CH-Eröffnung: Steigende Ölpreise bremsen SMI erneut aus

CH-Eröffnung: Steigende Ölpreise bremsen SMI erneut aus
(Adobe Stock)

Zürich – An den internationalen Börsenplätzen sind die Kurstafeln am Donnerstag erneut überwiegend rot gefärbt. Erneut steigende Ölpreise sowie die insgesamt sehr unübersichtliche Lage im Nahen Osten zusammen mit erneuten Zoll-Eskapaden von US-Präsident Donald Trump drücken auf die Stimmung. Dass der SMI vergleichsweise stärker nachgibt, ist vor allem den Roche-Bons geschuldet, die ex-Dividende gehandelt werden.

Berichte über Angriffe auf Tanker und die Schliessung von Ölterminals haben die Rohölpreise erneut über die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel steigen lassen – ein Niveau, das die Inflationssorgen weltweit anheizt und höhere Zinsen befürchten lässt.

Die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie der US-Regierung, Öl aus strategischen Reserven freizugeben, habe sich als homöopathisches Beruhigungsmittel entpuppt, das lediglich die Symptome behandelt, heisst es in einem Kommentar. Die Sicherung und Wiederbelebung der Schifffahrt um Hormus wäre die eigentliche Lösung zur Bewältigung der Krise. Entsprechend werde die extreme Volatilität im Energiesektor auch weiter das Geschehen an den Märkten bestimmen, ergänzt ein Händler.

Trump läutet neues Zoll-Kapitel ein
Und als wären die Nerven der Investoren nicht schon angespannt genug, bringt die US-Regierung auch das Thema Zölle zurück auf die Tagesordnung: Die Trump-Regierung kündigte am Mittwoch neue Handelsuntersuchungen gegen China, Mexiko, die Europäische Union und mehr als ein Dutzend weitere Volkswirtschaften an, darunter auch die Schweiz. Ziel ist es, die sogenannten reziproken Zölle von Präsident Donald Trump zu ersetzen, die kürzlich vom Obersten Gerichtshof der USA für rechtswidrig erklärt wurden.

Der SMI fällt gegen 09.30 Uhr um 1,14 Prozent auf 12’811,05 Punkte zurück. Von den 20 SMI-Titeln geben alle ausser Partners Group (+1,1%) und Logitech (+0,3%) nach. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte gewinnt unterdessen 0,04 Prozent hinzu auf 2945,71 Punkte, während der breite SPI um 0,44 Prozent nachgibt auf 17’879,41 Punkte.

Wie es in einem charttechnischen Kommentar von BNP Paribas heisst, sei die Korrektur beim SMI möglicherweise noch nicht beendet. Auf dem aktuellen Stand stelle sich dem Index noch die Marke von 12’726 Punkten in den Weg. Falle dieser Punkt, dürfte ein Test des Tiefs bei 12’685 Punkten bevorstehen.

Auch die wichtigsten europäischen Börsenplätze starten mit Abgaben in den Tag.

Berichtssaison sorgt für Nachrichtenfluss
Neben den übergeordneten Einflussfaktoren läuft auch die Berichtssaison weiter auf Hochtouren. Dabei kommen die Zahlen der SMI-Mitglieder Swiss Life (-4,3%) und Geberit (-1,2%) nicht sonderlich gut an. Der Versicherer hat das Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2025 gesteigert. Gerade bei der Dividende hätten sich einige Akteure wohl mehr erwartet, heisst es. Geberit wiederum hat zwar die Erwartungen der Märkte erfüllt. Gleichzeitig wird in Marktkreisen auf die hohe Bewertung des Titels verwiesen.

Zudem fallen Roche (GS -3,4% oder -11,30 Fr.) mit einem überdurchschnittlichen Kursrückgang auf. Allerdings dürfte das eigentliche Minus kleiner sein, da der Pharmakonzern ex Dividende (9,80 Fr.) gehandelt wird.

Zahlen haben auch Accelleron (+14%) vorgelegt sowie aus den hinteren Reihen Bachem, Polypeptide und Kardex. Sie gewinnen bis zu 6,6 Prozent hinzu, wohingegen Interroll, Autoneum und Epic bis zu 6,1 Prozent verlieren. (awp/mc/ps)

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