CH-Verlauf: Deutlich schwächer – Unsicherheiten und EU-Daten

CH-Verlauf: Deutlich schwächer – Unsicherheiten und EU-Daten

Zürich – Die Schweizer Börse zeigt sich am Donnerstag zur Mittagszeit knapp über Tagestief deutlich schwächer. Im Verlauf des Morgenhandels hätten die zunehmenden Unsicherheiten in Europa und die anhaltende Diskussion über die Schuldenobergrenze in den USA wieder verstärkt auf die Kurse gedrückt, hiess es. Belastet hätten zudem die deutlich schwächer als erwartet ausgefallenen Daten zur Wirtschaftsstimmung im Euroraum im Juni, sagte ein Händler. Hierzulande stehen unter den Blue Chips mit Zwischenergebnissen Credit Suisse, Swatch und Logitech im Fokus.

Die Zuversicht nach der Verabschiedung des neuen EU-Hilfspaketes für Griechenland vor Wochenfrist sei zunehmen der Besorgnis gewichen, dass es nicht ausreichen würde, um Spanien und Italien zu stützen, so der Händler weiter. Die Vorbehalte hätten sich denn so jüngst wieder in steigenden Renditen südeuropäischer Staatsanleihen niedergeschlagen. Ausserdem würden sich in den USA die Republikaner offenbar stärker als erwartet gegen eine Kompromiss bei der Schuldenobergrenze stemmen. Vor diesem Hintergrund hätten zahlreiche Anleger begonnen, ihre Positionen vor dem langen Wochenende zu bereinigen.

Gegen 12.00 Uhr notiert der SMI um 1,12% tiefer auf 5’838,37 Punkte, das bisherige Tagestief liegt bei 5’828 Stellen. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert um 1,19% auf 902,09 und der breite Gesamtmarkt (SPI) um 1,18% auf 5’360,42 Zähler.

Unter den Grossbanken hat die CS (-3,0%) mit ihren Halbjahres-Zahlen die durchschnittlichen Markterwartungen in den meisten Bereichen klar verfehlt. Das von der Grossbank für das zweite Quartal 2011 vorgelegte Ergebnis überzeugt laut Analysten weder beim Vorsteuerergebnis noch beim Konzerngewinn. Einzig die Nettoneugeldentwicklung liegt nur leicht hinter den Konsensschätzungen zurück. Wie erwartet leide auch die zweite Schweizer Grossbank unter inaktiven Kunden, sagte ein Händler. Vor diesem Hintergrund stütze auch das angekündigte Kostensenkungsprogramm von 1 Mrd CHF nur wenig.

Im Gefolge verlieren auch die Aktien der Branchennachbarn UBS (-1,8%). Die Grossbank sieht sich zudem in den USA einer Klage wegen Subprime-Hypotheken gegenüber. Julius Bär (-1,7%) geben auch etwas überdurchschnittlich nach.

Die bisher prozentual grössten Abschläge verzeichnen die Titel des Computerzubehör-Herstellers Logitech (-8,6%). Der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 entsprach knapp den Erwartungen. Infolge einer Sonderbelastung rutschte der Konzern aber in die roten Zahlen. Zudem wurde der Ausblick gesenkt. Auch kommt es mit dem Abgang von Gerald Quindlen zu einer Neubesetzung an der Konzernspitze.

Demgegenüber erzielen die Titel des Uhrenkonzerns Swatch (+1,2%) die prozentual grössten Gewinne. Mit dem Halbjahresabschluss konnten die durchschnittlichen Markterwartungen sowohl beim Umsatz als auch auf Ebene EBIT und Reingewinn übertroffen und neue Rekordwerte erzielt werden. Das Management beurteilt die Aussichten für das zweite Halbjahr als «weiterhin vielversprechend». Davon können allerdings die Aktien des Branchennachbarn Richemont (-0,9%) nicht profitieren.

Als einzige weitere SMI-/SLI-Werte liegen Givaudan (+0,7%) ohne News in der Gewinnzone. Durch grössere Abgaben fallen hingegen unter den weiteren Standardwerten vor allem noch Clariant (-3,6%) auf. In Clariant gebe es nach dem massiven Kursrückgang am Vortag infolge schlechter Zahlen nun weitere Verkäufe, auch vor dem Hintergrund enttäuschender Halbjahresdaten des Mitbewerbers Bayer, so Marktbeobachter. Deutliche Gewinnmitnahmen sind in Weatherford (-3,1%) zu verzeichnen.

Auf den SMI drücken zudem die defensiven Schwergewichte Novartis (-1,4%), Roche (-1,0%) und Nestlé (-0,7%).

Im breiten Markt werden nach Zahlen die Aktien des Bankensoftware-Unternehmens Temenos (-11,3%), das die Erwartungen (nach vorheriger Gewinnwarnung) erfüllt hat, abgestraft. Gegen den Trend deutlich zulegen können nach Zahlen Sarasin (+3,1%) und Affichage (+2,0%). Am meisten nach oben geht es wiederum für die Titel des Kupferprodukte-Herstellers Swissmetal (+15,6%) nach einer Teilübernahme-Offerte von Le Bronze Industriel. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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