CH-Schluss: Schwächer – US-Zahlen überzeugen nicht

CH-Schluss: Schwächer – US-Zahlen überzeugen nicht

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Dienstag im Minus geschlossen. Nachdem der SMI zu Beginn im Plus eröffnete, erodierten die Kursgewinne im Verlaufe des Handelstages kontinuierlich. Für einen grösseren Abwärtssog sorgten am Nachmittag die US-Zahlen zu den Auftragseingängen langlebiger Güter im Januar. Auch die neusten Erhebungen im Immobilienmarkt der USA vermochten die Anleger nicht zu überzeugen. Die Veränderung im Case-Shiller-Index haben die Markterwartungen nicht erfüllt. Für etwas Erholung sorgten im weiteren Nachmittagsverlauf indes die Zahlen zum US-Konsumentenvertrauen.

Ansonsten fehlte es an bedeutenden Marktimpulsen. Händlerstimmen führten den eher flauen Börsentag einerseits auf eine Kurskonsolidierung zurück, nachdem die Kurse seit Dezember laufend Boden gut gemacht hatten. Andererseits warten viele Investoren auf das Ergebnis des zweiten Kreditgeschäftes der Europäischen Zentralbank über drei Jahre, das am Mittwoch publiziert wird.

Der SMI ging mit einem Minus von 0,31% bei 6’125,09 Punkten aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende, gekappt Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,23% auf 937,09 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,16% auf 5’601,10 Punkte.

Der Kursanstieg von Nestlé (-0,4%) wurde vorübergehend gestoppt. Zuvor wurden die defensiven Titel von der Heraufstufung von Morgan Stanley auf «Overweight» mit einem Kursziel von 62 CHF begünstigt. Nestlé verfüge über den besten Produktemix und die beste geografische Ausdehnung im Sektor, hiess es im Kommentar unter anderem. Dies erlaube es dem Nahrungsmittelkonzern, seine Konkurrenten in einem wachstumsarmen Umfeld auszustechen.

Unter den weiteren Index-Schwergewichten notierten Roche (-0,5%) und Novartis (-0,5%) mit einem Abschlag. Unter den defensiven Titeln verloren Swisscom (-0,6%) etwas mehr.

Transocean (+1,8%) führten die Gewinnerliste der Schweizer Standardwerte an. Die Titel profitierten von einer Kurszielerhöhung der Credit Suisse. Zudem kursierten Gerüchte über eine aussergerichtliche Einigung in Fall des Macondo-Unglücks. In Branchenkreisen wurden die Rückstellungen als Zeichen dafür gedeutet, hiess es in Händlerkreisen.

In den Luxusgüter-Aktien Richemont (+1,2%) und Swatch (+0,7%) haben sich Stimmen gemehrt, die die Kursentwicklung dieser Werte als vergleichsweise zurückgeblieben bezeichnen und Kurspotenzial von bis zu 10% sehen.

Mehrheitlich unter Verkaufsdruck standen die Finanztitel. Die Titel der beiden Grossbanken Credit Suisse (-0,4%) und UBS (-0,6%) ernteten kein Anlegervertrauen. Bei den Assekuranzwerten überzeugten Bâloise (+0,6%) und Swiss Life (+1,0%), während ZFS (-0,4%) und Swiss Re (-1,8%) im Angebot standen.

Lonza (-3,3%) litten mit den bisher prozentual grössten Einbussen unter der Herabstufung durch Merrill Lynch auf «Neutral» mit Kursziel bei 55 CHF. Die Erholung des Life-Science-Konzerns sei zu langsam verlaufen, hiess es in einem Kommentar. Enttäuschende Jahreszahlen und die unerwartete Entscheidung, den CEO freizustellen, deuteten darauf hin, dass eine Lösung wohl längere Zeit benötigte als zunächst angenommen.

Weitere grössere Verlierer waren zyklische Titel wie Logitech (-1,6%), Nobel Biocare (-1,7%) und Sonova (-0,7%).

Am breiten Markt haben zahlreiche Unternehmen Jahreszahlen publiziert: Georg Fischer (unv.) lag beim Umsatz und EBIT leicht unter den Konsenserwartungen, beim Reingewinn jedoch darüber.

Bei Gategroup (-1,3%) hatten die Anleger eine ganze Reihe von Aspekten zu berücksichtigen. Umsatz und EBITDA fielen über den Konsensprognosen und der Reingewinn unter den Erwartungen aus. Zudem richtete Gategroup die weltweiten Aktivitäten neu aus und emittierte eine Anleihe über 350 Mio EUR. Der Verwaltungsrat erwog auch, erstmals eine Dividende auszuschütten. Die Pay-out-Ratio dürfte dabei über 20% liegen, wie das Unternehmen mitteilte.

PSP (+1,3%) lag mit dem Liegenschaftenertrag etwas unter den Markterwartungen, jedoch mit dem EBITDA und Reingewinn leicht darüber. Feintool (unv.) bestätigte nach dem Kurzgeschäftsjahr 2011 die Prognosen für 2012 und rechnet mit einem Umsatz von 350 bis 390 Mio CHF. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.