CH-Schluss: Hoffnungskäufe schieben Kurse an – Julius Bär tiefer

Boerse

Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt haben am Montag im Handelsverlauf die Optimisten wieder das Szepter übernommen. Dank der Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff gegen Covid-19 und auf massive Unterstützungen für die Wirtschaft seitens der Regierungen zogen die Kurse auf breiter Front an, wie Händler erklärten. Allerdings verlief das Geschäft bis zur Eröffnung der US-Börsen eher ruhig. Etwas getrübt wurde die Stimmung auch vom EU-Sondergipfel, an dem es auch nach vier Tagen des Verhandelns keine Einigung für den geplanten Corona-Wiederaufbaufonds gab.

Das Geschäft verlief laut Händlern bei mässigen Umsätzen recht ruhig. Ferienzeit und der EU-Gipfel hätten für Zurückhaltung bei den Anlegern gesorgt. Im weiteren Wochenverlauf dürfte sich dies aber ändern, werden doch zahlreiche Firmenbilanzen veröffentlicht. In den kommenden Tagen warten gleich elf Blue Chips mit Semester- oder Quartalszahlen auf – allein sechs davon am morgigen Dienstag.

Der SMI schloss 0,58 Prozent höher auf 10’470,92 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte 0,78 Prozent auf 1’582,67 Zähler und der breite SPI 0,50 Prozent auf 12’944,85 Punkte zu. Von den 30 SLI-Titeln schlossen 26 höher und vier tiefer.

Im Fokus standen die Aktien von Julius Bär, die 3,0 Prozent einbüssten. Der Vermögensverwalter hat im ersten Semester zwar dank eines erfolgreichen Handelsgeschäfts mehrheitlich die Erwartungen am oberen Ende getroffen. Aber die markante Abschwächung im Geschäft im Mai und Juni wurde in Marktkreisen als Hinweis auf eine verhaltene Entwicklung im zweiten Semester interpretiert.

Die Anteile der Grossbank UBS (-0,8%), deren Quartalsbilanz am Dienstag ansteht, rutschten ins Minus. Credit Suisse (-0,1%), die erst Ende Monat berichtet, schlossen knapp gehalten.

Ebenfalls leicht schwächer schlossen die Aktien des SMI-Schwergewichts Nestlé (-0,2%)

Die Aktien von Swatch (+0,1%) konsolidierten den jüngsten Anstieg seit dem Halbjahresbericht, hiess es.

Auf der anderen Seite führten mit den Anteilen von Lonza (+3,0%), Alcon (+2,6%) und Sonova (+2,0%) Aktien aus dem Gesundheitsbereich die Gewinner an.

Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco (+0,8%) machten frühe Verluste mehr als wett, was Händler vor allem mit dem Quartalsbericht des US-Rivalen Manpower erklärten.

Gesucht waren auch die Aktien anderer Unternehmen, die am Dienstag ihre Zahlen offenlegen. Dazu zählten Logitech (+1,9%), Kühne+Nagel (+1,8%), Sika (+2,0%), Novartis (+0,4%), SGS (+0,1%) sowie Givaudan (+1,4%).

Im breiten Markt fielen Aryzta mit einem Plus von 16 Prozent auf. Der Verwaltungsrat des Backwarenkonzerns hatte zuvor nicht nur das Datum für die ausserordentliche GV festgesetzt, sondern auch Übernahmegelüste von «gewissen Dritten» gemeldet. Die Zeit bis zur GV will das Unternehmen nun zur Prüfung der Strategie und von Übernahmeangeboten nutzen. Zudem treten zwei Verwaltungsräte und Verwaltungsratspräsident Gary McGann zurück – letzterer allerdings unter Vorbehalt.

Auch die Aktien des Industrieunternehmens Comet (+6,2%) zogen kräftig an, dies nach soliden Angaben zum ersten Semester. Der Umsatz konnte trotz der Corona-Krise leicht gesteigert werden und auch die Profitabilität nahm zu. Ausserdem hat das Unternehmen per Anfang Oktober eine neue Finanzchefin gefunden.

Meyer Burger (+5,7%) rückten ebenfalls vor. Am Montag endete der Handel mit den Bezugsrechten aus der Kapitalerhöhung. (awp/mc/pg)

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