CH-Schluss: Leichtes Plus – Powell-Rede bewirkt wenig

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag mit leicht höheren Kursen geschlossen. Nach einem verhaltenen Start rückte der SMI rasch in die Gewinnzone vor, bewegte sich danach aber nicht mehr gross. Eine leicht erhöhte Volatilität ergab sich noch während der Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell anlässlich des jährlichen Jackson Hole-Treffens der Notenbanker. Per Saldo blieb die Reaktion der Märkte – bis auf eine spürbare Abschwächung des US-Dollars – aber sehr überschaubar.

Der Auftritt Powells wurde über die ganze Woche mit Spannung erwartet, insbesondere in der Hoffnung auf Hinweise zum möglichen Beginn der Lockerung der Geldpolitik des Fed. Dessen Chef stellte denn auch eine Reduktion der Anleihekäufe noch im laufenden Jahr in Aussicht. Das Fed wäre jedoch nicht das Fed, hätte es nicht gleichzeitig die Sorgen vor einem abrupten Kurswechsel beschwichtigt: Spekulationen, dass auf das «Tapering» in naher Zukunft auch eine Leitzinswende folgen könnte, erschienen nach den heutigen Äusserungen Powells unangebracht, hiess es in einem Börsenkommentar. Die dürfte die Finanzmärkte grundsätzlich wieder etwas beruhigt haben.

Der SMI stieg um 0,24 Prozent auf 12’439,00 Punkte, auf Wochensicht ergab sich damit per Saldo ein kleines Plus von 0,2 Prozent. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, zog um 0,29 Prozent auf 2022,06 Punkte an und der umfassende SPI um 0,37 Prozent auf 15’982,28 Punkte. Im SLI standen sich am Ende 19 Gewinner und 10 Verlierer gegenüber, ein Titel (Adecco) ging unverändert aus dem Handel.

Für das positive Vorzeichen im SMI waren insbesondere Nestlé (+0,7%) verantwortlich. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,2%) und Novartis (+0,1%) bewegten sich hingegen kaum vom Fleck.

Die grössten Gewinne bei den Blue Chips erreichten am Ende mit AMS (+2,1%) und Kühne+Nagel (+1,8%) die Aktien zweier konjunktursensibler Unternehmen, gefolgt vom Überflieger der vergangenen Jahre Lonza (+1,8%). Dahinter waren auch noch Sonova (+1,5%), Straumann (+1,1%) und Clariant (+1,0%) etwas deutlicher gesucht.

Geberit (+0,5% auf 769,40 Fr.) landeten im breiten Mittelfeld. Für die Aktien des Sanitärtechnikkonzerns hat Mirabaud das Kursziel mit 770 Franken nach oben und an die jüngste Kursentwicklung angepasst, dies bei einer unveränderten Empfehlung «Hold».

Alcon (+0,1%) büssten höhere Gewinne bis zum Handelsende beinahe gänzlich wieder ein. Zumindest zu Beginn waren die Aktien noch von einem wohlwollenden Kommentar und einer Kurszielerhöhung verbunden mit der unveränderten Kaufempfehlung von Berenberg gestützt. Der Augenheil-Spezialist habe beeindruckende Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, hiess es mit Blick auf die jüngst publizierten Semesterzahlen.

Im breiten Markt beendeten Bachem den Handelstag nach volatilem Verlauf im Anschluss an das Semesterergebnis mit einem Plus von 0,3 Prozent. Der Peptidhersteller hat im ersten Halbjahr 2021 besser abgeschnitten als erwartet. Auch der Ausblick – die Umsatzmarke von 500 Millionen Franken soll bereits 2021 geknackt werden und nicht erst 2022 – lag etwas über dem Konsens. Die Aktie hat am Nachmittag ein neues Allzeithoch bei 694 Franken markiert, konnte dieses Niveau aber nicht halten.

Stadler Rail wurden nach einem starken Lauf über die vergangenen beiden Tage mit einem Minus von 5,6 Prozent klar zurückgebunden. Hier belastete eine deutliche Kurszielsenkung durch die Bank of America, welche gleichzeitig am Rating «Underperform» festhielt.

Jeweils nach Zahlen zogen Edisun (+2,4%) und die beiden Immobiliengesellschaften Hiag (+2,0%) und Zug Estates (+1,5%) moderat an. Die Aktien der Luzerner Kantonalbank (+0,5%) vermochten sich nach dem Halbjahresergebnis nicht richtig in Szene zu setzen, ebenso wenig wie CFT (unv.). Aryzta (+8,1%) wurden derweil von einem positiven Kommentar der UBS angeschoben. (awp/mc/pg)

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