CH-Eröffnung: Fester dank Nestlé und Roche
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Donnerstag mit festeren Kursen eröffnet, gestützt insbesondere von den starken Schwergewichten Nestlé und Roche. Nach zwei Tagen mit sinkenden Kursen nimmt damit der SMI wieder einen Anlauf auf die Marke von 14’200. Getragen wird die Stimmung von Berichten über Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran sowie von Hoffnungen auf eine nicht allzu restriktive Geldpolitik der Notenbanken. Im Fokus steht am Berichtstag vor allem der wegen des US-Nationalfeiertags vom Samstag auf heute vorgezogene Arbeitsmarktbericht in den USA.
Was die Geldpolitik angeht, so hatte der neue Fed-Chef Kevin Warsh am Treffen der Notenbanker in Portugal einen etwas weniger restriktiven Ton angeschlagen als von den Märkten erwartet. Aber nicht nur Warsh sondern auch EZB-Chefin Christine Lagarde habe auf die tieferen Ölpreise und das damit verbundene geringere Inflationsrisiko hingewiesen, betont etwa die Onlinebank Swissquote in einer Markteinschätzung. Dies könnte beiden helfen, die monetären Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten nicht allzu stark einzuschränken.
Der Leitindex SMI steht um 9.15 Uhr 0,48 Prozent höher bei 14’181,68 Punkten. Von den 20 Titeln notieren 16 höher und 4 tiefer. Der SPI zieht um 0,23 Prozent auf 19’962,73 Punkte an, wogegen der Mid-Cap-Index SMIM 0,23 Prozent auf 3151,28 Punkte nachgibt.
Ölpreis nur noch knapp über 70 Dollar
Der Ölpreis setzt derweil seine Talfahrt der vergangenen Wochen fort und notiert nur noch knapp über 70 US-Dollar je Fass der Sorte Brent. Die USA und der Iran haben nach Darstellung der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan in indirekten Gesprächen Fortschritte erzielt. Zudem sei vereinbart worden, die Gespräche so bald wie möglich nach den Trauerzeremonien für das getötete iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei fortzusetzen, was nach dem 9. Juli sein könnte.
Getragen wird der Gesamtmarkt insbesondere von den starken Nestlé (+1,7%). Nach zwei schwächeren Tagen nähern sich diese damit wieder dem Jahreshoch bei 84,65 vom März.
Auch Roche (+0,9%) tragen zur Stärke des Gesamtmarktes wesentlich bei. Die Pharmaaktien erhalten von positiven Daten zum Lungenkrebsmittel Divarasib Unterstützung. Novartis (+0,7%) liegen nach Erhalt einer EU-Zulassung für die Gentherapie Itvisma nur knapp dahinter.
Klarer gesucht sind zudem Kühne+Nagel (+1,6%).
Beim SMI-Schlusslicht ABB (-1,8%) setzen sich die Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau fort. Die Tech-Schwäche in den USA und Asien hinterlässt auch hier ihre Spuren.
Im breiten Markt leiden auch Huber+Suhner (-4,2%) unter der Skepsis gegenüber den Profiteuren vom Rechenzentren-Boom. (awp/mc/ps)