CH-Eröffnung: Gewinnmitnahmen

CH-Eröffnung: Gewinnmitnahmen

Zürich – Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit tieferen Notierungen in den Handel gestartet. Während die meisten Börsen Asiens feiertagsbedingt geschlossen blieben, sind die US-Vorgaben eher negativ. Top-Thema am Aktienmarkt bleibt laut Händlern aber die Schuldenkrise in Europa. Der Markt harre weiter einer Lösung in Griechenland, angesichts der anhaltenden Unsicherheit in der Eurozone komme es daher zu Gewinnmitnahmen.

Die sich hinziehenden Verhandlungen mit Griechenland würden das Sentiment belasten und für eine gewisse Unruhe sorgen, hiess es im Handel. Zudem werde auch Portugal wieder zunehmend ein Thema an den Finanzmärkten. Impulse könnten am Vormittag die Bekanntgabe der Einkaufsmanagerindizes aus Europa setzen. In der Schweiz stehen nach Zahlen des Mitbewerbers Siemens die Aktien von ABB im Fokus. Petroplus brechen nach einer Pleiteankündigung ein.

Der Swiss Market Index (SMI) sinkt bis um 09.30 Uhr 0,44% auf 6’100,82 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,64% auf 924,96 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,50% auf 5’509,22 Punkte ein.

ABB sacken im frühen Handel deutlich um 2,8% ab, womit sie sich ganz am Ende des SMI-Tableaus einreihen. Händler verweisen auf einen «sehr enttäuschenden» Quartalsbericht des Mitbewerbers Siemens. Die Deutschen haben im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 die Turbulenzen der Weltkonjunktur zu spüren bekommen und sehen auch keine schnelle Besserung der angespannten wirtschaftlichen Lage.

In den zuletzt stark gesuchten Finanzwerten werden Gewinne realisiert. Die Bankaktien hatten in den letzten drei Handelstagen teilweise um über 10% zugelegt. Bis dato sinken Credit Suisse um 1,3%, Julius Bär um 0,9% und UBS um 1,8%. Die Versicherer sehen ein Minus von 0,9% bei ZFS, während die Papiere von Swiss Re 0,7% tiefer notieren. Der Ausgang der Verhandlungen über den Schuldenschnitt für Griechenland werde bei den Finanzaktien den weiteren Weg weisen, sagten Beobachter.

Auch in verschiedenen konjunktursensitiven Valoren werden aufgelaufene Gewinne mitgenommen: Geberit sinken um 1,0%, Nobel Biocare um 0,6%, Holcim um 0,6% und Schindler um 0,6%. Clariant schneiden mit -0,1% etwas besser ab und in Logitech (+0,2%) beziehen Investoren vor der Ergebnispublikation vom Donnerstag schon einmal Position.

Bereits am (morgigen) Mittwoch wird Novartis (Aktie -0,2%) die Zahlen für 2011 vorlegen. Analysten gehen von einem leicht tieferen Gewinn aus. Der Pharmasektor erhält mit Roche (+0,1%) und Actelion (unverändert) wieder einmal den Vorzug und profitiert damit von seiner defensiven Eigenschaft. Lonza büssen indes am Vortag der Ergebnispublikation 0,3% ein.

Für Nestlé (+0,2% auf 53,35 CHF) hat die Citigroup das Kursziel auf 55 von zuvor 52 CHF erhöht und bestätigt die Empfehlung «Neutral». Die zuständigen Analysten nehmen die Titel auf ihre «Most Preferred List» auf.

Kühne+Nagel (-0,2% auf 115,40 CHF) schneiden etwas besser als der Gesamtmarkt ab. Die Citigroup hat ihr Rating für den Frachtlogistiker auf ‹Buy› von zuvor ‹Hold› und gleichzeitig das Kursziel auf 130 von 116 CHF erhöht.

Im breiten Markt sacken die Papiere von Petroplus um fast 80% ab und kosten lediglich noch 31 Rappen. Der Raffineriebetreiber hat in den seit Ende Dezember laufenden Verhandlungen mit den Kreditgebern keinen Erfolg erzielen können und muss nun die Nachlassstundung vorbereiten.

Die Aktien von AFG Arbonia Forster (AFG) sind nach der Veröffentlichung von schwächer als erwarteten Umsatzzahlen mit einem Minus von 6,5% in den Handel gestartet. Allerdings hatten die Papiere am Vortag in der Hoffnung auf bessere Zahlen um fast 7% zugelegt. Wertberichtigungen in Höhe von 70 bis 75 Mio CHF führen zu einem Jahresverlust. «Auf der Baustelle AFG wird gearbeitet, aber die Arbeiten kommen nicht so voran, wie es im Markt erwartet wird», sagten Händler.

Der Energiekonzern BKW schreibt im Geschäftsjahr wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen einen Verlust von 150 Mio CHF, die Aktien rutschen um 3,8% ab. Damit befänden sich die Berner in guter Gesellschaft, schreiben Analysten. Mit der Axpo und Alpiq mussten bereits andere grosse Schweizer Stromversorger einen drastischen Gewinnrückgang, wenn nicht gar einen Verlust vorweisen.

Ausserdem hat Ascom (Aktie -3,8%) vorläufige Zahlen für 2011 gezeigt; Experten bemängeln insbesondere die schwache Entwicklung der Division Network Testing. Dass könnte nach Ansicht der Bank Vontobel dazu führen, dass Ascom seine Ziele für das Geschäftsjahr 2013 überprüfen muss. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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