CH-Schluss: US-Arbeitsmarktbericht sorgt für weitere Verluste

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit deutlich tieferen Kursen aus der Sitzung gegangen. Die am Nachmittag publizierten Daten zum amerikanischen Arbeitsmarkt brachten keine Entspannung. Der Jobbericht lag eher am oberen Ende der Erwartungen, speziell die überraschend gesunkene Arbeitslosenquote. Da sich die Situation am Arbeitsmarkt also weiterhin sehr solide präsentiert, sahen die Investoren keine Hinweise darauf, dass die US-Notenbank demnächst das Tempo bei der Verschärfung der Geldpolitik drosseln könnte. Entsprechend drehte der SMI im Einklang mit schwach eröffnenden US-Börsen am Nachmittag ins Minus.

Die Verspannungen am Arbeitsmarkt hätten sich aus Sicht des Fed kaum ausreichend verringert, deshalb seien weitere kräftige Zinserhöhungen zu erwarten, hiess es etwa bei der Commerzbank dazu. Und laut einem weiteren Marktkommentar befeuert der Jobmarkt die ohnehin bestehenden Zinsfantasien. Die Hoffnungen hätten sich zerschlagen, dass der US-Arbeitsmarkt grössere Risse aufweise und somit die US-Notenbank in Zukunft eine behutsamere Geldpolitik einschlagen könnte.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Minus von 0,79 Prozent bei 10’308,57 Punkten. Auf Wochensicht verblieb nach drei negativen Tagen in Folge dank einem starken Wochenauftakt ein knappes Plus von 0,4 Prozent. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab 1,32 Prozent auf 1546,34 Punkte nach und der breite SPI 0,95 Prozent auf 13’190,98 Punkte. Auf 27 Verlierer kamen 2 Gewinner, Novartis traten an Ort.

Die grössten Verluste unter den Blue Chips verzeichneten AMS Osram (-10,5%), die damit die bis am Donnerstag erreichten Wochengewinne mehr als einbüssten. Belastend wirkte hier eine Rückstufung durch die Zürcher Kantonalbank auf «Marktgewichten» von «Übergewichten». Die Bank rechnet beim Sensoren- und Licht-Konzern bis Ende 2023 mit einer klar negativen Ertragsdynamik.

Aber auch von VAT (-6,5%) und Logitech (-5,7%) trennten sich Investoren im grösseren Stil. Als Belastungsgründe wurden in Händlerkreisen Aussagen von AMD und Samsung angegeben. Der Chipkonzern AMD hatte im dritten Quartal die Folgen der weltweiten gedämpften Wirtschaftsaussichten zu spüren bekommen und Samsung hat wegen der Schwäche des PC-Markts den ersten Gewinnrückgang seit 2019 erlitten.

Im breiten Markt fielen im Sog dieser Nachrichten technologielastige Werte wie Comet (-6,2%) oder Inficon (-4,8%) ebenfalls deutlich zurück.

Bei den Blue Chips büssten weiter volatile Aktien wie Straumann (-5,3%) oder Partners Group (-4,0%) markant an Terrain ein, aber auch ein in der Regel stabiler Wert wie Geberit (-3,1%).

Unangefochten an der Spitze beendeten dagegen CS (+5,4%) den Handel. Seit ihrem Allzeittief von vergangener Woche bei 3,52 Franken haben die Aktien mehr als einen Viertel zugelegt. Unterstützung kam am Berichtstag von der Ankündigung, eigene Anleihen zurückkaufen. Zudem hat die Rating-Agentur S&P ihr bisheriges Schuldenrating für die CS bestätigt.

Zu den beiden Gewinnern gehörten auch Temenos (+0,6%). Beim Bankensoftwarehersteller fordert der aktivistische Aktionär Petrus Advisers, dass die Firma «alle Optionen» überprüft, die zur Umsetzung der Strategie zur Verfügung stehen und verwies auf Interessenten für eine Übernahme. Gestützt wurde das Papier auch von einer bestätigten Kaufempfehlung durch HSBC.

Dass der Gesamtmarkt trotz des mehrheitlich roten Kurstableaus nicht stärker zurückfiel, verdankte er insbesondere den vergleichsweise stabilen Novartis (unv.), Nestlé und Roche (je -0,3%).

Im breiten Markt gaben Zur Rose 3,3 Prozent nach. Die Bestätigung der Einstufung «Buy» durch Warburg Research verlieh dem Titel keine grossen Impulse. Warburg Research hat gleichzeitig zwar das Kursziel auf 106 Franken etwas zurückgenommen, es liegt damit aber noch immer meilenweit über dem derzeitigen Niveau von 27,12 Franken.

Auffälligere Abgaben verzeichneten mit jeweils über 4 Prozent zudem Aktien wie GAM, Tecan oder Skan. (awp/mc/pg)

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