CH-Schluss: Freundlicher Ausklang nach negativem Handelsverlauf

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag mit etwas festeren Kursen geschlossen. Nach einem mehrheitlich negativen Tagesverlauf ist der SMI dabei erst kurz vor Handelsende in die Gewinnzone vorgestossen. Händler erklärten dies mit der derzeit üblichen Volatilität, konkrete Gründe für einen Stimmungsumschwung kurz vor dem Wochenende habe es nicht gegeben.

Das Tagesgespräch war indes die Corona-Erkrankung des US-Präsidenten Donald Trump. In einer heiklen Phase des Präsidentschaftswahlkampfs würden dadurch viele Fragen aufgeworfen, hiess es in Marktkreisen. Dabei seien die Unwägbarkeiten im Vorfeld der Wahlen wegen eines möglicherweise umstrittenen Wahlausgangs oder eines allfälligen Machtwechsels zu den Demokraten eh schon hoch. Inwiefern die Erkrankung Trumps Wahlchancen schmälert, hängt gemäss verschiedenen Beobachtern vor allem vom Verlauf der Infektion ab. Der Arbeitsmarktbericht aus den USA hatte kaum einen Einfluss auf das Börsengeschehen.

Der SMI legte 0,14 Prozent auf 10’252,4 Punkte zu. Im Wochenvergleich ergab sich ein moderates Plus von 0,4 Prozent. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, zog um 0,07 Prozent auf 1’562,25 Punkte an und der breite SPI um 0,17 Prozent auf 12’805,42 Punkte. Bei den 30 wichtigsten Aktien überwogen die Gewinner die Verlierer im Verhältnis 18 zu 12.

Unter Druck standen insbesondere konjunktursensitive Titel wie Richemont (-2,6%) und Swatch (-2,1%) oder Adecco (-1,0%) und Kühne+Nagel (-1,2%).

Auch Lonza (-1,7%) gaben für einmal klar nach, belastet von einer Abstufung durch JPMorgan auf „Neutral“. Die Margen-Erwartungen für den Pharmazulieferer seien zu hoch, hiess es unter anderem zur Begründung. Mit einem Plus von über 60 Prozent seit Jahresbeginn liegen Lonza aber noch immer klar an der Spitze der Blue Chips.

Temenos (-0,4%) waren ebenfalls nicht gefragt. Die Titel hatten bereits am Vortag zu den grössten Verlierern gezählt. Hier hatten Börsianer auf einen Kommentar von Baader Helvea verwiesen, der ein Fragezeichen hinter die Wachstumschancen des Spezialisten für Bankensoftware setzt.

Grösste Gewinner waren am Freitag Straumann mit einem Plus von 2,9 Prozent. Der Titel erhielt von einem positiven Kommentar von Jefferies etwas Unterstützung. Das Institut hat bei einem unveränderten Rating von „Hold“ das Kursziel nach oben angepasst.

Durchwegs fester präsentiert sich auch die Finanzbranche. So gewannen CS (+1,1%), Zurich (+1,0%), UBS (+0,9%) oder Swiss Re (+0,9%) allesamt klar hinzu. Am Morgen hatte es verschiedene Sektorstudien zur Bankenbranche gegeben. So zeigen sich etwa die Experten der SocGen zuversichtlich für Investmentbanken. Bei Goldman Sachs sehen die Experten in den zuletzt deutlich gesunkenen Bewertungen durchaus attraktive Möglichkeiten schlummern.

Der Anstieg des SMI am Nachmittag ging einher mit einer teils vorübergehenden Aufwertung der drei am stärksten gewichteten Aktien. Während sich Roche (+0,9%) klar im Gewinnbereich hielten, schlossen Novartis unverändert und Nestlé (+0,2%) minim höher.

Im breiten Markt zogen Ypsomed (+2,4%) klar an, nachdem das Unternehmen mit Neuigkeiten zu einem sogenannten klimafreundlichen, vorgefüllten Autoinjektor aufgewartet hat. Mirabaud bestätigte in der Folge die Kaufempfehlung für die Aktien.

Dagegen nahmen Investoren beim Pharmazulieferer Siegfried (-2,7%) nach den jüngsten Kursaufschlägen Gewinne mit. Verluste von rund 3 Prozent gab es zudem bei einigen Industrietiteln wie Phoenix Mecano, Mikron oder Feintool. (awp/mc/ps)

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