CH-Schluss: Aufwärtstrend hält an

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Dienstag erneut klar fester geschlossen. Der Leitindex SMI konnte die Gewinne am Nachmittag immer weiter ausbauen, und der breite SPI überstieg das Allzeithoch vom Januar 2018. Auch andere wichtige europäische Börsen, die am Dienstag über weite Strecken negativ tendierten, legten am Schluss dank positiver Impulse aus den USA zu. An der Wall Street dämmte der Dow Jones nach Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell und nach Konjunkturdaten seine Anfangsverluste sichtbar ein. Vor dem Bankenausschuss des US-Senats sprach Powell von einem günstigen Wachstumsausblick. Zudem hatte sich die Stimmung der US-Konsumenten im Februar deutlicher als erwartet aufgehellt.

Ausserdem scheint ein chaotischer Brexit etwas unwahrscheinlicher geworden zu sein, und auch die scheinbare Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit bot weiteren Rückenwind. Die britische Premierministerin Theresa May hatte im Londoner Parlament gesagt, dass sie eine Verschiebung des Brexit nicht mehr grundsätzlich ablehne. In Sachen Handelskonflikte wird gleichzeitig aber auch gewarnt, dass es keine „echten“ Fortschritte gebe und vermeintlich guten Nachrichten sehr stark überinterpretiert würden. Angesichts des guten Laufs seit Jahresbeginn könnte nun bald ein Punkt erreicht sein, in dem die Ignoranz gegenüber negativen Entwicklungen ende, sagte ein Marktteilnehmer.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann am Schluss 0,67 Prozent auf 9’461,21 Punkte. Eine gute Stunde vorher wurde ein neues 52-Wochen-Hoch bei 9’481,45 Punkten markiert. Zum Allzeithoch fehlen aktuell indes noch 155 Punkte.

Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte am Dienstag 0,75 Prozent auf 1’460,17 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,56 Prozent auf 11’047,79 Punkte. Der neue Intraday-Rekordstand liegt bei 11’068,94 Punkten.

Von den 30 Blue Chips gingen 28 im Plus aus dem Handel, während einzig AMS (-0,8%) verloren und Lonza unverändert schlossen. Beide Titel hatten am Vortag kräftig zugelegt.

An die Spitze konnten sich die Luxusgüterwerte Richemont und Swatch (je +2,0%) vorarbeiten. Die Titel legten weiter zu, nachdem es bereits am Montag angesichts der Aussicht auf ein möglicherweise baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China kräftig aufwärtsgegangen war. Die Kauflust chinesischer Konsumenten ist für die Luxusgüterbranche entscheidend.

Im Handel werden bei beiden Titeln noch länger anhaltende Anlagekäufe von Grossanleger erwartet, die für Luxusgüteraktien langsam wieder zu haben seien, wie es am Dienstag hiess. Die Kursverläufe der beiden Titel sind im laufenden Jahr allerdings sehr unterschiedlich: Richemont legten 22 Prozent zu, Swatch lediglich 4,6 Prozent. Randnotiz: Swatch hat derweil laut einem Medienbericht eine Beschwerde vor einem US-Gericht gegen Samsung eingereicht wegen nachgeahmter Ziffernblätter.

Weitere Zykliker wie LafargeHolcim (+2,0%) und Dufry (+1,8%) gewannen am Dienstag ordentlich hinzu. Für die Titel von LafargeHolcim nahm die Credit Suisse mit „Outperform“ die Bewertung der Aktien wieder auf.

Clariant (+1,2%) waren im Zuge eines nicht ganz so düsteren Ausblicks beim Rivalen BASF gesucht. Händler sprachen von einer Mischung aus Anlage- und Deckungskäufen.

Swiss Life (+1,0%) legten nach soliden Jahreszahlen am Schluss doch klar zu.

Roche (+0,9%) konnten sich erholen, nachdem die Schwergewichte den Markt am Mittwoch nach der Ankündigung der milliardenschweren Übernahme des US-Genspezialisten Spark Therapeutics noch eher belastet hatten. Novartis (+0,4%) und Nestlé (+0,2%) legten ebenfalls etwas zu.

Starke Kursausschläge gab es indes erneut am breiten Markt. Nach Zahlen brachen Implenia (-16%) ein. Das Bauunternehmen erlitt zum zweiten Mal in Folge einen deutlichen Gewinneinbruch und wäre gar beinahe in die roten Zahlen geschlittert.

Santhera hingegen (+40% auf 17,92 Fr.) setzten ihren Höhenflug vom Montag fort, nachdem die Papiere bereits zum Wochenstart ihren Kurs bis Handelsschluss mehr als verdoppelt hatten. Am Freitag waren die Titel zu Handelsende noch für 5,71 Franken zu haben. Auslöser für den deutlichen Kurssprung war eine am Montag vorgelegte Studie zur Langzeitwirksamkeit des Hauptproduktes Idebenon. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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