CH-Schluss: SMI gibt 0,5% auf 9042 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel im Minus beschlossen. Der Leitindex SMI hatte am Morgen bereits mit Abgaben eröffnet, sank zwischenzeitlich Richtung 9’000-Punkte-Marke und konnte sich dann ab dem Mittag wieder etwas erholen. Belastet wurde der Markt laut Händlern von den Unsicherheiten mit Blick auf die Türkei und den Handelsstreit.

Euro und Dollar hatten am Morgen zum Franken klar abgegeben. Angesichts der Währungskrisen in der Türkei und in Argentinien sei der Franken wieder als sicherer Hafen gefragt, hiess es. Bei den hiesigen Titeln kommen damit einerseits Exporteure unter Druck. Bei den Finanzwerten belasten andererseits Sorgen um mögliche Kreditausfälle. US-Konjunkturdaten wie eine höhere Inflation oder mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet konnten die Stimmung nicht drehen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,46 Prozent tiefer auf 9’042,06 Punkten (Tagestief 9’006). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsste 0,49 Prozent auf 1’479,11 Zähler ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,39 Prozent auf 10’804,66 Punkte. Von den 30 Titeln schlossen 25 im Minus und fünf im Plus.

Die schwankungsanfälligen Aryzta-Aktien (-2,9%), die Ende September aus dem SLI fallen, waren einmal mehr schwächster Blue Chip. Schwach zeigten sich aufgrund der Franken-Stärke auch Swatch (-1,9%), während Wettbewerber Richemont (-0,4%), der in Euro bilanziert, deutlich geringere Abgaben verbuchte.

Ganz vorne auf der Verliererliste fanden sich weitere Zykliker und Finanztitel. So büssten Julius Bär 1,5 Prozent ein, CS 1,4 Prozent und UBS 0,9 Prozent. Laut Händlern belasteten Sorgen zur Türkei. Ein Grossteil der milliardenschweren Auslandsschulden, die bis Mitte des nächsten Jahres fällig werden, entfallen auf Banken. Auch die angespannte Finanzlage Argentiniens wurde mit Sorge betrachtet.

Überdurchschnittliche Abgaben waren auch bei Zyklikern wie Kühne+Nagel (-1,7%), ABB (-1,0%), Givaudan, Logitech oder LafargeHolcim (je -0,6%) zu sehen.

Swisscom (-1,1%) setzte den Abwärtstrend fort. Die Papiere befinden schon seit Anfang Monat auf Talfahrt und nähern sich allmählich ihrem Mehrjahrestief. Die Schwergewichte Novartis (-0,2%), Roche und Nestlé (je -0,3%) gaben dem Gesamtmarkt keine Stütze.

Sonova legten um 1,2 Prozent zu und erholten sich damit etwas von den Abgaben (-2,8%) am Mittwoch. Auch SGS und Schindler (je +0,4%) sowie Bâloise (+0,3%) können etwas zulegen.

Partners Group (+0,2%) hatte am Morgen einen Wechsel an der Führungsspitze vermeldet. Co-Chef Christoph Rubeli übergibt seinen Führungsposten bis Jahresende an David Layton, bleibt aber als Partner an Bord. Unter Layton soll das Private-Equity-Geschäft vorangetrieben werden.

Im breiten Markt reagierten Meyer Burger (-4,6%) mit Verlusten auf den Austausch des Finanzchefs. Die Papiere von Asmallworld (-6,8%) schlossen nach Zahlen klar im Minus. Das soziale Netzwerk hatte in der ersten Jahreshälfte einen höheren Verlust eingefahren, obwohl der Umsatz verdoppelt wurde. Nach der Publikation eines Halbjahresverlusts gaben auch Hochdorf (-1,4%) nach. Das Biotechunternehmen Molecular Partners (-0,7%) hat seinen Semesterverlust etwas verringert und den Ausblick präzisiert.

Bei GAM (-11%) ging es weiter deutlich bergab. Die Credit Suisse hatte das Kursziel für den Vermögensverwalter halbiert. Bereits am Mittwoch hatte der Titel klare Abgaben hinnehmen müssen. Auch VAT (-3,7%) verloren nach einer Abstufung durch die UBS auf «Neutral» von «Buy».

Inficon (+3,2%) profitierten hingegen von einer Ratingerhöhung durch die UBS. Die Grossbank empfahl den Titel neu zum Kauf nach einer zuvor neutralen Einstufung. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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