CH-Verlauf: Weiterhin schwach – Zykliker verlieren

CH-Verlauf: Weiterhin schwach – Zykliker verlieren

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag etwas leichter und konnte sich somit von dem Minustrend seit Eröffnung nicht lösen. Gemäss eines Händlers warten viele Investoren mit Kaufhandlungen ab, weil im Zuge des Euro-Krisengipfels viele Unsicherheiten nicht ausgeräumt wurden. Marktstimmen besagen, dass die Ergebnisse des Treffens vergangene Woche zwar als positiv bewertet werden. Euphorie sei deswegen aber nicht aufgekommen. Auch die vorangegangenen Enttäuschungen nach solchen Gipfeltreffen lässt die Anleger abwarten.

Zudem sind von konjunktureller Seite her wenig Kaufimpulse zu erwarten, hiess es weiter. Eher werde sich die Rezession in der Eurozone in den kommenden Tagen bestätigen. Auch negative Rating-Kommentare über die Beschlüsse des EU-Gipfels lassen wenig Raum für steigende Kurse. Die Ratingagentur Moody’s beispielsweise zeigt sich enttäuscht von den EU-Gipfelbeschlüssen. Nur wenige der angekündigten Krisenmassnahmen seien neu, viele ähnelten früheren Erklärungen. An der Berichtsfront ist es derweil ruhig.

Der Leitindex SMI steht um 12.00 Uhr 0,27% tiefer bei 5’778,15 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,68% auf 864,60 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,37% auf 5’220,56 Punkte.

In diesem Marktumfeld leiden vor allem zyklische Werte und Finanztitel. Versicherungsaktien standen generell wegen eines Kommentars der Ratingagentur Standard & Poor’s unter Verkaufsdruck. Am Freitagabend hatte das Institut die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt. Swiss Re (-2,7%) finden wenig Anklang bei den Anlegern, nachdem CEO Stefan Lippe bekannt gab, dass er im Laufe des Jahres 2012 in den Ruhestand treten werde. Analystenkommentare gehen indes davon aus, dass obwohl durch den angekündigten Abgang etwas Unsicherheit entsteht, der Konzern viele geeignete Nachfolger in seiner Kaderschmiede hat.

Die Aktien von Swiss Life (-2,5%) verlieren ebenfalls deutlich an Wert. Offenbar hat der vergangenen Woche als Swiss-Life-Verwaltungsrat zurückgetretene Carsten Maschmeyer – wie angekündigt – ein grosses Aktienpaket verkauft. Wie die SIX am Montag mitteilt, hat ein nicht-exekutives Verwaltungsratsmitglied 700’000 Swiss-Life-Titel im Gesamtwert von 64,75 Mio CHF verkauft. Auch die Anteilsscheine der Konkurrenten Zurich Financial Services (-1,6%) und Bâloise (-1,8%) finden weniger Käufer.

Bei den Bankaktien verlieren CS 1,7% und UBS 1,5%. Julius Bär notieren gar 2,0% tiefer. In der Sonntagspresse berichteten mehrere Blätter darüber, dass im US-Steuerstreit erstmals Verhandlungen in der Schweiz stattfinden. Nach den Informationen der Zeitungen soll eine Einigung nicht ohne neuen Staatsvertrag zustande kommen.

Im Bereich der konjunktursensitiven Aktien verlieren Holcim (-1,6%), Adecco (-1,2%) und Actelion (-1,4%). Auch die Titel von ABB (-1,0%) büssen an Wert ein, nachdem der Konzern bekannt gab, Newave Energy (+22,4% auf 56 CHF) zu kaufen. ABB übernimmt das Newave Energy für 56 CHF pro Aktie, was einem gesamten Kaufpreis von 170 Mio CHF entspricht.

Zu den Verlierer im zyklischen Bereich gehören auch Swatch (-0,9%) und Richemont (-0,3%).

Defensive Aktien notieren um die Mittagszeit schwach im Plus und stützen damit den Gesamtmarkt etwas. Im grünen Bereich liegen Roche (+0,2%). Der Pharma-Konzern hat am Montag in einer Phase-II-Studie einen Erfolg für den Produktkandidaten GA101 erzielt. Zudem hat die Credit Suisse das Rating für die Titel auf «Outperform» von bisher «Neutral» angehoben und das Kursziel auf 180 (150) CHF erhöht. Die anderen Schwergewichte Nestlé (+0,2%) und Novartis (+0,4%) notieren ebenfalls im Plus.

Angeführt wird der SMI-Index von den Valoren der Transocean (+1,5%).

Im breiten Markt hat Cytos (+3,6%) die zusätzlich benötigten Stimmen von Anleihensgläubigern erhalten, um die Restrukturierung der Wandelanleihe rechtsgültig bewilligen zu lassen. Cytos hat zudem bekannt gegeben, dass Wandelanleihen im Betrag von nominal 1,225 Mio CHF mittels eines Pflichtwandeldarlehens im selben Betrag refinanziert wurden.

Schmolz+Bickenbach (unv.) hat die Verlängerung der bestehenden Bankenfinanzierung bekannt gegeben. Mit einem internationalen Bankenkonsortium sei eine Kreditfinanzierung mit einem Volumen von insgesamt 875 Mio EUR getroffen worden.

Perrot Duval (ungehandelt) hat Umsatzzahlen für das erste Semester 2011/12 publiziert, die nur marginal über denjenigen des Vorjahres lagen. Zudem resultierte beim Ergebnis ein Verlust, nachdem im Vorjahr noch ein leichter Gewinn verzeichnet werden konnte. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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