Devisen: Euro gibt nach Powell-Ernennung merklich nach

Devisen: Euro gibt nach Powell-Ernennung merklich nach
(Bild: © Eyetronic / AdobeStock)

Frankfurt – Der Euro hat am Montag mit Kursverlusten auf die Wiederernennung des Vorsitzenden der US-Notenbank Fed Jerome Powell reagiert. Am Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung nach Bekanntwerden der Personalie um etwa einen halben Cent auf 1,1236 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mitte 2020. Schon in den vergangenen Wochen hat der Euro klar zur Schwäche tendiert.

Zuletzt erholte sich der Euro allerdings ein wenig und kostet 1,1248 Dollar. Gegenüber dem Franken geht die Gemeinschaftswährung zu 1,0477 Franken um, nachdem er davor bei 1,0447 Franken auf ein Jahrestief zurückgefallen war. So tief war er zuletzt im Sommer 2015 umgegangen. Demgegenüber kletterte der Dollar zurück über die Schwelle von 0,93 und kostet aktuell 0,9315 Franken.

Der Dollar legte zu vielen wichtigen Währungen zu. Auslöser war eine Mitteilung des Weissen Hauses zur Spitze der Federal Reserve. Demnach bleibt der jetzige Fed-Chef Jerome Powell auch nach dem kommenden Februar Vorsitzender des geldpolitischen Ausschusses FOMC. Seine Stellvertreterin wird Lael Brainard, die als seine Konkurrentin im Kampf um die Fed-Spitze galt.

«Die Märkte werten dies als falkenhafte Entscheidung», kommentierte das Analysehaus Capital Economics. Als Falken werden Geldpolitiker mit eher straffer Ausrichtung bezeichnet. Powell vertritt im Vergleich zu Brainard eine etwas straffere Linie. Die Unterschiede sind aber nicht besonders gross, weshalb Fachleute bereits im Vorfeld geurteilt hatten, die geldpolitischen Veränderungen im Falle eines Wechsels im Chefsessel seien vermutlich gering.

«Die Nominierung Jerome Powells wird an den Finanzmärkten wohlwollend aufgenommen», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die Fed wird unter Powell weiterhin an der Drosselung der Anleihekäufe festhalten. Mit einer ersten Zinserhöhung rechnet Gitzel im kommenden Jahr. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sind hingegen noch keine Zinserhöhungen in Sicht. Dies belastet den Euro. Hinzu kommt die verschärfte Corona-Lage in vielen Ländern der Eurozone.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83923 (0,83928) britische Pfund und 128,69 (128,22) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1815 Dollar gehandelt. Das waren 29 Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/pg)

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