Devisen: Euro legt erneut merklich zu

Devisen: Euro legt erneut merklich zu
(Bild: © Eyetronic / AdobeStock)

Frankfurt – Nach deutlichen Vortagesgewinnen hat der Euro am Dienstag erneut merklich zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wird im Mittagshandel mit 1,0955 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro noch knapp über der Marke von 1,09 Dollar notiert.

Zum Franken zieht der Euro ebenfalls an und verfestigt sich damit klar oberhalb der 1,06er Marke. Aktuell werden 1,0646 Franken gezahlt. Allerdings dürfte dies nur von kurzer Dauer sein, schreiben die Experten der Valiant Bank in einem aktuellen Devisenkommentar. Zwar könnte das Euro/Franken-Paar kurzzeitig nochmals Richtung 1,0660 klettern, dürfte dann aber im Bereich zwischen 1,0590 und 1,0625 konsolidieren. Der US-Dollar bewegt sich mit einem Kurs von 0,9714 Franken nur leicht tiefer als noch am Morgen.

Die Anleger schauen zuversichtlicher auf den Euro. Bereits am Montag hatte der Euro um rund einen Cent zugelegt. Zu den jüngsten Gewinnen dürfte auch der von Frankreich und Deutschland vorgelegte Wiederaufbauplan für die europäische Wirtschaft nach der Corona-Krise beitragen. Der Plan sieht ein Volumen von 500 Milliarden Euro vor.

„Die gemeinsame Initiative von Merkel und Macron hat aus Sicht des Marktes nun die Chancen erhöht, dass eine Einigung doch noch erzielt werden kann“, kommentiert Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank . Allerdings müssen alle Mitgliedsländer zustimmen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat sich bereits kritisch zu den Plänen geäussert. „Auch deshalb dürfte der Markt wohl skeptisch und das Euro-Aufwertungspotenzial vorerst begrenzt bleiben“, sagt Nguyen.

Solide Konjunkturdaten aus Deutschland stützen
Gestützt wird der Euro zudem durch solide Konjunkturdaten aus Deutschland. So haben sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten trotz Corona-Krise den zweiten Monat in Folge gebessert. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) legte deutlich stärker zu als erwartet. „Die Zuversicht wächst, dass es ab Sommer zu einer konjunkturellen Wende kommen wird“, kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. (awp/mc/ps)

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