CH-Schluss: SMI gibt zu Wochenschluss leicht nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag leicht nachgegeben. Nach wie vor umtreiben die Sorgen rund um das Corona-Krise die Märkte. Einen ersten Eindruck, wie die Folgen der Krise auf die Wirtschaft durchschlagen könnten, gab es aus dem US-Arbeitsmarkt. Über die ganze Börsenwoche hinweg konnte sich der Leitindex SMI jedoch weiter von den Mitte März bei 7’650 Zählern gesetzten Tiefstkursen absetzen.

Obwohl die Märkte sich jüngst etwas erholt haben, dürften weitere Taucher folgen, warnten Händler. Zuerst müsse es gelingen, die Pandemie weltweit einzudämmen, ehe sich die Börse weiter nachhaltig erholen könne. Die Ausbreitung des Virus ist aktuell besonders in den USA ein grosses Problem, da die Zahl der an Covid-19 Infizierten rasant steigt und bereits mehr als 6’500 Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben sind.

Am Freitag ging der SMI mit minus 0,31 Prozent auf 9’242,44 Punkten aus dem Handel. Auf die gesamte Woche verblieb ein Plus von 2,7 Prozent. Der SLI, in dem die 30 grössten Werte enthalten sind, verlor am Berichtstag 0,82 Prozent auf 1’326,09 Punkte. Der breite SPI, in dem im Gegensatz dazu Dividendenzahlungen berücksichtigt werden, stieg um 0,11 Prozent auf 11’286,08 Zähler. Am Ende standen sich im SLI 12 Gewinner und 17 Verlierer gegenüber. Die Roche-Genussscheine gingen unverändert aus dem Handel.

Erste Hinweise darauf, wie stark die US-Wirtschaft durch die Corona-Krise getroffen werden könnte, gaben die jüngsten Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt. In den beiden vergangenen Wochen haben mehr als 10 Millionen Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung gestellt. Im am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktbericht März kam das jedoch noch kaum zum Ausdruck, da dieser Mitte Monat erhoben wird. Die Arbeitslosenquote rückte auf 4,4 Prozent vor, dürfte aber Experten zufolge im zweiten Quartal auf über 10 Prozent anwachsen.

Am Schweizer Aktienmarkt zählten am Freitag die Papiere der Versicherungsgruppe Zurich zu den grössten Verlierern. Sie gaben um 9 Prozent beziehungsweise 30 Franken nach. Allerdings wurden sie zu 20 Franken ex-Dividende gehandelt. Andere Finanztitel wie Swiss Life (-1,8%) oder UBS (-1,5%) verbuchten im anhaltend unsicheren Marktumfeld ebenfalls Abschläge.

Am stärksten rutschten aber die Titel des Halbleiter- und Sensorenspezialisten AMS (-11%) ab. In die Aktie werde derzeit sehr viel Negatives im Kurs eingepreist, sagte ein Händler. Die Gruppe hat die für die Übernahme des deutschen Lichtkonzerns Osram aufgegleiste Kapitalerhöhung nun abgeschlossen.

Unter Druck standen zu Wochenschluss auch Zykliker wie die Uhrenhersteller Swatch (-3,1%) und Richemont (-1,7%) oder der Personalvermittler Adecco (-2,5%). Bei Adecco gehe die Sorge vor einer Aussetzung des Aktienrückaufs und einer Dividendenkürzung um, hiess es.

Eine starke Stütze für den Schweizer Markt sind defensive Papiere aus dem Gesundheitssektor wie Alcon (+1,7%) oder Novartis (+1,1%). Der Pharmakonzern Novartis und die Firma Incyte haben auf der Suche nach geeigneten Behandlungen zum Coronavirus eine Phase-III-Studie mit dem Mittel Jakavi lanciert. Lonza (+2,7%) und Nestlé (+1,3%) wurden ebenfalls gut nachgefragt.

Am breiten Markt brachen APG um 8,2 Prozent ein. Die auf Aussenwerbung spezialisierte Firma will für 2019 keine Dividende auszuschütten. Das Aussenwerbegeschäft sei nach den guten Monaten Januar und Februar im März voll von der Coronakrise erfasst worden, hiess es.

Dufry (-9,2%) sackten erneut ab. Angesichts der durch die Corona-Krise immer schwerer werdenden Situation trennten sich die Anleger von den Aktien des Reisedetailhändlers. Am Markt wurde gar die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung nicht mehr ausgeschlossen.

Zu den Gewinnern zählten die Aktien von Cosmo (+1,4%). Die italienische Pharmafirma, die an der SIX kotiert ist, sieht sich nach einer komplexen Neupositionierung für die Zukunft wieder gut aufgestellt und hält die Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr für möglich. (awp/mc/pg)

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