CH-Schluss: Zinssorgen lassen SMI zurückfallen

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat nach leichten Abgaben am Vortag auch den Handel am Mittwoch im Minus abgeschlossen. Dabei fiel der Leitindex SMI unter die Schwelle von 12’400 Punkten. Die Luft sei auf den hohen Bewertungsniveaus dünn geworden und es fehlten weitere Kaufimpulse, hiess es im Handel. Nach einem gehaltenen Handelsstart weitete der SMI die Verluste in der zweiten Handelshälfte aus. Dabei übten vor allem die Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé Druck aus. Besser lief es den Finanzpapieren.

Zinssorgen und die Angst vor erneuten Corona-Lockdowns wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante lassen derzeit an der Börse kaum weitere Höhenflüge zu. Insbesondere mit Blick auf das anstehende Treffen der Chefs weltweit führender Nationalbanken in Jackson Hole neigen die Anleger zur Vorsicht. Sie befürchten, dass US-Notenbankchef Jerome Powell in seiner Rede am Freitag Signale auf den baldigen Beginn einer Straffung in der US-Geldpolitik aussenden wird. Dies könnte die Aktienmärkte unter Druck setzen, schliesslich ist die ultra lockere Geldpolitik ein wichtiger, wenn nicht der Treiber der Börsen-Hausse.

Der SMI verlor 0,58 Prozent auf 12’364,57 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 12’326 Zähler abgerutscht war. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab um 0,32 Prozent auf 2012,74 Punkte nach und der umfassende SPI um 0,47 Prozent auf 15’869,98 Stellen. Im SLI standen sich am Ende 10 Gewinner und 20 Verlierer gegenüber.

Stark belastend waren am Berichtstag die Verluste von Nestlé (-0,8%) und der beiden Pharmaschwergewichte Roche (-1,2%) und Novartis (-0,8%). Die Novartis-Aktien hatten bereits am Vortag deutlich nachgegeben. Auslöser war eine Meldung zu einem Studien-Misserfolg mit dem Medikament Kymriah. Demgegenüber stützte am Berichtstag der von der US-Arzneimittelbehörde FDA zum Produktkandidaten Asciminib erteilte «Priority Review»-Status kaum.

Grössere Einbussen waren auch bei den Partizipationsscheinen von Schindler (-1,5%) nach einer Ratingabstufung zu sehen. Ohne News rutschten derweil die Titel des Bankensoftwareherstellers Temenos mit einem Minus von 1,9 Prozent bei den Blue Chips am deutlichsten ab, gefolgt vom Computerzubehörspezialisten Logitech (-1,6%). Auch ABB (-1,5%), Alcon oder Givaudan (beide -0,8%) wurden abgestossen.

Auf der Gegenseite kletterten Credit Suisse um 3,2 Prozent in die Höhe. Händler sprachen von spekulativen Käufen, die dem Titel Auftrieb verliehen. Gerüchten zufolge sollen für die CS Kaufofferten vorliegen. Allerdings rückten auch die Branchennachbarn Julius Bär (+1,7%) und UBS (+1,1%) vor, während mit dem Personalvermittler Adecco (+1,8%) und dem Uhrenkonzern Swatch (+1,1%) auch zwei Zykliker auf den vordersten Plätzen zu finden waren.

Im breiten Markt kletterten Stadler Rail um 5,0 Prozent in die Höhe. Der Zughersteller hat die Anleger mit der Vorlage der Halbjahreszahlen überzeugt, wobei vor allem der Auftragseingang, die Bestätigung der Guidance und die Verbesserungen beim Cashflow positiv ins Gewicht fielen.

Fester schlossen nach Vorlage der Halbjahreszahlen auch die Papiere des Immobilienunternehmens Allreal (+2,2%), dagegen rutschten jene von Sensirion trotz guter Resultate um 2,0 Prozent ab. Der Sensorenhersteller hatte bereits im Juli auf die sehr gute Geschäftsentwicklung hingewiesen.

Die klarsten Kursgewinne erzielten Achiko mit einem Kurssprung von 14 Prozent. Das Healthtech-Unternehmen hatte von der indonesischen Gesundheitsbehörde die Zulassung für seinen Covid-19-Diagnosetest Aptamex erhalten. Cembra Money Bank büssten dagegen weitere 2,3 Prozent ein. Der Titel steht seit Montag unter Druck als bekannt wurde, dass der Detailhandelsriese die Kreditkartenkooperation mit Cembra auflöst. (awp/mc/pg)

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