CH-Schluss: SMI büsst 0,4% auf 8’993 Punkte ein

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt schloss am Dienstag moderat im Minus. Der Leitindex fiel dabei wieder knapp unter die Marke von 9’000 Punkten, die er am Vortag nach knapp drei Wochen erstmals wieder überschritten hatte. An der Börse war von einem relativ lustlosen Handel die Rede, zumal auch von den US-Börsen zunächst keine klaren Impulse ausgingen. Rund um den ersten wichtigen Auftritt des neuen US-Notenbankchefs Jerome Powell hätten sich viele Investoren nicht gross exponieren wollen, hiess es.

Die Aussagen von Powell vor Vertretern des US-Kongresses fielen weitgehend wie erwartet aus. So sind seiner Meinung nach die Aussichten für die US-Wirtschaft gut. Der Nachfolger von Janet Yellen geht daher von weiteren graduellen Zinserhöhungen aus. Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten zeigten derweil ein gemischtes Bild. Hierzulande ging die Berichtsaison weiter. Ausserdem kündigten gleich drei Firmen an, sie strebten eine Kotierung an der Schweizer Börse an.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,37% tiefer bei 8’992,52 Punkten, wobei die Tages-Bandbreite von 8’968 bis 9’057 Stellen reichte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,32% auf 1’482,24 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,36% auf 10’356,17 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 20 im Minus, sieben im Plus und drei unverändert.

Bei den Blue Chips standen Swiss Life (+0,8%) im Fokus. Im Gegensatz zum rückläufigen Gesamtmarkt hielten sich die Papiere des Lebensversicherers den ganzen Tag über vergleichsweise gut. Das Unternehmen wuchs 2017 im gebührenbasierten und damit weniger kapitalintensiven Geschäft und verbesserte so den Geschäftsmix. Der eigentliche Lichtblick war Analysten zufolge aber die Eigenkapitalentwicklung begleitet von der Dividendenerhöhung um mehr als 20%.

Die anderen Versicherungstitel vermochten nicht mitzuhalten. So büssten Zurich 0,2%, Bâloise 0,8% und Swiss Re 1,0% ein. Bei Swiss Re half auch ein im Grundton positiv gehaltener Analystenkommentar von Vontobel nicht viel.

Die grössten Verluste im SMI/SLI erlitten derweil aber Swatch (-1,7%) und Lonza (-1,3%), wobei letztere am Vortag noch der Tagessieger gewesen waren. Ansonsten büsste kein Titel mehr als 1% ein.

Belastet wurde der Gesamtmarkt auch von den beiden Index-Schwergewichten Novartis und Nestlé (je -0,8%), die am Vortag den SMI mit deutlichen Gewinnen noch gut gestützt hatten. Das dritte Schwergewicht Roche schloss unverändert.

Mit einem klaren Minus gingen auch Kühne+Nagel (-0,7%) am Vortag der Zahlenpräsentation aus dem Handel. Analysten gehen davon aus, dass der Logistikkonzern dank des gut laufenden Welthandels ansprechende Zahlen wird präsentieren können. Die Papiere gehörten jedoch in den letzten Monaten zu jenen mit einer Überperformance.

Die kurze Gewinnerliste wurde derweil von den Papieren der Credit Suisse (+1,0%) angeführt. Die Titel der Grossbank und allgemein Bankaktien rücken laut Händlern wieder vermehrt in den Fokus von Investoren. Institutionelle Anleger jedenfalls würden ihre Bankenpositionen langsam wieder anheben, war am Markt zu hören.

Vergleichsweise klar zogen ausserdem die Papiere von SGS (+0,9%) und Adecco (+0,5%) an. Der Stellenvermittler wird am Donnerstag den Jahresabschluss 2017 vorlegen.

Nebst Swiss Life publizierten am Dienstag eine Reihe kleinerer und mittlerer Unternehmen ihren jeweiligen Zahlenkranz. Gemessen an der Kursreaktion stechen dabei Basilea (+1,4%) positiv und Arbonia (-2,4%) sowie die Jungfraubahn (-1,7%) negativ hervor. Basilea ist der Profitabilität nach eigenen Worten entscheidend näher gekommen; bei Arbonia monierten einige Markteilnehmer das Ausbleiben einer Dividende.

Vergleichsweise wenig bewegt nach Zahlen zeigten sich Allreal (-0,1%), BCGE (-0,6%), Bellevue (unv.), Bobst (+0,8%) und PSP Swiss Property (+0,7%).

Für Gesprächsstoff sorgen ausserdem Ankündigungen gleich dreier Publikumsöffnungen. So planen das Medizinaltechnikunternehmen Medartis und der Sensorenhersteller Sensirion den Gang an die Schweizer Börse. Zudem will die Onlineplattform Asmallworld ihre Papiere an der SIX kotieren lassen, wobei keine neuen Aktien ausgegeben werden sollen. (awp/mc/ps)

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