CH-Eröffnung: SMI fällt weiter zurück

CH-Eröffnung: SMI fällt weiter zurück

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt verliert im frühen Geschäft am Freitag weiter an Wert. Damit setzt der Leitindex SMI vor dem verlängerten Wochenende – die Schweizer Börse bleibt am Nationalfeiertag geschlossen – den Abwärtstrend der laufenden Woche fort und rutscht auf ein neues 52-Wochen-Tief ab. Der Handel wird von sehr schwachen Vorgaben aus den USA belastet. Die nach wie vor ungelösten Schuldenprobleme haben am Vorabend die Wall Street unter Druck gesetzt und den Dow Jones Index nach Europaschluss in die Verlustzone geführt.

In der Nacht zum Freitag musste in den USA eine Abstimmung über eine Erhöhung des Schuldenlimits im Abgeordnetenhaus vertagt werden. Der rechte Flügel der Republikaner hat den Vorschlag der eigenen Parteiführung abgelehnt, da er zu wenig weit gehe. Heute nach US-Börsenschluss will die Regierung über ihre Prioritäten in der Schuldenfrage orientieren. Die Analysten der Citigroup rechnen zwar nicht mit einem Zahlungsausfall der USA, ein solcher sei aber nicht auszuschliessen und berge grosse Risiken für die USA und die Weltwirtschaft. Derweil prüft Moody’s eine mögliche Abstufung des Kreditratings für Spanien.

Um 09.30 Uhr verliert der SMI 1,07% auf 5’808,32 Punkte. Das neue 52-Wochen-Tief liegt bei 5’782 Stellen nach den 5’813 Punkten von Mitte Juli. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 1,13% auf 897,60 und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 0,97% auf 5’337,71 Zähler.

Bei den Blue Chips wurde in der Berichtsaison eine Verschnaufpause eingelegt. Am nächsten Mittwoch geht es mit dem Halbjahresbericht des Ölbohrunternehmens Transocean (Aktie: -1,8%) weiter. Die Titel der ebenfalls im Ölgeschäft tätigen Weatherford verlieren 1,7%.

In der laufenden Woche haben die Grossbanken UBS und Credit Suisse die Anleger mit Quartalszahlen enttäuscht. Die Aktien der beiden Institute verlieren auch heute weiter stark an Wert (UBS: -2,7%; CS: -1,7%). Für die CS haben etwa die Analysten von Nomura, JP Morgan und die Deutsche Bank ihre Schätzungen zurückgenommen. Wie alle Finanzwerte leiden die Grossbankentitel stark unter den Unsicherheiten betreffend der Schuldenkrise in den USA. Im Sektor geben auch Julius Bär (-1,3%) oder die Versicherer Swiss Re und ZFS (je -1,6%) sowie Bâloise (-1,2%) überdurchschnittlich stark nach.

Von erhöhten Abgaben bleiben Zykliker erneut nicht verschont. Grössere Einbussen verzeichnen ABB (-1,5%), Sonova (-1,1%) und Syngenta (-1,0%). Swatch Group verlieren 0,7% an Wert, nachdem die Titel am Vortag noch von sehr guten Halbjahreszahlen profitiert haben. Logitech (-0,8%) weiten die massiven Kursverluste vom Donnerstag leicht aus. Nach dem enttäuschenden Zahlenausweis vom Donnerstag haben Barclays, Vontobel und die Deutsche Bank ihre Kursziele für den Computerzubehörhersteller reduziert.

Etwas geringer sind die Kursverluste bei defensiven Aktien wie Swisscom (-0,4%) oder Nestlé (-0,6%). Dagegen können sich die Pharma-Schwergewichte Novartis (-1,0%) und Roche (-0,8%) dem Abwärtstrend weniger gut entziehen. SGS verlieren 0,2%. Der Warenprüfkonzern hat in Australien eine kleine Übernahme im Bereich Umwelttests vorgenommen. Bei Givaudan beschränken sich die Abgaben auf 0,1%.

Im breiten Markt hat Autoneum nach der Abspaltung vom Rieter-Konzern erstmals Halbjahreszahlen als eigenständiges Unternehmen präsentiert. Der Autozulieferer hat die Vorgaben der Analysten knapp verfehlt und die Aktie gibt um 3,0% nach.

Auf der Gegenseite klettern Calida nach Zahlen um 4,3% in die Höhe. Die Wäscheherstellerin hat im Vergleich mit den Analystenvorgaben gut abgeschnitten. Der Gewinn konnte im schwierigen Währungsumfeld und trotz eines leichten Umsatzrückgangs deutlich gesteigert werden. Starke Steigerungen von Umsatz und Gewinn verbuchte StarragHeckert. Die Titel des Fräsmaschinenherstellers steigen um 5,6%.

Weiter haben die Graubündner Kantonalbank (PS noch nicht gehandelt), Private Equity Holding (-1,9%), Swissquote (+0,9%) oder Cosmo (-0,5%) Zahlen präsentiert.

Swissmetal brechen um 16,2% ein. Allerdings hatten sich die Titel in den vergangenen Tagen stark zugelegt, insbesondere nachdem Le Bronze Industriel an den Schweizer Aktivitäten des krisengeschüttelten Herstellers von Kupferprodukten Interesse bekundet hat. (awp/mc/ps)

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