CH-Schluss: SMI rückt 0,1% auf 8’540 Punkte vor

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch in der Summe kaum bewegt. Erst reagierten die Dividendenpapiere erleichtert auf die Einigung im Haushaltsstreit Italiens mit der EU. Gemäss Händlern kam der Kompromiss zwischen Italien und der EU früher als erwartet. Insbesondere Banktitel profitierten. Für mehr als eine Atempause sorgte diese positive Nachricht jedoch nicht.

Am Nachmittag gab der SMI in gespannter Erwartung des Zinsentscheids der US-Notenbank Fed einen grossen Teil der Gewinne wieder ab. Die Mehrzahl der Experten erwarten trotz der erneuten Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Notenbank, dass das Fed den Leitzins um weitere 25 Basispunkte anhebt. Die US-Märkte starteten entsprechend im Plus.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,14 Prozent höher auf 8’540,16 Punkten nachdem er kurz vor Handelsschluss noch ganz leicht im Minus stand. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) erhöhte sich um 0,46 Prozent auf 1’314,35 Stellen. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gewann 0,13 Prozent auf 9’953,93 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Werten schlossen 23 im Plus.

Zu den Gewinnern des Handelstages gehörten Sonova (+2,6%) und Swatch (+2,4%) sowie die Zykliker Adecco (+1,8%), Schindler (+1,7%) und Sika (1,6%). Ebenfalls Auftrieb hatten die Finanztitel Swiss Re (+1,7%), Swiss Life (+1,3%), UBS (+1,0%) sowie die Aktien des Bankensoftwareunternehmens Temenos (+1,3%).

Die SMI-Schwergewichte Novartis (-0,1) und Nestlé (+0,1%) dagegen bewegten sich seitwärts und sorgten dafür, dass die hiesigen Indizes vergleichsweise wenig vorankamen. Trotz Erfolgsmeldungen zu zwei Wirkstoffen sogar deutlich im Minus schlossen Roche (-1,1%). Da der Pharmatitel in den letzten Wochen zu denjenigen Titeln mit den höchsten Gewinnen gehörten, scheinen Gewinnmitnahmen den Titel belastet zu haben.

Ebenfalls deutlich im Minus schlossen Kühne+Nagel (-1,5%) und AMS (-1,9%). Für den Logistiker belastend wirkte laut Händlern eine Gewinnwarnung des Logistikgiganten Fedex. Das hat auch den Titel von Panalpina (-3,9%) nach unten gezogen.

AMS dagegen wurde gemäss Marktbeobachtern angesichts immer neuer Hiobsbotschaften aus der Halbleiterbranche in Sippenhaft genommen. Als Auslöser der erneuten Talfahrt der Branche gilt der enttäuschende Umsatzausblick des Speicherchipherstellers Micron.

Im breiten Markt fielen GAM nach Stabilisierungsversuchen am Montag und Dienstag mit erneut hohen Abgaben auf (-6,4%). Nach der Gewinnwarnung von letzter Woche geht die ZKB davon aus, dass Kunden weitere Gelder vom Assetmanager abziehen. Zudem werde ein Übernahmeangebot immer unwahrscheinlicher.

Im Minus notieren nach einer Gewinnwarnung auch Gurit (-0,4%). Ebenfalls im Minus schlossen U-blox (-2,9%), Comet (-5,4%) und VAT (-2,0%). U-Blox wurden laut Händlern ebenfalls für den enttäuschend schwachen Ausblick des US-Branchenprimus Micron Technology mit Kursverlusten abgestraft, die Papiere der beiden Halbleiterzulieferer Comet und VAT Group hingegen für die geplante Kürzung der Investitionsvorhaben seitens der Amerikaner.

Georg Fischer dagegen waren nach der Ankündigung eines Wechsels an der Unternehmensspitze und einer Erhöhung des Ratings gesucht (+3,6%). Die Credit Suisse hat zudem das Rating auf Outperform von Neutral erhöht. Unter den Schweizer Industriewerten gehörten Georg Fischer ungerechtfertigt zu den fünf Werten mit den höchsten Verlusten, schrieb der Bankanalyst zur Begründung.

Kräftigen Aufwind hatten Molecular Partners (+25,2%) nach der Bekanntgabe der Partnerschaft mit dem US-Konzern Amgen. Dem Biotechunternehmen ist damit laut Analysten ein grösserer Wurf gelungen. Amgen zählt zu den führenden Unternehmen im Bereich der Krebsforschung. (awp/mc/ps)

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