CH-Schluss: SMI büsst 0,6% auf 9’399 Punkte ein

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat nach dem Steigerungslauf der letzten Tage eine Verschnaufpause eingelegt und am Dienstag klar nachgegeben. Der Leitindex SMI startete noch mit festeren Kursen in den Handel und setzte bei 9’469 Punkten gar ein neues Jahreshoch. In der zweiten Handelshälfte rutschte der Index jedoch in die Verlustzone ab und verlor kurz vor Schluss noch kräftig an Wert. Vor allem die Abgaben einiger Finanztitel oder auch die Kursverluste des Schwergewichts Nestlé belasteten.

Dem Handel am Dienstag hätten kurstreibende Impulse gefehlt und die Anleger hätten sich im Vorfeld eines wichtigen Entscheids zur US-Steuerreform zurückgehalten, meinte ein Händler. In Washington soll am Dienstagabend das republikanisch geprägte Abgeordnetenhaus über die Reform befinden. Die für die Trump-Regierung so wichtige Reform könnte somit ihre vorletzte Hürde nehmen, ehe auch der Senat darüber abstimmt. Die Aussicht auf tiefere Unternehmenssteuern hatte unter anderem die US-Börse auf neue Rekordhochs getrieben. Nun warten die Anleger auf die Umsetzung.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss den Handel am Dienstag um 0,56% tiefer bei 9’399,17 Punkten ab. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,55% auf 1’518,76 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,44% auf 10’764,36 Punkte. Von 30 wichtigsten Titeln gingen 26 im Minus, drei im Plus und ABB unverändert aus dem Handel.

Bei den Blue Chips zählten die Aktien von Lonza (-1,7%) und Richemont (-1,6%) am Berichtstag zu den grössten Verlierern, nachdem beide Titel am Vortag noch gekauft wurden. Weniger deutlich rutschte Richemont-Konkurrent Swatch (-0,3%) ab. In Analystenkreisen wird allgemein mit einer anhaltend guten Nachfrage nach Luxusuhren gerechnet, auch im neuen Jahr.

Grössere Abgaben waren derweil bei Vifor Pharma (-1,9%), Kühne+Nagel (-0,9%) oder auch Sika (-1,6%) zu sehen. Sika hatte bekanntgegeben, dass mit der Gründung einer Ländergesellschaft der Markt in Bangladesch verstärkt ins Visier genommen werden soll. Die Meldung war aber kaum der Grund für die Kurseinbussen, schliesslich kommentierten Analysten die Pläne mit lobenden Worten.

Im Finanzsektor drückten Versicherer wie Swiss Re (-1,3%) oder Zurich (-1,2%) auf den Index, während sich die Abgaben bei den Grossbanken Credit Suisse (-0,4%) und UBS (-0,2%) in Grenzen hielten.

Am Morgen liess die Citigroup verlauten, dass man die beiden Grossbanken für 2018 gut positioniert sehe, um für ihre Aktionäre Sonderdividenden oder Aktienrückkäufe zu lancieren. Entsprechend führt der US-Broker die CS-Titel als eines der „Top Picks“ für das kommende Jahr und auch die UBS wird weiter als Kaufgelegenheit gesehen.

Bei den defensiven Schwergewichte prägten Nestlé (-0,7%) vor allem zum Handelsende hin mit Abgaben das Geschehen. Aber auch Novartis (-0,4%) und Roche (-0,5%) wechselten in der zweiten Handelshälfte das Vorzeichen und belasteten so den Gesamtmarkt.

Die wenigen Gewinner wurden von Dufry (+1,6%) angeführt, gefolgt von Givaudan (+0,7%) zu sehen. Der Spezialchemiekonzern Clariant wird die Preise für alle seine Masterbatch- und Compound-Produkte erhöhen. Die Aktie startete gut in den Tag, büsste aber zum Schluss 0,3% ein.

Im breiten Markt zählten Cicor (+13%) zu den grössten Gewinnern. Die Titel wurden durch die Bank Vontobel hochgestuft. AMS (8,9%) legten dank eines positiven Fachartikels zur 3D-Sensorik-Technologie ebenfalls stark zu. Weiter seien die Titel von Deckungskäufen getragen worden, wie etwa auch jene von Leonteq (+3,3%) oder Meyer Burger (+4,4%), hiess es am Markt.

Santhera (-0,5%) legten eine Verschnaufpause ein. Innert einer Woche waren die Titel dank Übernahmespekulationen um rund 50% hochgeschossen. Am Dienstag hatte zunächst die Lancierung einer Awareness-Kampagne zur Bedeutung der Atmungsfunktion bei DMD die Titel weiter in die Höhe getrieben.

Die Titel des Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach (+2,5%) reagierten mit Avancen auf die Bekanntgabe der Eckpunkte des Angebots zur Übernahme wesentlicher Vermögenswerte von Asco Industries. Panalpina (-1,7%) schlossen dagegen nach News zum Zukauf zweier belgischer Spezialisten für die Abfertigung von importierten Frischwaren tiefer. (awp/mc/ps)

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