CH-Schluss: Starker Abschluss bringt Gesamtwoche ins Plus

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit festeren Kursen beendet und damit auch in der der Gesamtwoche zum zweiten Mal in Folge zugelegt. Nach einem verhaltenen Start hat der SMI mit Ausnahme einer kurzen Phase am späteren Nachmittag stetig zugelegt. Für die etwas nervösere Schlussphase waren die US-Aktien mitverantwortlich, welche sehr volatil eröffneten. Gestützt wurden die hiesigen Aktien zum Wochenschluss von ermutigenden Konjunktursignalen aus Europa. So haben Frankreich und Italien solide Industriedaten veröffentlicht.

Die allgemeine Stimmung mäandriert aber weiterhin zwischen Hoffen und Bangen. Das Investment-Komitee der Credit Suisse etwa rät „aus taktischer Sicht“ zur Vorsicht: zum Teil wegen der steigenden Infektionszahlen in den USA, andererseits aber auch wegen der geringeren Marktliquidität im Sommer verbunden mit einer entsprechend höheren Volatilität, was wiederum den politischen Risikofaktoren grösseren Einfluss geben kann. Gleichzeitig sieht die Bank wegen der Geldschwemme der Notenbanken und den extremen politischen Massnahmen zur Eindämmung von Corona mittelfristig weiterhin Aufwärtspotential.

Der SMI rückte schliesslich um 0,85 Prozent auf 10’229,97 Punkte vor. Auf Wochensicht ergab sich ein Plus von 1,0 Prozent. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte 1,02 Prozent auf 1’543,41 Punkte zu und der breite SPI 0,82 Prozent auf 12’670,41 Punkte. Bis auf drei schlossen alle der 30 wichtigsten Titel höher.

Mit Abstand grösster Gewinner waren AMS (+6,1%). Einerseits kam der Abschluss der Osram-Übernahme gut an, andererseits wirkte noch ein positiver Analystenkommentar vom Vortag nach. Beim Bankhaus Lampe wurde die Abdeckung der Titel mit „Buy“ aufgenommen. Der zuständige Analyst geht davon aus, dass AMS nun rasch Schulden abbauen werde.

Dahinter markierten einmal mehr Lonza (+2,1%) Stärke. Die Aktien wurden ihrem Ruf als bisheriger Shooting Star unter den Blue Chips in diesem Jahr einmal mehr gerecht. Im Vergleich zu Ende 2019 kosten die Titel gut 50 Prozent mehr und allein seit dem Jahrestief im März sind Lonza um rund 80 Prozent in die Höhe geschlossen.

Dahinter zogen auch CS (+2,1%), Sika (+1,9%), SGS (+1,8%) oder LafargeHolcim (+1,7%) überdurchschnittlich an. Mit verantwortlich für den starken Wochenschluss waren zudem die Versicherer, von denen Swiss Re (+2,0%) am gefragtesten waren, sowie insbesondere die schwergewichtigen Nestlé (+1,5%).

Im Gegensatz zu Nestlé landeten Novartis (+0,1%) weit hinten, während Roche (-0,3%) gar zu den wenigen Verlierern gehörten, welche ausschliesslich aus Werten aus dem Gesundheitssektor bestanden: Zu Roche gesellten sich Sonova (-0,2%) und Alcon (-0,1%).

Im breiten Markt gab es mehr Aktivitäten als bei den Blue Chips. So zogen etwa Ems-Chemie (+2,9%) nach Angaben zum ersten Halbjahr klar an. Der Spezialchemiekonzern hat zwar deutliche Umsatzeinbussen erlitten, die Erwartungen aber dennoch übertroffen und die hohe Marge beibehalten.

Nicht terminiert waren die Updates von Huber+Suhner (-3,1%) und der TX Group (-2,3%) zum Geschäftsgang der ersten sechs Monate, was beide Titel tauchen liess.

Unter die Räder kamen MCH (-9,7%). Der Messebetreiber holt sich über eine Kapitalerhöhung James Murdoch an Bord. Die Konditionen der Kapitalerhöhung wurden in Marktkreisen als überraschend bezeichnet.

Dufry (-3,1%) setzten ihre Kursschwäche nach einer Verkaufsempfehlung weiter fort, wogegen Meyer Burger nach der Genehmigung der Aktionäre für eine weitere Kapitalerhöhung um 3,8 Prozent teurer wurden. (awp/mc/pg)

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