CH-Eröffnung: Leichter

CH-Eröffnung: Leichter

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit etwas festeren Kursen eröffnet, ist aber unmittelbar nach Handelsbeginn knapp in die Verlustzone abgerutscht. Die am Vortag von den verschiedenen Notenbanken bekanntgegebenen Massnahmen zur Erhöhung der Liquidität in dem zurzeit angespannten globalen Banken- und Finanzsystem sind zwar mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen worden. Da die Schuldenkrise dadurch aber nicht gelöst wird, wich die erste Begeisterung schnell einer nüchterneren Betrachtungsweise.

In Marktkreisen hiess es unter anderem, dies sei lediglich «Palliativ-Medizin». Der Fokus der Marktteilnehmer ist bereits wieder nach vorne und auf die weiteren politische Versuche zur Beruhigung der Schuldenkrise gerichtet. Gemäss Aussagen des EU-Währungskommissars Olli Rehn vom Vortag befinden sich die Bemühungen zur Lösung der Euro-Schuldenkrise in einer entscheidenden Phase. Es stünden zehn kritische Tage bevor, sagte er am Mittwoch.

Der Leitindex SMI steht um 09.30 Uhr um 0,02% knapp tiefer bei 5’651,25 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,21% auf 851,55 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,14% auf 5’123,91 Punkte.

Am Nachmittag stehen aus den USA mit dem ISM-Index und den Bauausgaben neue Konjunkturdaten an, welche die weitere Entwicklung beeinflussen könnten. Am Morgen hatte das Seco bereits die jüngsten BIP-Daten zum dritten Quartal in der Schweiz vorgelegt, welche wie erwartet eine weitere Verlangsamung des Wachstums angezeigt hatten.

ZFS (+0,3%) legen im Vorfeld eines Investorentages zu und gehören damit zur erweiterten Spitzengruppe. Am Morgen hatte der Versicherer das langfristige, operative Eigenkapitalrendite-Ziel von 16% bestätigt. Sollten jedoch die Wirtschaftsperspektiven auf dem derzeitigen Stand bleiben, erscheine die Realisierung einer Rendite von rund 2 Prozentpunkten unter dem Zielwert realistischer, hiess es. Weiter sieht sich ZFS auf Kurs, die Gesamtkosten bis 2013 um 500 Mio CHF zu senken.

Der Versicherer hat sich überdies zuversichtlich zur Dividendenpolitik geäussert. Analysten gehen nun davon aus, dass die Anleger mit einer Dividendenausschüttung auf Vorjahreshöhe rechnen können.

Überdurchschnittliche Avancen verzeichnen zudem SGS (+0,8%) als Spitzenreiter, Julius Bär (+0,7%) oder Novartis (+0,5%). Novartis profitieren wohl einmal mehr von ihrem «Save Heaven»-Status, denn auch Roche und Nestlé halten sich knapp in der Gewinnzone.

Zur Minderheit der Gewinner gehören zudem Adecco (+0,2%). Der Titel erhält von einer Aufstufung durch die ING auf «Buy» von «Hold» und einer klaren Kurszielerhöhung etwas Unterstützung. Laut ING erfolgte die Aufstufung vor allem aus Bewertungsgründen.

Von den Banken geben im Gegensatz zu Julius Bär sowohl CS (-0,3%) als auch UBS (-0,9%) nach.

Die UBS hatte am Morgen verschiedene Wechsel an der Konzernspitze angekündigt. So werde Philip Lofts neuer Group Chief Risk Officer (CRO) und löse in dieser Funktion Maureen Miskovic ab, hiess es. Lofts, der im Januar 2011 zum CEO UBS Group Americas ernannt wurde, war bereits von November 2008 bis Dezember 2010 als CRO der Gruppe tätig. Weiter übernimmt Ulrich Körner die Position des CEO UBS Group Europe, Middle East and Africa zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als Group Chief Operating Officer und CEO Corporate Center. In Marktkreisen werden diese und weitere Wechsel als insgesamt kursneutral angesehen.

Noch mehr als UBS büssen Geberit und Transocean (je -1,6%) ein. Transocean hatte am Morgen die Aufnahme von 2,5 Mrd USD neuer Mittel über Neuemissionen von 3 Senior Notes bekanntgegeben. Weiter teilte der Tiefseeölbohr-Konzern am späten Mittwochabend mit, dass die beiden an der am Vortag angekündigten Kapitalerhöhung beteiligten Banken (Barclays, CS) ihre Option zur Platzierung weiterer Aktien ausgeübt haben. Gemäss ZKB sind auch diese Nachrichten eher kursneutral.

Im breiten Markt bleiben Publigroupe nach einer Gewinnwarnung und der Ankündigung einer weiteren Umstrukturierung des Bereichs Media Sales bisher ungehandelt.

Nach je einer kleineren Akquisition geben dagegen Georg Fischer (-1,0%) und Sika (-1,3%) leicht nach.

Auch Petroplus (-0,7%) werden etwas tiefer gehandelt. Das Unternehmen hatte am Vorabend ein Programm zur Verbriefung von Forderungen angekündigt. Dieses Programm, das über 5 Jahre laufen soll, werde durch den Verkauf von Forderungen in Grossbritannien bis zu 200 Mio USD einbringen. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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