Devisen: Euro fällt trotz angekündigter EZB-Zinserhöhung unter 1,07 US-Dollar

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(Foto: Pixabay)

Frankfurt – Der Kurs des Euro hat am Donnerstag nicht von der angekündigten Zinserhöhung in der Eurozone profitiert. Am Nachmittag geriet die Gemeinschaftswährung unter Verkaufsdruck und fiel auf ein Tagestief von 1,0645 Dollar. Damit notierte sie mehr als einen halben Cent niedriger als am Morgen.

Auch zum Franken ging es für den Euro am abwärts, nachdem er im Tageshoch nach den Ankündigungen der EZB am Nachmittag bis auf 1,0516 gestiegen war. Von seinem Tief bei 1,0373 erholte sich die Gemeinschaftswährung etwas und kostet derzeit 1,0408 Franken. Der Dollar wird leicht tiefer bei 0,9762 Franken gehandelt.

So erreichte der Euro auch zum Dollar sein Tageshoch von 1,0774 USD am frühen Nachmittag, als die EZB ihre geldpolitischen Beschlüsse veröffentlichte. Die Rekordinflation im Euroraum bringt die Währungshüter der Eurozone zum Gegensteuern. Im Juli will die EZB erstmals seit elf Jahren die Zinsen wieder anheben, um 0,25 Prozentpunkte. Im September könnte der zweite Zinsschritt folgen.

Leitzins bleibt vorerst bei null Prozent
Noch hält die Notenbank den Leitzins an der Nullmarke und den Einlagensatz bei minus 0,5 Prozent. Die geldpolitischen Entscheidungen waren am Markt so erwartet worden, nachdem EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Vorgehensweise bereits im Mai in einem Beitrag auf der Internetseite der EZB beschrieben hatte.

Vor dem Hintergrund der rekordhohen Inflation in der Eurozone hätte einige Marktteilnehmer auf mehr Tempo bei der geldpolitischen Straffung spekuliert, hiess es aus dem Devisenhandel. «Mit der heutigen Entscheidung, die Zinsen im kommenden Monat zunächst vorsichtig zu erhöhen, versucht die EZB trotz des hohen Inflationsdrucks, nicht zu weiteren Unruhen an den Märkten beizutragen», kommentierte Chefvolkswirt Michael Holstein von der DZ Bank. Mehrere Ökonomen kritisierten allerdings die zögerliche Vorgehensweise der EZB im Kampf gegen die hohe Inflation.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85653 (0,85575) britische Pfund und 143,93 (143,92) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1841 US-Dollar gehandelt. Das waren zwölf Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/ps)

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