CH-Eröffnung: Knapp gehalten

CH-Eröffnung: Knapp gehalten

Zürich – Die Schweizer Börse zeigt sich am Dienstag knapp gehalten nach einer leicht festeren Eröffnung. Marktbeobachter erwarten in einem ruhigen Handelsumfeld mit tiefen Umsätzen vor allem weitere «Window Dressing»-Massnahmen. Die Nachrichtenlage zeigt sich zwischen den Feiertagen äusserst dünn. Das Börsenparkett in den USA blieb wegen des 2. Weihnachtsfeiertages geschlossen. Aus Asien kommen keine eindeutigen Impulse: Der Nikkei 225 Index schloss bei ruhigen Handel etwas leichter, was Marktkenner vor allem Gewinnmitnahmen zuschreiben. Auch die Börsen in Südkorea und Shanghai liegen etwas im Minus.

Von Unternehmensseite her stehen heute keine Termine an. Die UBS hat den Schweizer Konsumindikator für November publiziert, der um 0,09 Punkte auf 0,81 Punkte gefallen ist. Ansonsten bleibt es an der Nachrichtenfront in der Schweiz ruhig. Etwas mehr marktrelevante Neuigkeiten kommen heute aus den USA, wo am Nachmittag der Case-Shiller-Hauspreisindex und Daten zum Verbrauchervertrauen publiziert werden.

Der SMI sinkt bis um 09.30 Uhr um 0,03% auf 5’892,09 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert um 0,05% auf 873,04 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% auf 5’305,94 Zähler.

Die Kursentwicklung verläuft dabei innerhalb der einzelnen Branchen zumeist uneinheitlich; unter den Finanzwerten liegen die Bankentitel allerdings im Angebot.

Angeführt wird das Feld der Standardwerte von den Zyklikern Richemont (+0,6%), Transocean (0,4%), Holcim (+0,4%) und Swatch Group (+0,4%).

Die Titel von Roche (-0,3%) verlieren etwas an Wert. CEO Severin Schwan hat in einem Interview der Schweizer «SonntagsZeitung» gesagt, das Unternehmen verzeichne in Europa rückläufige Zahlen, in Asien sei das Wachstum dafür zweistellig. Die Aktien von Konkurrent Novartis liegen mit 0,2% im Plus.

Das Aktien des SMI-Schwergewicht Nestlé (+0,1%) stützen den Gesamtmarkt nur gering.

Schlusslichter sind die Papiere der Banken: Die Titel der Grossbank Credit Suisse (-0,9%) tendieren leichter. CEO Brady Dougan hat in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» (Ausgabe 27.12.) bisher zur Dividendenpolitik gemachte Aussagen bestätigt. Die Aktien der beiden anderen Bank-Aktien des SMI haben sich nach Eröffnung ebenfalls schwach entwickelt: UBS (-0,9%) und Julius Bär (-0,5%).

Ansonsten haben vor allem Unternehmen aus dem breiteren Markt Neuigkeiten zu vermelden: Der Raffineriebetreiber Petroplus (-23,6%) befindet sich in einem ernsthaften Liquiditätsengpass. Am Morgen hatte Petroplus bekanntgegeben, dass die Kreditgeber rund 1 Mrd USD einer noch nicht bezogenen Kreditfazilität eingefroren hätten. Dieser Kredit sei für die operativen Einheiten für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen kritisch. Die heutige Ankündigung sei sehr ernst, heisst es dazu in einem Kommentar der Bank Vontobel. Im schlimmsten Fall könnten dem Unternehmen die Mittel ausgehen, um das operative Geschäft aufrecht zu erhalten. Die Bank rät dazu, die Finger von der Aktien zu lassen, bis eine nachhaltige Finanzierung gesichert sei.

Dem Medtech-Herstellers Oridion Systems (-10,73%) hat die US-Gesundheitsbehörde FDA für alle medizinischen Geräte einen Einfuhrstopp in die USA verhängt. Die FDA-Entscheidung sei nach einer Inspektion im Juni 2011 und einem «Warning Letter» erfolgt, auf den im Oktober 2011 geantwortet worden sei, teilt Oridion heute mit.

Die Leclanché SA (+0,3%) hat Robert Feij zum neuen Finanzchef ad interim ernannt. Er wird ab dem 1. Februar 2012 auf Christian Perrudet folgen, wie der Batteriehersteller am Dienstag mitteilte. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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