Devisen: US-Präsidentschaftswahl sorgt für Berg- und Talfahrt beim Euro

Devisen: US-Präsidentschaftswahl sorgt für Berg- und Talfahrt beim Euro
(Bild: © Eyetronic / AdobeStock)

Frankfurt – Der Euro hat am Mittwoch angesichts eines ungewissen Wahlausgangs in den USA eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1712 US-Dollar. Im frühen Handel war der Euro bis auf rund 1,16 Dollar gefallen.

Gegenüber dem Schweizer Franken macht der Euro etwas Boden gut und notiert bei 1,0677 Franken nach 1,0666 am Morgen. Ein Dollar kostet derweil mit 0,9119 Franken etwas weniger.

Zeitweise war der Euro zum Franken als Folge erhöhter Unsicherheit bis auf 1,06595 gesunken. Dann konnte er sich wieder etwas erholen. Die Marke um 1,0660 habe dem Druck standgehalten, kommentiert die Valiant Bank. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die SNB am Devisenmarkt interveniert hat, um eine sprunghafte Aufwertung des Frankens zu verhindern. Solange die Zinsspekulationen um den Euro andauerten und der Wahlausgang in den USA ungewiss sei, dürfte der Euro zum Franken weiter unter Druck bleiben und die SNB Gewehr bei Fuss stehen, so Valiant. Es dürfte aber eine Frage der Zeit sein, bis der Eurokurs zum Franken in den Bereich 1,05 bis 1,06 falle.

Der noch offene Wahlausgang in den USA hatte den Euro im frühen Handel noch stark belastet. Der amtierende Präsident Donald Trump erklärte sich selbst zum Wahlsieger und sprach aufgrund der weiterhin laufenden Auszählung von „Betrug“. Zudem kündigte er an, vor das oberste US-Gericht – den Supreme Court – ziehen zu wollen. Die Märkte reagierten verunsichert auf die Aussagen und setzten auf die Weltleitwährung Dollar.

Stimmung gedreht
Allerdings drehte die Stimmung im Tagesverlauf und der Euro erholte sich. „Da Joe Biden in Wisconsin derzeit leicht vorne liegt, scheint aber doch noch ein klarer Sieg möglich“, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. „Darüber freut man sich an den Finanzmärkten.“ Auch im wichtigen Bundesstaat Michigan hat sich zuletzt eine Trendwende hin zu Biden abgezeichnet. Sowohl bei den möglichen Wahlausgängen als auch bei den Reaktionen an den Finanzmärkten dürfte es laut Gitzel bei einem Hin und Her bleiben.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89954 (0,90042) britische Pfund und 122,31 (122,56) japanische Yen fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1900 Dollar gehandelt. Das sind rund 9 Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/ps)

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