Devisen: Euro fällt zum Dollar auf tiefsten Stand seit über einem Jahr

Euro
(Photo by Robert Anasch on Unsplash)

Frankfurt – Der Euro hat am Freitag an seine Verluste der vergangenen Tage angeknüpft und ist auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen. Im Tief kostete die Gemeinschaftswährung 1,1513 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt im Juli 2020. Zuletzt erholte sich der Euro etwas.

Auch gegenüber dem Franken bewegt sich der Euro mit aktuell 1,0552 auf sehr tiefem Niveau, am Mittag waren es noch 1,0576. Im asiatischen Handel in der Nacht auf Freitag war das Paar noch bis auf 1,0534 und damit erneut auf ein Jahrestief gefallen. Die Gründe dafür seien in den soliden Fundamentaldaten der Schweiz zu suchen, heisst es in einem Kommentar der UBS: solides Wachstum, gedämpfte Inflation, starke Handelszahlen und gut geordnete Staatsfinanzen. Der US-Dollar fiel allerdings in der kurzfristigen Bewegung im Vergleich zum Mittag auf 0,9139 von 0,9170 zurück.

Euro und Franken standen zuletzt vor allem wegen eines aufwertenden US-Dollar unter Druck. Ausschlaggebend ist für Experten vor allem die Geldpolitik: Während die US-Notenbank Federal Reserve in dieser Woche erste Schritte in Richtung einer weniger expansiven Ausrichtung unternommen hat, ist ähnliches im Euro-Währungsraum noch nicht zu erkennen. EZB-Notenbanker erklären das Auseinanderklaffen regelmässig mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen wie der im Euroraum niedrigeren Inflation, wobei die Teuerung klar über dem EZB-Ziel liegt.

Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Dollar am Freitag von robusten Konjunkturdaten. Der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung fiel überraschend positiv aus. Im Oktober stieg die Beschäftigung kräftig, während die Arbeitslosigkeit weiter zurückging. Analysten hoben jedoch den hohen Lohnauftrieb hervor, der die ohnehin anziehende Inflation zusätzlich antreiben und die US-Notenbank Fed zu Zinsanhebungen zwingen könnte. Bislang erwarten die Märkte eine Zinsstraffung der Fed frühestens im zweiten Halbjahr 2022.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85545 (0,85350) britische Pfund, 130,98 (131,77) japanische Yen und 1,0559 (1,0554) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1809 Dollar gehandelt. Das waren etwa 17 Dollar mehr als am Vortag. (awp/mc/pg)

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