CH-Schluss: Knappes Minus

CH-Schluss: Knappes Minus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit leichten Verlusten aus der Sitzung gegangen, hat aber dennoch über die Woche gesehen einen positiven Start ins Jahr 2012 hingelegt. Nach einem freundlichen Start ist der SMI bereits am Mittag ein erstes Mal in die Verlustzone abgerutscht, ist dann aber wieder in die Gewinnzone vorgerückt auf sein Tageshoch kurz nach Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichtes in den USA. Gegen Handelsende – und begleitet von einer schwachen Eröffnung der US-Börsen – gaben die Kurse dann wieder nach.

Der Arbeitsmarktbericht in den USA fiel insgesamt besser aus als erwartet. Sein positiver Einfluss auf die Aktienmärkte hielt sich jedoch in Grenzen. Er sei «neutral» zu werten, hiess es in Marktkreisen. Nach dem ADP-Bericht vom Vortag seien die heutigen Zahlen keine grosse Überraschung mehr gewesen. Eher hätten sich einige Marktteilnehmer noch etwas mehr erhofft.

Der SMI schloss 0,21% tiefer bei 6’013,83 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein solides Plus von 1,3%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,36% auf 886,27 Punkte und der breite SPI 0,20% auf 5’411,09 Punkte.

Insgesamt hielten sich die Ausschläge wie im Gesamtmarkt auch in den einzelnen Aktien in engen Grenzen. Die grössten Abgaben verzeichneten zum Wochenschluss Julius Bär (-3,5%) und Kühne+Nagel (-2,5%).

Nebst Julius Bär standen mit CS (-1,8%), Swiss Re (-1,4%) und Bâloise (-1,2%) weitere Finanzwerte unter leicht erhöhtem Abgabedruck. UBS (-0,9%) und Swiss Life (-0,5%) gaben etwas moderater nach. Im Finanzsektor haben sich jüngst die Sorgen wieder etwas erhöht, nachdem die italienische Unicredit mit einer Kapitalerhöhung Mitte dieser Woche Mühe bekundet hatte. Die Sorgen um einen mögliche Staatsbankrott Ungarns belasten das Sentiment für den Sektor zusätzlich. Denn wenn auch Ungarn nicht in der Eurozone ist, so hätte ein solches Szenario dennoch grosse Auswirkungen auf dort engagierte Finanzinstitute, was sich wiederum in einer negativen Kettenreaktion im Finanzsektor äussern könnte.

Zu den Verlierern gehörten weiter Schindler und ABB (je -1,2%), Holcim (-1,1%) oder auch das Schwergewicht Nestlé (-0,8%). Zu Nestlé hielt die Citigroup in einer Studie über mögliche Käufer für die wohl im Lauf des Jahres zum Verkauf stehende Nutrition-Sparte von Pfizer fest, dass Danone an einer Transaktion ein grösseres Interesse habe dürfte. Die Übernahme dürfte aber für beide Mitbewerber attraktiv sein, so die Bank.

Gegen den nachgebenden Trend waren Clariant (+3,2%) mit Abstand am meisten gesucht, nachdem der Titel schon am Vortag den Bluechips-Index mit einem Gewinn von knapp 3% angeführt hatte. Der zweitschwächste Wert unter den grossen Aktien in der Schweiz im Jahr 2011 wurde noch immer von einer Trading Buy-Empfehlung einer grösseren Bank vom Vortag gestützt. Ausserdem hat die UBS den Titel in die «Europe Key Call»-Liste aufgenommen, mit der Empfehlung «Buy» und einem Kursziel von 17 CHF. Der Markt habe seine Schätzungen für den Chemiekonzern zu weit zurückgenommen, hiess es bei der UBS zur Begründung.

Gute Gewinne verzeichneten dahinter auch Adecco (+2,2%), Lonza (+1,6%) und Logitech (+1,4%).

Solide und als gutes Gegengewicht zu den schwachen Nestlé hielten sich auch Roche (+0,9%) und Novartis (+0,6%). Wie bei Nestlé gab es um Novartis Spekulationen um eine mögliche Akquisition: Dem Unternehmen wurde in einem Artikel der «Financial Times Deutschland» Interesse an dem deutschen Biotech-Unternehmen Morphosys (Aktie +9,7%) nachgesagt, an dem die Basler eine Beteiligung von 6% halten und im Rahmen einer bis ins Jahr 2017 vereinbarten Zusammenarbeit jährlich 40 Mio EUR bezahlen.

Im breiten Markt gaben die Titel des Raffinerie-Betreibers Petroplus (-14,3%) weiter nach, nachdem sie bereits am Vortag um knapp 22% eingebrochen waren. Die aktuelle Lage von Petroplus sei undurchsichtig, kommentierte die ZKB. Einerseits bestehe ein erhebliches Konkursrisiko bis zu einem Totalverlust, andererseits könnten sich Massnahmen des Unternehmens oder eine Verbesserung der Rahmenbedingungen spürbar positiv auf den Aktienkurs auswirken.

Unter Druck standen auch Kudelski (-8,2%). Die UBS hat die Bewertung der Kudelski-Aktie auf «Sell» von bisher «Neutral» und das Kursziel auf 7,00 CHF von 9,50 CHF gesenkt. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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