CH-Eröffnung: Freundlicher Handelsstart

CH-Eröffnung: Freundlicher Handelsstart

Zürich  – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag sehr freundlich in den Handelstag gestartet. Das Sentiment wird Händlerangaben zufolge von guten Vorgaben aus Asien gestützt, wo positive Wirtschaftsdaten aus China für Rückenwind gesorgt hatten. Auch das Ausbleiben von schlechten Nachrichten habe zur Stabilisierung der Märkte beigetragen, erklären Beobachter.

Mit einer Reihe von Konjunkturdaten aus der Eurozone rücke am Berichtstag diese Region jedoch wieder in den Fokus der Investoren, hiess es. Zudem hält sich Marktteilnehmern zufolge die Hoffnung auf eine weitere Runde geldpolitischer Lockerung durch die US-Notenbank («QE3»), weshalb die Rede von deren Chef Ben Bernanke am Freitag als das Ereignis der Woche gelte. An gleicher Stelle hatte er bereits QE2 angekündigt.

Bis um 09.30 Uhr gewinnt der SMI 1,81% auf 5’237,34 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index steigt um 1,93% auf 777,02 und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 1,60% auf 4’756,03 Punkte.

Im Fokus der Investoren stehen die Valoren der UBS, die sich um 2,6% verteuern. Die Grossbank gab Details zu dem im Juli angekündigten Sparprogramm bekannt. Das Institut will bis Ende 2013 ihre jährliche Kostenbasis um rund 2 Mrd CHF senken. In diesem Zusammenhang ist der Abbau von rund 3’500 Stellen geplant. In Analystenkreisen werden die Informationen insgesamt als neutral beurteilt. Einige Experten hatten sich allerdings im Investment Banking tiefere Einschnitte erhofft, würden doch nur 45% der wegfallenden Stellen auf dieses Geschäftsfeld entfallen.

Der Grund für die positive Notierung liege aber vielmehr bei den positiven Vorgaben aus dem asiatischen Handel, erklärten Händler. Dies sei an der Kursentwicklung bei Credit Suisse ablesbar, die mit plus 3,4% deutlicher als UBS anziehen. Das Handelsgeschehen werde bei den Papieren der Schweizer Grossbanken auch weiterhin in einem hohen Grad von der Entwicklung des europäischen Bankensektors abhängig sein, hiess es im Handel.

Die Versicherungen sehen ZFS (+2,3%) und Swiss Re (+2,2%) deutlich im Plus. Letztere werden von einer Kaufempfehlung durch die UBS gestützt. Die jüngsten Kursrücksetzer seien übertrieben, heisst es in der Studie zum europäischen Versicherungssektor.

Grosse Gewinne verzeichnen auch Richemont (+3,6%) und Swatch (+2,5). Die Papiere profitieren von unverändert starken Uhrenexporten; diese sind im Juli um mehr als 20% gewachsen. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) sprach von einem «Glanzresultat».

Zuletzt stark gebeutelte zyklische Valoren werden vorbörslich gesucht: ABB steigen um 2,3%, Adecco um 2,0%, Clariant um 2,6%, Holcim um 1,1% und Logitech gar um 4,6%. Die zuletzt starken Novartis (+1,6%), Nestlé (+1,3%) und Roche (+1,5%) fallen hingegen leicht hinter den Gesamtmarkt zurück und zollen ihrem defensiven Charakter Tribut.

Im breiten Markt stechen der Flughafen Zürich (+5,8%) sowie Lindt&Sprüngli (PS: +5,0%) nach Halbjahreszahlen positiv hervor. Beide haben die durchschnittlichen Analystenschätzungen deutlich übertroffen.

Weniger gut meint es die Börse hingegen mit Charles Vögele (-8,4%) oder Lifewatch (-9,0%). Das Bekleidungsunternehmen hätte auch unter Ausrechnung einer Goodwill-Abschreibung von 36,2 Mio CHF die Schätzungen der Analysten verfehlt. Das Resultat sei deutlich schwächer ausgefallen, als nach der bereits im Mai erfolgten Gewinnwarnung erwartet wurde, resümiert die ZKB in einer ersten Stellungnahme. Auch die abermalige Senkung des Ausblicks sei enttäuschend. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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