CH-Schluss: SMI legt zum Wochenschluss weiter zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag erneut zugelegt und kann auf eine insgesamt erfreuliche Börsenwoche zurückblicken. Die Anleger zeigten sich dank der Hoffnung auf eine erfolgreiche Quartals-Berichtssaison und guter Konjunkturdaten aus den USA wieder klar risikofreudiger. Zudem stieg die Zuversicht, dass die Risiken aus der Pleite der chinesischen Evergrande eingedämmt werden können.

Positiv aufgenommen wurde an den Aktienmärkten am Freitag vor allem ein Anstieg der US-Detailhandelsumsätze im September – erwartet worden war ein Rückgang. «Die US-Wirtschaft zeigt sich also nach wie vor robust», meinte ein Ökonom. Ob nun die Korrekturphase der vergangenen Wochen bereits abgeschlossen ist, muss sich allerdings noch weisen. Angesichts der anhaltenden Debatte rund um den Inflationsschub und die Gefahren für die Weltkonjunktur sei eine Verlagerung des Interesses auf die Quartalsberichterstattung aber wohl zu begrüssen, hiess es.

Der SMI schloss den Handelstag mit einem Plus von 0,58 Prozent auf 11’961,34 Zähler. Innert Wochenfrist resultierte damit ein Plus um 1,7 Prozent für den Leitindex. Der SLI, in dem die Gewichtung der einzelnen Titel gekappt ist, stieg am Freitag 0,36 Prozent auf 1934,35 und der breite SPI rückte um 0,49 Prozent auf 15’436,66 Punkte vor. Von den 30 grösstkapitalisierten Werten schlossen 23 im Plus und sieben im Minus.

Im Fokus standen am Schweizer Markt am Freitag vor allem die Temenos-Aktien (-13,7%), die nach ungnädig aufgenommenen Quartalszahlen absackten. Der Hersteller von Bankensoftware blieb im dritten Jahresviertel beim Umsatz und dem Gewinn pro Aktie leicht hinter den Erwartungen. Kritisiert wurden einmal mehr aber auch hohe aktienbasierte Lohnbestandteile des Managements. Die Analysten von Goldman Sachs und UBS bekräftigten ihr Rating «Sell», während etwa die CS-Experten («Neutral») die negative Kursreaktion als übertrieben erachteten.

Gezogen wurde der Schweizer Markt von starken Finanzwerten. So machten bei den Grossbankenaktien vor allem Credit Suisse (+1,9%) weiter Boden gut, aber auch UBS (+0,6) zogen erneut an. Unterstützung kam aus den USA: Die Investmentbank Goldman Sachs legte am Berichtstag ein starkes Resultat vor, nicht zuletzt dank glänzender Geschäfte mit Fusionen und Börsengängen.

Klare Gewinne erzielten auch die Versicherungstitel Swiss Life (+1,2%), Swiss Re (+1,1%), während Zurich (+0,4%) etwas zurückblieben. Zuletzt hatten vor allem höhere Anleihenrenditen Anleger in die Finanzaktien gelockt.

Avancen gab es zudem für typische Zykliker wie die Aktien des Chipherstellers AMS (+1,7%) oder des Luxusgüterkonzerns Richemont (+1,2%). Vor allem die Richemont-Titel profitierten erneut von der Hoffnung auf eine Normalisierung der Handelsbeziehungen der USA mit China sowie von einem kürzlich vorgelegten guten Ergebnis des Konkurrenten LVMH, hiess es. Im Wochenvergleich legte das Richemont-Papier fast 10 Prozent zu.

Bei den SMI-Schwergewichten legten Nestlé (+0,4%) unter dem Marktschnitt zu. Stärkere Avancen gab es für die Pharma-Schwergewichte Roche (+0,9) sowie Novartis (+0,6%). Beide Pharmakonzerne hatten positive Produktenachrichten vorlegen können.

Zu den Tagesverlierern unter den Bluechips neben Temenos gehörten die Titel des Computerzubehör-Herstellers Logitech (-1,9%). Die Titel wurden laut Händlern durch eine Umsatzwarnung des US-Gaming-Herstellers Corsair belastet – Logitech verkauft unter anderem auch Zubehör für PC-Gamer.

Mit deutlichen Abschlägen gingen auch die stark gelaufenen Aktien des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (-2,7%) aus dem Handel. Am Markt wurde auf einen eher vorsichtigen Artikel der Financial Times zur Situation im Seefrachtgeschäft verwiesen.

Am breiten Markt schlossen Gurit (-4,0%) klar im Minus. Der Spezialkunststoffhersteller verfehlte mit seinen Angaben zu den ersten neun Monaten die Erwartungen der Analysten klar.

Nur leicht im Plus schlossen die Aktien des Vakuumventilherstellers VAT (+0,8%) trotz starken Neunmonatszahlen. Die Papiere zählen allerdings im laufenden Jahr zu den «Highflyern» an der Börse. Gut kamen die Umsatz- und Auftragszahlen des Blechbearbeiters Bystronic (Aktien +2,0%) an. (awp/mc/pg)

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