%) und Roche (-0,9%), während Novartis (+0,9%) fester tendieren. Unternehmensnachrichten bleiben derweil rar.

Gefragt sind etwa ABB (+1,9%), die von einer Erholung der Technologiewerte profitieren. Auch Sika und Holcim gewinnen nach den Vortagesverlusten jeweils rund 1 Prozent hinzu. Weiter profitieren Lonza (+0,7%) von der angekündigten Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Visp.

Ebenfalls gesucht sind Kühne+Nagel (+0,8%). Der dänische Reedereikonzern A.P. Moller-Maersk hatte wegen der anhaltend starken Nachfrage im Containergeschäft seine Jahresprognose angehoben. Zudem hatten zuletzt mehrere Analysten ihre Kursziele für den Logistikkonzern erhöht.

Logitech grösster Verlierer
Die rote Laterne wiederum hält Logitech (-5,3% auf 75,28 Fr.). Die Bank of America hat die Aktie auf «Underperform» heruntergestuft und das Kursziel um 15 auf 70 Franken deutlich gesenkt. Seit dem Mehrjahreshoch von rund 100 Franken Anfang Juni haben die Titel inzwischen fast einen Viertel ihres Werts eingebüsst.

Ebenfalls schwächer notieren die Luxusgüterwerte Richemont (-1,0%) und Swatch (-1,6%) im Einklang mit den Branchennachbarn. Bei Richemont seien die positiven Geschäftsaussichten des Schmuckgeschäfts mittlerweile weitgehend im Aktienkurs eingepreist, heisst es in einem Kommentar von Julius Bär.

Halbleiterwerte weiter gefragt
Im breiten Markt knüpfen DocMorris (+1,3%) an die Vortagesgewinne an, auch wenn die Aufwärtsbewegung im Handelsverlauf etwas an Schwung verloren hat. Händler verweisen auf anhaltende Deckungskäufe nach den jüngsten Kursverlusten sowie auf positive Analystenkommentare.

Weiterhin gefragt bleiben Halbleiter- und Technologiewerte wie VAT, Comet, Inficon und AMS-Osram, die zwischen 1 und 2 Prozent zulegen.

Nur leicht im Plus liegen Aevis Victoria (+0,4%). Das Unternehmen hat weitere Einzelheiten zum geplanten Börsengang der Tochtergesellschaft Infracore bekanntgegeben. Aevis will seine Beteiligung vollständig behalten und nach dem IPO voraussichtlich rund 45,3 Prozent der Aktien halten.

Unter Gewinnmitnahmen leiden Centiel (-5,1%). Der Börsenneuling gehörte im ersten Halbjahr zu den grössten Überfliegern an der SIX und hat seinen Kurs seit dem Börsengang im Mai zeitweise vervierfacht. Trotz der aktuellen Korrektur und jüngster Managementverkäufe notieren die Titel noch immer mehr als dreimal so hoch wie zum Börsendebüt. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange
Aktueller Stand SMI bei Google

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert