Devisen: Euro wegen Corona-Lage unter Druck – EUR/CHF auf mehrjährigem Tief

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Frankfurt – Der Euro ist am Freitag spürbar durch verschärfte Corona-Ängste belastet worden. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1318 US-Dollar. Zeitweise war sie sogar unter 1,13 Dollar gefallen. Am Morgen hatte der Euro noch merklich höher notiert.

Belastet wurde der Euro durch die verschärfte Corona-Lage in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Österreich geht ab Montag erneut in den Lockdown. Der deutsche Bundesrat stimmte verschärften Corona-Regeln zu, während der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn einen Lockdown in Deutschland nicht ausschloss.

«Vor dem Hintergrund der sich wieder zuspitzenden Corona-Lage nehmen insbesondere im Dienstleistungssektor die Konjunkturrisiken wieder zu», kommentierte Ulrich Kater, Chefökonom der Dekabank. Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone dürften also weiter nach unten revidiert werden.

EUR/CHF auf Mehrjahrestief
Diese Ängste sorgen bei dem als sicher geltenden Hafen Franken für verstärkten Zulauf. Der Euro hat zum Franken die «magische Grenze» von 1,05 Franken nachhaltig unterschritten, nachdem diese am Vortag nur kurz gestreift wurde. Dort liegt laut Devisenhändlern die vermeintliche «Verteidigungslinie» der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Aktuell notiert der Euro bei 1,0487 Franken. Damit hat er allerdings immerhin einen Grossteil der vormittäglichen Verluste wieder wettgemacht. Zeitweise war er auf 1,0448 Franken abgesackt. Das Franken-Dollar-Paar notiert derweil wenig verändert bei 0,9266 Franken.

Im Frühjahr 2020 – mitten in der Coronakrise – wurde die 1,05er-Grenze nie unterschritten, erinnert die Commerzbank in einem Kommentar. Die SNB wollte die jüngsten Bewegungen auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht kommentieren.

Devisenexperten der Valiant verweisen darauf, dass im Gegensatz zum Frühjahr 2020, als der Franken aus Sicherheitsüberlegungen stark nachgefragt wurde, nun eine ausgeprägte Euroschwäche auf den Kurs drücke. Die SNB könnte daher viel eher bereit sein, dem Druck nachzugeben. «Ganz untätig» werde sie dem aktuellen Geschehen aber wohl nicht zuschauen, hiess es.

Ob die SNB am Markt interveniert, könnte sich am Montag zeigen, wenn die SNB die Entwicklung der Sichtguthaben veröffentlicht. Wenn die Nationalbank am Devisenmarkt interveniert, kauft sie Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

EZB erteilt Zinserhöhung eine Abfuhr
Zusätzlicher Druck auf den Euro kommt zu Wochenschluss von der Geldpolitik. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte die trotz erhöhter Inflation weiterhin extrem lockere Ausrichtung der Notenbank. Eine erste Zinsanhebung in der Corona-Pandemie dürfte damit noch eine ganze Zeit lang auf sich warten lassen. Diese Aussicht belastet schon seit einiger Zeit den Eurokurs.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83928 (0,84173) britische Pfund und 128,22 (129,58) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1862 Dollar gehandelt. Das waren drei Dollar mehr als am Vortag. (awp/mc/pg)

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