Devisen: Eurokurs steigt wieder über 1,16 US-Dollar und über 1,15 Franken

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(Foto: Pixabay)

Frankfurt/London – Eine Beruhigung der Lage an den italienischen Finanzmärkten hat den Eurokurs am Mittwoch gestützt. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1608 Dollar. Im frühen Handel hatte sie knapp über der Marke von 1,15 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1632 (Dienstag: 1,1558) Dollar fest. Am Dienstag hatte die politische Krise in Italien den Eurokurs zum Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli 2017 geschickt.

Auch zum Schweizer Franken zeigt sich der Euro am Mittwoch erholt: Nachdem er am Dienstag unter 1,14 abgerutscht war und bei 1,1369 Franken einen neuen Jahrestiefstwert erreicht hatte, kletterte er am Berichtstag bis in die Region von 1,15. Aktuell kostet er 1,1496 Franken. Der US-Dollar pendelt derzeit um die 0,99.

Bessere Stimmung
Die Lage an den italienischen Finanzmärkten beruhigte sich am Mittwoch und sorgt für Kursgewinne beim Euro. Italien hatte an den Finanzmärkten frisches Geld erhalten, was im Handel gut aufgenommen wurde. Zwar musste man viel höhere Zinsen als zuletzt bezahlen, doch stieg zugleich die Nachfrage nach den Staatsanleihen an. Im Vorfeld hatten Fachleute von einem bedeutenden Markttest gesprochen.Die politische Unsicherheit bleibt in Italien jedoch gross. Es wird auch nicht ausgeschlossen, dass es doch noch zu einer Koalition der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der fremdenfeindlichen Lega kommt. Der Präsidentenpalast bestätigte am Mittwoch, dass Staatschef Sergio Mattarella und der designierte Premier Carlo Cottarelli mit der Bildung einer Übergangsregierung warten wollten, bis klar sei, ob es noch eine Einigung zwischen den Parteien geben könne.

Anstieg Verbraucherpreise stützt Euro
Gestützt wurde der Eurokurs zudem durch eine steigende Inflation in der grössten Volkswirtschaft der Eurozone. In Deutschland waren die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Im Vormonat hatte die Rate der europäischen Berechnungsmethode folgend nur bei 1,6 Prozent gelegen. Auch in Spanien hatten die Verbraucherpreise überraschend stark zugelegt. Die Jahresinflationsrate war hier im Mai auf 2,1 Prozent geklettert. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum mittelfristig eine Rate von knapp zwei Prozent an.

Ökonomen erwarten nicht, dass der Euro sich nachhaltig erholen kann. «Solange die Zweifel an der zukünftigen Europapolitik Italiens im Markt vorherrschen, wird es der Euro schwer haben, gegenüber dem Dollar wieder zuzulegen», kommentierte Antje Praefcke, Devisenexpertin bei der Commerzbank. «Da helfen dann irgendwann auch keine guten Konjunkturzahlen mehr.» Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87500 (0,87143) britische Pfund und 126,76 (125,88) japanische Yen fest.  (awp/mc/cs)

 

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