CH-Schluss: SMI büsst 1,54% auf 8’868,39 Punkte ein

CH-Schluss: SMI büsst 1,54% auf 8’868,39 Punkte ein

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart unter dem Eindruck der Schuldenkrise in Griechenland deutlich Federn gelassen. Nachdem Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras überraschend eine Volksabstimmung über geforderte Reformmassnahmen angekündigt hatte, wurden die Verhandlungen über die Verlängerung des laufenden Hilfspakets abgebrochen. Der befürchtete Crash ist am Montag aber ausgeblieben, nicht zuletzt, weil weiter Verhandlungsbereitschaft signalisiert wurde. Bei Griechenland handle es sich nicht um ein „Lehman-Ereignis“, meinten Marktbeobachter.

Griechenland ist kein grosser Handelspartner der Schweiz. Die Konsequenzen aus der Krise für die Schweiz hängen daher vor allem vom Kurs des Schweizer Frankens ab. Die SNB hat denn auch schon zur Schwächung des Frankens interveniert, wie SNB-Präsident Thomas Jordan explizit bestätigte – und damit den Kurs zumindest vorübergehend gestützt. Aktuell notiert der Euro aber wieder knapp unter 1,04 Franken.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Montag 1,54% tiefer auf 8’868,39 Punkten, nachdem es zu Handelsbeginn um fast 3% nach unten gegangen war. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 1,60% auf 1’331,56 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,50% auf 8’999,97 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen deren 27 im Minus.

Für Unsicherheit und Volatilität dürfte auch bis zum nächsten Wochenende gesorgt sein, meinen Experten. Denn der Tag des Referendums in Griechenland wurde auf den 5. Juli angesetzt. Der Volatilitätsindex VSMI, der als „Angstbarometer“ gilt, ist entsprechend wieder deutlich gestiegen.

Bei den Blue Chips litten Zykliker und Finanzaktien am stärksten unter den Griechenland-Sorgen. So büssten etwa die Aktien des Zementherstellers Holcim 2,4% ein, die Papiere des Personaldienstleisters Adecco sanken um 2,9% und die des Sanitärtechnikers Geberit um 2,2%. Bei den Chemiewerten sanken Clariant um 1,7%.

ABB (-1,3%) blieben nicht verschont, obschon die Papiere von Barclays auf die „EMEA Top-Picks-Liste“ gesetzt wurden. Das Management von ABB treibe die Repositionierung voran, was einen Vertrauensvorschuss rechtfertige, so die Analysten. Auch trage die aktuelle Bewertung keineswegs den strukturellen Wachstumsmöglichkeiten in den Bereichen Automation/Robotics sowie bei Smart-Grid-Anwendung Rechnung.

Die Grossbankenaktien UBS und Credit Suisse verloren gar 2,9%, resp. 1,9% mit Blick auf die drohende Pleite Griechenlands und die dadurch an den Finanzmärkten entstehenden Unsicherheiten. Julius Bär sanken mit minus 0,9% etwas weniger. Auch die Versicherer standen unter Druck: Zurich Insurance büssten 2,2%, Swiss Life 2,1% und Bâloise 1,9% ein.

Die defensiven Schwergewichte konnten sich dem Abwärtssog nicht entziehen. So gaben aus dem Pharmasektor Roche um 1,9% und Novartis um 1,1% nach. Novartis gab am Berichtstag den Kauf der australischen Spinifex Pharmaceuticals bekannt und meldete gute Studiendaten zum Schuppenflechte-Medikament Secukinumab. Die Aktien des Nahrungsmittelmultis Nestlé lagen mit minus 1,2% nur gering über dem Markt.

Deutlich nach oben ging es mit SGS (+0,7%). Citigroup hat zwar das Kursziel für den Warenprüfer etwas gesenkt, es liegt aber immer noch um 7% über dem aktuellen Niveau. Transocean verteuerten sich ferner um 0,9% und Kühne+Nagel um 0,3%. Der Logistikkonzern hat sich im Bereich Landverkehr in den USA verstärkt und das Unternehmen ReTrans mit einem Umsatz von 500 Mio USD gekauft.

Im breiten Markt fielen Straumann mit einem Kurssprung um 3,1% auf. Der Dentalimplantate-Hersteller hat in den USA den Patentrechtstreit mit der deutschen nt-trading beigelegt. Das Straumann-Patent sei von nt-trading in einem aussergerichtlichen Vergleich anerkannt worden, hiess es. Auf der Gewinnerseite fielen zudem Alpiq (+4,5%) und Calida (+3,6%) ohne News auf.

Der Baukonzern Implenia (Aktie: -2,5%) hat in Norwegen einen Auftrag im Wert von 23 Mio CHF vom norwegischen Netzbetreiber Statnet erhalten, was sich jedoch nicht im Aktienkurs niederschlug. Autoneum verloren gar deutliche 5,2%. Die UBS hat das Kursziel gesenkt, jedoch gleichzeitig die Kauf-Empfehlung bestätigt.

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