CH-Schluss: SMI nach erneutem Rekord nur knapp im Plus

Boerse

Zürich – Die Schweizer Börse hat den Montagshandel mit einem leichten Plus abgeschlossen. Der Leitindex SMI konnte sich nach einem verhaltenen Start zu neuen Höchstständen aufschwingen. Im Nachmittagshandel ging es mit den Kursen dann jedoch wieder etwas hinab. In den USA wurde feiertagsbedingt nicht gehandelt. Das Geschäft verlief laut Händlern entsprechend in ruhigen Bahnen. „Wie meistens, wenn in den USA ein Feiertag ist, herrscht bei uns Flaute“, sagte ein Händler. Die Stimmung sei aber sehr gut und werde durch das jüngst unterzeichnete Teilhandelsabkommen der USA mit China weiterhin unterstützt.

Das Geschäft werde in den kommenden Tagen und Wochen jedoch mit Firmenberichten und Konjunkturzahlen belebt. Allein aus dem SMI/SLI legen am Dienstag mit UBS, Lonza und Logitech gleich drei Unternehmen Ergebnisse vor. Auch beginnt das Weltwirtschaftsforum in Davos, auf dem viele Firmenchefs und Politiker auftreten. Zudem könnten die Zinsentscheidungen in Japan am Dienstag und der Eurozone am Donnerstag die Kurse bewegen. „Für Impulse ist gesorgt“, sagte ein Börsianer.

Der SMI schloss 0,04 Prozent höher auf 10’846,29 Punkten. Am frühen Nachmittag hatte der Leitindex bei 10’867 Zählern abermals ein neues Allzeithoch markiert. Der SLI, der die 30 wichtigsten Aktien umfasst, stieg um 0,13 Prozent auf 1’667,73 und der marktbreite SPI um ebenfalls 0,13 Prozent auf 13’134,37 Zähler. Von den 30 SLI-Werten schlossen 20 im Plus, neun im Minus und einer (Adecco) unverändert.

An der Spitze der Gewinner standen Zykliker und Finanzwerte. Stark gesucht waren etwa Temenos (+2,3%) oder Clariant (+1,3%). Stärker zulegen konnten auch die Aktien der Versicherer Swiss Re (+1,4%), Zurich (+1,2%) und Swiss Life (+1,0%) sowie die Titel des Vermögensverwalters Partners Group (+1,1%). Etwas kleiner waren die Aufschläge bei Sonova (+0,7%), LafargeHolcim, Lonza oder Swisscom (je +0,6%).

Auch UBS (+0,6%) zeigten sich am Tag vor dem Jahresbericht freundlich. Die Titel des Rivalen Credit Suisse (+0,2%), der erst im Februar über den Geschäftsgang 2019 berichtet, hinkten klar hinterher.

Die Schwergewichte wurden ihren defensiven Ruf gerecht. Nestlé (+0,3%) lagen dabei vor den Pharmawerten Novartis (-0,1%) und Roche (GS +0,1%). Für Novartis hat Goldman Sachs das Kursziel auf 113 von 105 Franken angehoben. Die EU-Zulassung für das Novartis-Mittel Mayzent für eine besondere Form von MS war laut Händlern keine Überraaschung, nachdem der EMA-Ausschuss bereits im November seine Empfehlung für das Mittel abgegeben hatte.

Auf der anderen Seite fielen die Aktien von Richemont um deutliche 3,4 Prozent und die von Swatch um 3,1 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nachdem die Kurse am vergangenen Freitag um fast 5 Prozent gestiegen waren. Ein unerwartet guter Zwischenbericht des Genfer Konzerns hatte die Kurse der beiden Uhrenhersteller kräftig angeschoben. Am Montag hat Independent Research zwar das Kursziel für Richemont angehoben, die Einstufung aber auf „Verkaufen“ belassen.

Geberit (-1,1%) büssten nach einer Verkaufsempfehlung der Credit Suisse Terrain ein. Die Grossbank hat den Sanitärtechnikkonzern aus Bewertungsgründen auf „Underperform“ von „Neutral“ zurückgestuft. Alcon sanken um 0,9 Prozent, Schindler um 0,5 Prozent.

Im breiten Markt gewannen Medacta nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse 9,3 Prozent hinzu. Auch andere Pharma- und Biotech-Titel wie Addex (+11%), Evolva (+4,4%) oder Basilea (+4,0%) waren klar gefragt.

Die Aktien von Interoll fielen nach einem enttäuschendem Umsatzwachstum hingegen um 6,0 Prozent zurück.

Dufry (-4,5%) wurden durch die Sorgen um die neue Lungenkrankheit in China belastet. Dies könne sich auf den Reiseverkehr zum chinesischen Neujahr auswirken, so die Befürchtungen am Markt. Zudem sei der Kurs charttechnisch angeschlagen, nachdem eine Unterstützungszone gefallen sei.

GAM, die an vergangenen Freitag um mehr als 10 Prozent zugelegt hatten, büssten mit -5,2 Prozent einen guten Teil davon wieder ein. (awp/mc/pg)

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