CH-Schluss: SMI verliert 1,3% auf 8’792 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag den Kursrutsch fortgesetzt. Der SMI schloss den dritten Handelstag in Folge im Minus und rutschte unter die Marke von 8’800 Punkten. Damit startete die Börse so in den Monat März, wie der Februar geendet hatte. Den Anlegern mache weiterhin die Aussicht auf steigende Zinsen zu schaffen und sie bringen weitere Gewinne auf ihren Dividendenpapieren ins Trockene.

Angesichts steigender Zinsen machten sich Investoren verstärkt Gedanken über die angemessene Bewertung von Aktien, hiess es im Handel. Dabei werde die derzeit laufende Korrektur von der Angst vor vier statt der bislang erwarteten drei Zinsanhebungen der US-Notenbank begleitet. Der neue Fed-Chef Jerome Powell gab dazu in einer Rede keine eindeutigen Indikationen. Anzeichen für eine Überhitzung der Wirtschaft gebe es nicht. Er erwarte weitere graduelle Zinsanhebungen sagte er lediglich. Unterdessen ist die Stimmung in der US-Industrie auf den höchsten Stand seit 2004 gestiegen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,28% tiefer bei 8’792,38 Punkten (Tagestief 8’775). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste 1,64% auf 1’445,17 Zähler ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,34% auf 10’121,25. Alle 30 wichtigsten Titel schlossen im Minus. Die Volatilität nahm derweil gemessen am VSMI nach dem Anstieg vom Vortag um 6,5% weiter zu.

Bei den Blue Chips brach der Kurs der Adecco-Aktien nach Vorlage der Geschäftszahlen um 8,2% ein und fiel unter die Marke von 70 CHF. Zuletzt lagen sie im September des vergangenen Jahres unter dieser Schwelle. Der Personalvermittler ist im vierten Quartal 2017 zwar etwas schneller gewachsen als noch im dritten, doch erfüllten die Gewinnzahlen die Erwartungen nicht. Zu Beginn des neuen Jahres zeichnet sich zudem wieder ein etwas schwächeres Wachstum ab.

Nebst Adecco verzeichneten auch Aryzta (-4,7%) starke Einbussen. Damit liegen die volatilen Titel des Backkonzerns gegenüber Ende 2017 bereits mit 40% im Minus. Der bei Kepler Cheuvreux zuständige Analyst rechnet mit schwachen Semesterzahlen, was aber angesichts der Gewinnwarnung vom letzten Monat nicht überrasche. Wichtiger werde bei der Vorlage der Zahlen Mitte März sein, dass das Management einen Plan für den Turnaround vorlege.

Mit deutlichen Abgaben gingen zudem auch Titel wie Lonza, Vifor Pharma (je -3,3%), Sika (-2,9%), Logitech (-2,8%), Clariant (-2,7%) und Swatch (-2,6%) aus dem Handel.

Kühne+Nagel rutschten nach den Verlusten vom Mittwoch um weitere 1,7% ab. Nach enttäuschenden Zahlen haben nun CS, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Berenberg ihre Kursziele für die Titel reduziert. Die Goldman-Analysten etwa gehen weiterhin von Preisdruck im Logistikgeschäft aus. Erneut wurden am breiten Markt auch die Konkurrenzpapiere von Panalpina (-2,2%) in Sippenhaft genommen.

Bei den Börsenschwergewichten verloren Novartis (-0,9%) und Nestlé (-1,1%) deutlicher, während Roche mit einem Minus von «nur» 0,3% bester Blue Chip war. Am Mittwoch hatten die Roche-Genussscheine mit einem Abschlag von 1,8% den SMI noch stark belastet.

Abgaben von weniger als 1% sahen auch Givaudan (-0,5%), Swiss Re und LafargeHolcim (-0,7%). Der Zementkonzern legt am Freitag Zahlen vor und hat ein Strategie-Update angekündigt.

Am breiten Markt hat am Berichtstag eine Reihe von Unternehmen mit der Vorlage von Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Ascom (Aktie: -6,3%) enttäuschte die Anleger mit einer Kürzung der Dividende, nachdem dem Technologiekonzern im vergangenen Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen ist. Sinkende Kurse verzeichneten nach Zahlen auch VZ Holding (-5,5%), SPS (-2,0%), Sunrise (-0,3%) oder Newron (-1,0%) auszumachen.

Der Vermögensverwalter GAM schlug sich derweil besser als am Markt erwartet und der Kurs legte um 1,3% zu. Und auch der Baukonzern Implenia (+3,5%) übertraf die Erwartungen der Analysten. Der Nahrungsmittel-Hersteller Orior (+0,8%) gab nebst den Geschäftszahlen auch noch die Übernahme des Biotta-Herstellers Thurella bekannt.

Der Batterienhersteller Leclanché, dessen Aktien am Mittwoch mit Sorgen um eine Überschuldung eingebrochen waren, sieht sich zumindest bis ins zweite Quartal 2019 ausreichend finanziert. Die Aktien rutschten dennoch um weitere 2,2% ab. (awp/mc/ps)

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