CH-Schluss: SMI schliesst nach EZB-Massnahmen kaum verändert

Boerse

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt haben die Indizes am Donnerstag nach einem Auf und Ab im Handelsverlauf kaum verändert geschlossen. Die am frühen Nachmittag bekanntgegebenen geldpolitischen Entschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) führten nur vorübergehend zu einem deutlicheren Kursanstieg, wobei der Leitindex SMI immerhin noch einen neuen Höchstwert markierte. Insgesamt entsprachen die EZB-Massnahmen etwa den Erwartungen am Markt.

EZB-Chef Mario Draghi kündigte ein umfangreiches Paket gegen die europäische Konjunkturschwäche an, das eine weitere Senkung der Negativzinsen auf Bankeinlagen und weitere Wertpapierkäufe umfasste. Das Ausmass des Kaufprogramms falle aber etwas geringer aus als erwartet, meinte ein Marktanalyst. Die in den vergangenen Tagen beobachtete „Sektorrotation“ am Schweizer Markt weg von defensiven hin zu risikoreicheren Werten fand zunächst ein Ende.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,04 Prozent tiefer bei 10’094,09 Punkten, nachdem der Index am frühen Nachmittag noch einen neuen Höchstwert bei 10’140,93 Punkten markiert hatte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,05 Prozent auf 1’549,38 Zähler nach, während der breite Swiss Performance Index (SPI) zum Vortag praktisch unverändert auf 12’249,42 Stellen schloss. Von den 30 Titeln des SLI schlossen je 15 im Minus respektive im Plus.

Zu den klaren Verlierern gehörten am Donnerstag die in den vergangenen Tagen noch gesuchten Grossbankenwerte Credit Suisse (-1,2%) und UBS (-0,9%). Für die Banken bedeuteten noch negativere Zinsen/Renditen nochmals schlechtere Ertragsaussichten, sagte ein Händler. Zudem würden die Titel von Befürchtungen belastet, dass die SNB nun ihrerseits mit einer weiteren Senkung ihrer Leitzinsen nachziehen könnte.

Schwach zeigten sich auch die Luxusgüterhersteller Richemont (-1,1%) und Swatch (-0,3%), nachdem die Titel noch wegen neuer Hoffnungen im Handelsstreit zwischen den USA und China klar im Plus eröffnet hatten.

Uneinheitlich zeigen sich derweil die Versicherungstitel. Während Swiss Life (-0,8%) klar im Minus schlossen, konnten Swiss Re (+0,3%) zulegen. Zurich (+0,7%) wurden von einer Kaufempfehlung der Analysten der französischen Société Générale gestützt.

Auch die grosskapitalisierten Pharmawerte entwickelten sich gegenläufig. So verloren Roche (-0,7%) klar, während die Novartis-Aktien (+0,1%) den Handelstag leicht im Plus beschlossen. Novartis wartete an einem Fachkongress mit erfreulichen Ergebnissen über die Wirksamkeit des MS-Mittels Mayzent auf.

Die Titel des SMI-Schwergewichts Nestlé (+0,5%) stiegen am Nachmittag klar ins Plus. Gesucht waren zudem die defensiven Swisscom-Aktien (+0,9%).

Zu den stärksten Gewinnern im SMI/SLI gehörten die volatilen Titel des Sensorenhersteller AMS (+1,2%). Das österreichische Unternehmen, das die deutsche Osram übernehmen will, hat offenbar mehrere mögliche Käufer für die Osram-Digitalsparte gefunden. Ebenfalls stark im Plus schlossen die SGS-Titel (+1,5%). Der Genfer Warenprüf- und Inspektionskonzern könnte einer der Profiteure der Beilegung des Handelsstreits der USA mit China sein, hiess es.

Am breiten Markt gaben die Aktien von Dormakaba um 2,5 Prozent nach. Die Schliesstechnikfirma hatte mit ihrem am Morgen vorgelegten Abschluss für das Geschäftsjahr 2018/19 die Analystenerwartungen verfehlt. Auch der Ausblick für das neue Geschäftsjahr liege leicht unter den Erwartungen, hiess es.

Abgaben gab es auch für den Energiekonzern Romande Energie (-3,2%). Dieser konnte zwar den Umsatz im ersten Halbjahr stabil halten, wegen Absicherungsgeschäften und wegen der Beteiligung am Energiekonzern Alpiq brach der Gewinn aber regelrecht ein.

Positiv aufgenommen wurde derweil das vom Zahntechnikunternehmen Straumann (Aktien +1,4%) bekannt gegebene Joint Venture mit einem Anbieter in Hongkong. Medacta (+2,6%) setzten den Höhenflug fort. Der Medizintechniker befindet sich seit der Vorlage des Geschäftsberichts vor gut einer Woche im Aufwärtstrend. (awp/mc/pg)

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